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Das jüdische Echo · 1932-12-16 · 51 (16.12.1932) · p. Seite 409

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
51 (16.12.1932)
Date
1932-12-16
Page
Seite 409 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 51 Das Jüdische Echo 409 Um den Arbeitsfrieden in Palästina Jerusalem, 1. Dezember. (JTA.) ln einer 'vcmjder Allgemeinen Jüdischen Arbeiterföderation Palästinas (Histadruth) veranstalteten Presse- Konferenz zur Behandlung der Frage der Herstellung eines Arbeitsfriedens in Palästina erklärte der Histadruth-Führer Ben Gurion: Alle Arbeiterkonflikte in Palästina könnten binnen fünf Minuten aus der Welt geschaffen werden, wenn der Verband jüdischer Landwirte und der Verband jüdischer Fabrikanten sich verpflichten würden, in ihren Betrieben nur jüdische Arbeiter zu beschäftigen und sich in Arbeitsfragen der Entscheidung einer nationalen jüdischen Körperschaft als Arbeitsschiedsgericht unterzuordnen. Die Histadruth ihrerseits erklärt sich bereit, Entscheide eines solchen Schiedsgerichts anzuerkennen. Die Histadruth war immer bereit, gemischte Arbeitsnachweise errichten zu helfen, in denen Vertreter der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber und der nationalen jüdischen Institutionen sitzen sollen. Die Histadruth hat noch im vergangenen Jahre einen offiziellen Beschluß betreffend Verständigung mit den anderen Arbeitergruppen in Palästina zur Vermeidung von Unruhen gefaßt. Zum Schluß wandte sich Ben Citrion sehr scharf gegen die Arbeiterpolitik der Revisionisten in Palästina und gegen die allgemeine Politik Jabotin skys. Die heißen Quellen von Tiberias eröffnet Jerusalem 9. Dezember. (JTA.) Am 8. Dezember wurden die heilkräftigen heißen Ouellen von Tiberias nach Beendigung eines Teils der modernen Anlage feierlich der Benutzung übergeben. Dem Weiheakt wohnte der Distriktskommissar Keith Roach bei. Die Konzession zur Ausnutzung der Quellen erhielt eine jüdische Gesellschaft für eine 40jährige Frist. Die Gesellschaft investiert in die Anlagen 55 000 Pfund und hofft, Tiberias zu einem modernen Kurort ähnlich Karlsbad und Wiesbaden auszugestalten und den heißen Oueben den Ruf zu verschaffen, den sie. schon in der tünischen Zeit genossen. Gemeinden- und Vereins-Echo Gesprochene Zeitung Chanukka-Festnummer Die zweite Ausgabe der gesprochenen Zeitung erscheint als Chanukka-Festnummer am Montag, dem 19. Dezember, abends 8.30 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1. Die im Monat November erstmals erschienene Ausgabe hat bei den zahlreich anwesenden Zuhörern größten Amkläng gefunden. Wir laden alle unsere Freunde herzlichst ein. Einritt frei! Jungzionistischer Arbeitskreis — Chug Hanoar Hazloni. Siehe Anzeige! Hebräischer Klub, München Der verschobene Vortrag von Herrn Dr. Percikowitsch über Agnon findet Dienstag, den 20. Dezember, abends 9 Uhr, in der hebräischen Sprachschule statt. Gäste herzlich willkommen. Oneg Schabbath München Samstag, den 17. Dezember, nachmittags 4 Uhr, liest Herr Manfred Sturmann im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, aus seinen Werken über das Thema: „Der Mensch in der Landschaft.“ Zahlreicher Besuch erwünscht. Bei dem Abend der hebräischen Sprachkurse am Samstag, dem 10. Dezember, wurden ein Paar Überschuhe, Größe 38, an der Garderobe vertauscht. Wir bitten höfliehst, die Schuhe im Büro der Sprachkurse, Herzog-Rudolf-Straße 1, abgeben zu wollen und gegen die richtigen Schuhe e,inzutauschen, da sonst der Schaden von der Garderobeverwaltung ersetzt werden müßte. Hebräische Sprachkurse, Herzog-Rudolf-Straße 1. Jüdischer Jugendverein, München Donnerstag, den 22. Dezember, Lessingsaal 8.30 Uhr, Vortrag von Herrn Dr. Hermann Baer über „Schicksale der jungen Generation“. Jüdischer Jugendverein, München Einen überaus gelungenen Abend veranstaltete der Verein am 24. November unter der Bezeichnung: Kabaret der Jungbiihne. Was gebracht wurde, war wirklich moderne schmissige Kleinkunst. Die Texte waren teils den „Songs“ von Fritz Rosenthal entnommen, teils von den Mitgliedern der Jungbiihne selbst produziert. Den meisten Beifall hatte der Song von der Reklame und das Puppenspiel, letzteres eine politische Parodie, die ein herzliches Gelächter auslöste. — Man kann der strebsamen Jungbiihne (Mitwirkende: Jeany Rosenlhal, Hanni Neuwirth, Cläre Bernstein, Lisa Hahn, Bruno Silber, Rudi Lewin, Alfred Obermeier) noch viele solche Abende wünschen. -W- Jüdischer Kulturverein J. L. Perez Samstag, den 17. d. M. abends 9 Uhr, findet im blauen Zimmer des Jiid. Jugendheims, Herzog-Rudolf-Straße 1, ein Diskussionsabend statt und zwar wird die Aussprache vom 3. Dezember über einen Artikel des „Globus“: Freuds Psychoanalyse und Religion fortgesetzt. Gäste willkommen. Am vergangenen Samstag sprach Harry Obermayer über „Probleme der Interlinguistik“. Das Referat stellte weniger eine Rechtfertigung der künstlichen Sprache dar, als.eine Untersuchung der Bedingungen einer „Weltsprache“ überhaupt. Die Einführung in das Wesen der Interlinguistik wurde aber ihre Rechtfertigung. Selbst der größte Skeptiker mußte nach dem Referat die Überzeugung gewonnen haben, daß eine Weltsprache nicht mehr philosophische Utopie ist, sondern daß es sich hier um eine durchaus ernst zu nehmende Wissenschaft bandle. Dem ersten rein philologischen Teil folgte ein zweiter geschichtlicher Teil. Sehr interessant war es, von den zahlreichen Weltsprachen die bedeutendsten: Volapük, Esperanto, Ido, Medial, Universal, Novial Glolt, Latine sine Flexione, und Occidental, auch zu hören. An einem der nächsten Abende wird der Referent über die Lösung des Wellsprachenproblems sprechen. Israelitische Volksschule, München Wir machen nochmals auf unsere Chanukka-Schulfeier (Näheres im Anzeigenteil des Blattes) aufmerksam. Symphoniekonzert des jüdisch, Kommerorchesters Am 11'. Dezember eröfTnete das jüdische Kammerorchester die Saison mit einem wohlgelungenen Abend. Dank der hingehenden und strengen Schulung durch den Dirigenten der Vereinigung, Herrn Erk, hat das Orchester weitere glückliche Vervollkommnung erfahren, so daß es an Reinheit und Präzision nichts mehr zu wünschen übrig ließ. Freilich wurde dieses Ziel nur dadurch erreicht, daß auf

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