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Das jüdische Echo · 1932-11-04 · 45 (4.11.1932) · p. Seite 361

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
45 (4.11.1932)
Date
1932-11-04
Page
Seite 361 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 45 Das Jüdische, Echo 361 Widerspenstige mit äußerster Energie vorzugehen. Jeder, der in den Straßen Propaganda betreibt oder aufreizende Lieder singt, ist unverzüglich zu verhaften. Propaganda durch die Presse soll ebenfalls geahndet werden. Abschluß der Arbeiter-Olympiade in Palästina Tel A w i w, 24. Oktober. (JTA.) Am 23. Oktober fand das grandiose Sportfest der palästinensischen Arbeiterschaft mit einem Fackelzug von 2000 Arbeitersportlern durch die Straßen von Tel Awiw seinen Abschluß. Die Polizei gestattete es nicht, daß der Zug sich schon vom Sportfeld des Hapoel in der Nähe von Jaffa in Bewegung setzte, weil jede Möglichkeit eines Zusammenstoßes mit den Arabern vermieden werden sollte. Der Zug formierte sich deshalb am Eingang von Tel Awiw. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung wurde Polizei aus Jerusalem durch Autos herangeholt. Der Abschluß des Arbeiter-Sportfestes wurde durch eine Veranstaltung gefeiert, an der 12 000 Personen teilnahmen. Ansprachen hielten Ben Gorion, Berl Locker, Joseph Sprinzak, Baruch Zuckermann u. a. Gemeinden- und Vereins-Echo Sitzung der gemeindlichen Körperschaften Am 26. Oktober fand eine Sitzung der gemeindlichen Körperschaften gemeinschaftlich mit dem sozialen Ausschuß über die Winterhilfe 1932/33 statt. Oberstlandesgerichtsrat Neumeyer erstattete Bericht über die Sammlung des letzten Jahres und führte aus, daß auch dieses Jahr wieder eine Sammlung eingeleitet werden müsse, da bis jetzt eine Besserung der Verhältnisse nicht eingetreten und vor dem Frühjahr auch nicht zu erwarten sei. Justizrat Dr. Straus sprach sodann über die Finanzlage des Wohlfahrtsamtes. Im Etat ist eine Summe von 10 000 RM. eingesetzt worden für Wohlfahrtszwecke, die aus der Winterhilfesammlung 1932/33 erst aufgebracht werden solle. Das Wohlfahrtsamt verfügt in diesem Jahr über eine Summe von 30 000 RM. wovon 27 000 RM. aus Stiftungszinsen stammen und nur 3000 RM. aus Genfeindemitteln. Nach dem bereits vorliegendem Ergebnis des ersten halben Jahres 1932, kann man berechnen, daß bei gleichbleibender Leistung und Beanspruchung des Wohlfahrtsamtes — was im Winter sehr unwahrscheinlich ist — sich ein Defizit von 7000 RM. ergeben müsse. Im kommenden Jahr werden die Stiftungszinsen weit weniger betragen, da die letztjährige Summe Zinsen von mehreren Jahren enthielt. Die Winterhilfesammlung des letzten Jahres hatte 27097 RM. erbracht. Justizrat Straus richtete die Bitte an den Ausschuß die Aktion für die Winterhilfe zu genehmigen und als größter gemeindlicher Ausschuß auch die sozialen Ideen weiter zu verbreiten. Rabbiner Dr. Baerwald sprach nun über die Aurgaben der Winterhilfe. Die Aufgabe der Gemeinde sei es, Krieg zu führen gegen die Not und das Elend unter den Gemeindemitgliedern; und zu jedem Krieg brauche man Geld und materielle Mittel. Nur durch Aufbringung solcher können wir den Erwartungen entsprechen, die die Armen und Ärmsten auf die Hilfe der Gemeinde setzen. Es werden Bedenken gegen eine Sammlung geltend gemacht, dahingehend, daß der Aufwand nicht lohne, da häufig nur kleine Summen gegeben werden, weiterhin daß die Vereine darunter zu leiden hätten. Es sollen aber auch dieses Jahr wieder 25 Prozent der Sammlung den Vereinen zu ihren Zwecken zugeführt werden. Im letzten Jahr wurden von der 869 kostenlose Ratschläge für Wintersportlerenthält der soeben erschienene, reich illustrierte Winter-Katalog 1932/33 des weltberühmten, großen und führenden Fachgeschäftes für Bekleidung und Ausrüstung in Wintersport: Sporthaus Schuster, München 2 M, Rosenstraße 6, der traditionellen Einkaufsstätte der zünftigen Sportler. Die gewaltige Organisation dieses Welt-Versandhauses liefert überallhin. Sie sparen viel Geld im Einkauf. — Schreiben Sie noch heute eine Postkarte zu 6 Pfennig um kostenlose und unverbindliche Zusendung des für Sie wichtigen und hochinteressanten Kataloges. Er enthält auch wieder ein Preisausschreiben. Sie beteiligen sich doch? Sammlung nur etwa 1000 bis 1200 Personen erfaßt, und die Sammlung soll dieses .fahr auf einer viel breiteren Basis organisiert werden, da man allgemein kleinere Spenden erwarten muß. Das Wohlfahrtsamt hat im vergangenen Jahr 600 Parteien teils ständige teils gelegentliche Hilfe gewährt, was weit über 1000 Personen ausmacht, außer denen, die an Vereine und Privatpersonen um Unterstützung herangetreten sind. Wärmstuben, Verteilung von Brennmaterial, Speisungen haben der größten Not gesteuert. Herr Dr. Baerwald schloß mit der Bitte um Anregung zur Durchführung der Aktion! und mit dem Wunsche, daß sie Erfolg haben möchte. In der sehr lebhaften Diskussion gab besonders Herr J.-R. Oppenheimer eine Reihe Anregungen: Erweiterung des sozialen Ausschusses durch Heranziehung besonders zahlungskräftiger Leute; Propaganda gegen den Kranzluxus auf dem Friedhof und Ablösung für Wohlfahrtszwecke; Abgaben bei Bridgegesellschaften und Vergnügungsreisen. Beantragt wurde weiterhin die Durchführung einer Wohlfahrtslotterie und die Abgabe von Speisungen an Kinder und Erwachsene in Privatfamilien. Zum Schluß wurde einstimmig die Durchführung der Winterhilfesammlung beschlossen; die Namen der Spender sollen ohne Summenangabe in der „Bayerischen Jsraelitischen Gemeindezeitung“ veröffentlicht werden; 25 Prozent des Ertrages sollen den Vereinen zufließen, die Ablösung der Kranzspenden für Wohlfahrtszwecke soll beführwortet werden. a. h. Vortrag Hans Rosenkranz, Berlin Am Mittwoch, dem 9. November, abends 9.30 Uhr, spricht auf Einladung der Zionistischen Ortsgruppe Herr Hans Rose nhk ran z-, Berlin, über das Thema „Die Gegenwartsfragen des Judentums im Spiegel der Geschieht e“. Der Vortrag findet im Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7/1, statt. Hans Rosenkranz, der zu den beachtenswertesten Erscheinungen des zionistischen Nachwuchses gehört, hat sich auch als Verfasser mehrerer Bücher einen Namen gemacht. Sein Vortrag wird sicher neue Gesichtspunkte und Anregungen bieten und dürfte daher in weitesten jüdischen Kreisen, besonders in der Jugend, stärkstes Interesse finden. Zur Unkostendeckung wird ein Eintntt von 50 Rpf. für Erwachsene, 20 Rpf. für Jugendlich erhoben. Oneg Schabbath München Die erste Messiba des „Oneg Schabbath“ nach den Sommerferien findet Samstag, den 5. Novem-

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