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Das jüdische Echo · 1932-12-30 · 53 (30.12.1932) · p. Seite 426

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
53 (30.12.1932)
Date
1932-12-30
Page
Seite 426 (sequence 6)
Language
German
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426 Das Jüdische Echo Nr. 53 Demonstrationsantrag auf Schächtverbot im Wiener Landtag Wien, 22. Dezember. (JTA.) Im Wiener Landtag wurde von der nationalsozialistischen Fraktion ein Antrag au- Verbot des Schächtens eingebracht. Die Antragsteller fordern den Landtagspräsidenten und Landespräsidenten Wiens, den Sozialdemokraten Karl Seitz, auf, analog dem Vorgehen des Landespräsidenten von Salzburg durch eine Verordnung das Schächten nach jüdischem Ritus, gemäß den östereichischen Gesetzen über Tierschutz, zu verbieten. Der Antrag kann derzeit bloß als antisemitische Demonstration und als Propagandamittel in Tierschutzkreisen betrachtet werden, da der Wiener Landtag, der über eine absolute sozialdemokratische Mehrheit verfügt, ihm nicht stattgeben wird. Cuzisten überfallen eine jüdische Festveranstaltung in Jassy Jassy, 20. Dezember. (JTA.) Der jüdische humanitäre Verein „Iubirea oameni“ (Menschenliebe), welcher in Jassy ein jüdisches Spital und zwei Ambulatorien erhält, veranstaltete am 18. Dezember einen Ball zugunsten seiner Wohlfahrtsfonds. Zu vorgerückter Nachtstunde drangen plötzlich zahlreiche mit Stöcken -und Dolchen bewaffnete cuzistische Studenten in den Saal ein und begannen, auf die Teilnehmer der Veranstaltung einzuschlagen, ohne auf Frauen und Mädchen Rücksicht zu nehmen. Es entstand eine ungeheure Panik. Während die männlichen Ballbesucher sich bemühten, die Angreifer zurückzuhalten, strömten die Frauen und Jugendlichen fluchtartig zu den Ausgängen. In dem Gedränge wurden viele Frauen ohnmächtig. Die Rowdies zertrümmerten die Einrichtung des Ballsaals und verfolgten die Besucher bis auf die Straße, wo sie ihre Überfälle fortsetzten. Es wurden 40 Personen mehr oder minder erheblich verletzt, 15 von ihnen wurden in bedenklichem Zustand in das Hospital eingeliefert« Die verstärkte Wanderung von Polen nach Palästina Warschau, 20. Dezember. (JTA.) Am 19. Dezember begaben sich vom Warschauer Hauptbahnhof wiederum 220 Juden, unter ihnen 150 Ghaluzim aus verschiedenen Teilen des Landes, nach Palästina. Zum 10. Todestag von Elieser ben Yehuda Jerusalem, 20. Dezember. (JTA.) Der nationale Jischuw in Palästina begeht die Chanukka- Woche dieses Jahres als Ben Yehuda-Woche aus Anlaß des 70. Geburtstages und des 10. Todestages des hervorragenden hebräischen Lexikographen Elieser Ben Yehuda, Verfassers des „Thesaurus“ und anderer hebräischer Wörterbücher. Geburtstag und Todestag Ben Yehudas fallen beide in die Chanukka-Tage. Unter der Führerschaft des Dichters Chaim Nach man Bialik und des Bürgermeisters von Tel-Awiw, Mayer Dizengoff, hat sich ein Komitee gebildet, welches in ganz Palästina, insbesondere in den Schulen, Ben Yehuda-Gedenkfeiern veranstaltet. Die Theater werden Festvorstellungen geben. Die jüdischen Schulkinder in Jerusalem werden in einer Prozession zum Grabe Ben Yehudas auf dem Ölberg ziehen. In dem Hause, in dem Ben Yehuda lebte und starb, wird eine Gedenktafel angebracht. Das Komitee plant ferner, das Ben Yehuda-Haus in ein Museum umzuwandeln, die Verwaltungen der Städte und Kolonien aufzufordern, Straßen nach Ben Yehuda zu benennen, schließlich Fonds zur Vollendung und abschließenden Herausgabe des großen Ben Yehuda-Lexikons aufzubringen. Auch soll für die Publizierung anderer grundlegender Schriften Ben Yehudas, die im Manuskript vorhanden sind, gesorgt werden. Waad Leumi zahlt Gehälter an die jüdischen Lehrer Jerusalem, 20. Dezember. (JTA.) Der Waad Leumi, der kürzlich das bisher von der Jewish Agency kontrollierte hebräische Schulwerk in seine Verwaltung nahm, hat Anfang Dezember die erste Gehaltszahlung an die Lehrer vorgenommen. Zunächst wurden die Gehälter für Oktober ausgezahlt, es werden die größten Anstrengungen gemacht, um noch im Verlauf des Dezember die Gehälter für November zur Auszahlung gelangen zu lassen. Waad Leumi verhandelt mit der Regierung, um von ihr die baldige Auszahlung der Regierungssubvention für das jüdische Schulwesen, die infolge der Nichtwiedereröffnung der Schulen zurückbehalten wurde, zu erlangen. Die Regierungsunterstützung für das hebräische Schulwesen beträgt gegenwärtig 20 000 Pfund für das Jahr und soll laut Versprechen des High Commissioner erhöht werden. Ehrende Einladung an einen Lehrer der Hebräischen Universität Jerusalem, 20. Dezember. (JTA.) Dr. S. Adler von der Hebräischen Universität in Jerusalem wurde von der französischen Gesellschaft für tropische Medizin eingeladen, aus Anlaß des 25. Jahrestages der Gründung der Gesellschaft Anfang Februar 1933 eine Vorlesung im Pasteur-Institut in Paris zu halten. Schaffung einer Zuckerindustrie in Palästina Jerusalem, 21. Dezember. (JTA.) Palästinensische und auswärtige jüdische Kapitalisten haben sich zusammengetan, um eine Zuckerfabrik, die erste in Palästina, zu errichten, die nicht nur Palästina, sondern auch Syrien, Cypern und andere benachbarte Länder mit Zucker beliefern soll. Palästina konsumiert jährlich 12 000 Tonnen Zucker, der jährliche Zuckerverbrauch in Syrien, Cypern und Transjordanien wird auf 35 000 Tonnen geschätzt- Gemeinden- und Vereins-Echo jüdisches Jugendheim, München Nach seiner Neu-Instandsetzung wird das Heim, Herzog-Rudolf-Straße 1, wieder am Montag, den 2. Januar 1933, geöffnet. Jüdischer Jugendverein, München Donnerstag, 5. Januar 1933, Lessingsaal, Herzog- Rudolf-Straße 1, 20.30 Uhr: Fritz Rosenthal liest aus eigenen Werken (Lyrik und Prosa). SELMA EMRICH SCHÜLERPENSIONAT WURZBURG / TRAUBENGASSE 3 I Gewissenhafte Überwachung / Beste Verpflegung

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