Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 44 (28.10.1932)
- Date
- 1932-10-28
- Page
- Seite 352 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9072829-9103089-9181555--12547-9084617- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
352 Das Jüdische Echo Nr. 44 sehe Studenten erlitten Verletzungen. Mehrere andere wurden aus der Universität hinausgeprügelt. Die Universitätsbehörden haben Legitimationszwang eingeführt. Feierliche Grundsteinlegung für das Keren- Hajessod-Haus in Jerusalem Jerusalem, 17. Oktober, (JTA.) Bei Anwesenheit von Führern des Jischuw aus dem ganzen Lande wurde am 17. Oktober nachmittags die feierliche Grundsteinlegung zum Kerenllajessod-Haus vollzogen. Die Zeremonie nahm einen sehr eindrucksvollen Verlauf. Viele hunderte Festgäste umsäumten den Bauplatz. Ansprachen hielten das Mitglied des Direktoriums des Keren Hajessod, Leib Jaffe, der die Zeremonie leitete, die Mitglieder der Exekutive der Jewisli Agency, Berl Locker und Emanuel Neuman, der Präsident des Keren Kajemetli, M. M. Ussischkin, der Präsident des Waad Leumi, Ben Zwi u.a.m. Die unter den Grundstein gelegte Urkunde trägt die Unterschriften zahlreicher jüdischer Führer. Der Zeremonie folgte eine gemütliche Zusammenkunft auf dem Dache des Keren- Kajemeth-IIanses, das an das Keren-IIajessod- Grundstiick angrenzt. Schwere Zusammenstöße zwischen revisionistischen Arbeitern und Histadruth-Arbeitern in Palästina Jerusalem, 17. Oktober. (JTA.) In Jerusalem, Tel-Awiw und Ilaifa kam es in den allerletzten Tagen wiederum zu heftigen Zusammenstößen zwischen in der Histadruth gewerkschaftlich organisierten Arbeitern und Arbeitern der nationalen Gewerkschaft (Revisionisten), bei denen es eine Anzahl Verletzte gab und auch mehrere Verhaftungen von der Polizei vorgenommen wurden. LTrsachen der Streitigkeit sind Differenzen in der Frage des Arbeitsnachweises und der Umstand, daß gewisse Arbeitgeber revisionistische Arbeiter bevorzugen und die Revisionisten die Streikparolen der Histadruth nicht respektieren. Der Magistrat von Tel-Awiw verhandelte zwischen den streitenden Gewerkschaften und erreichte es, daß zwischen den Streitenden für die Dauer eines Monats eine Art „Waffenstillstand“ geschlossen wurde. Die revisionistischen Arbeiter stimmten dem Abkommen zu. Bis zum Ablauf dieser Frist hofft man, daß eine Einigung in den strittigen Fragen erzielt werden wird. Der Waffenstillstand ist auch unter dem Druck der Regierungsbehörden zustandegekommen. Der Stadtrat von Tel-Awiw hielt eine Sondersitzung ab, in der beraten wurde, wie dem weiteren Arbeiter-Bruderkrieg Einhalt zu gebieten wäre. In Haifa, wo es ebenfalls zu Zusammenstößen zwischen Angehörigen der Histadruth und solchen der revisionistischen Gewerkschaft kam, ließ die Regierung eine Warnung plakatieren, in der schwerste Bestrafung für Störung der öffentlichen Ruhe angekündigt wird. Am schwerwiegendsten waren die Zusammenstöße in Jerusalem, wo eben erst nach dem Beispiel von Tel-Awiw ein einmonatiger „Waffenstillstand“ geschlossen worden war. Der schwerste Zusammenstoß ereignete sich in der Biscruitfabrik von Frumin, hier wurden sieben Personen, davon zwei schwer, verwundet. Ursache des Kampfes war, daß revisionistische Arbeiter den von der Histadruth in dieser Fabrik proklamierten Streik nicht respektierten, sondern ihre Arbeit fortsetzten. Autobus-Verkehr Jerusalem-Cairo eröffnet Die Wüste Sinai in 12 Stunden durchquert Jerusale m, 16. Oktober. (JTA.) Am 13. Oktober wurde der Autobus-Verkehr Jerusalem- Cairo eröffnet. Die Autobusse gehen von Jerusalem an jedem Montag und Donnerstag ab und treffen aus Cairo an jedem Sonntag und Mittwoch ein. Die ganze Route, die über die Wüste Sinai führt (laut Bibel-Bericht brauchten die Juden zur Durchwanderung der Wiiste 40 Jahre), nimmt 12 Reisestunden in Anspruch. Erheblicher Überschuß im Budget der Palästina-Regierung Jerusalem, 17. Oktober. (JTA.) Wiederum hat die Palästinä-Regieruug einen erheblichen Budgetüberschuß zu verzeichnen. Wie dem heute mitgeteilteu Rechnungsabschluß für die Monate April bis August 1932 zu entnehmen ist, betrugen die Einnahmen in dieser fünfmonatigen Periode 1 112 637 Pfund, während die Ausgaben 925 367 Pfund betrugen: der Netto-Überschuß stellt sich demnach auf 187 270 Pfund. Während den Regierungen fast aller Länder der Welt der Ausgleich ihres Budgets schwere Sorgen macht, kann die Palästina-Regierung infolge der guten Wirtschaftslage und der sehr geringen Arbeitslosigkeit verhältnismäßig erhebliche Überschüsse erzielen. Gemeinden- und Vereins-Echo München. Am 9. November 1932 spricht in einem Abend der Münchener Zionistischen Ortsgruppe Hans Rosenkranz, Berlin, über Fragen der jüdischen Politik in Deutschland. Näheres aus der nächsten Nummer des „Jüd. Echos“ ersichtlich. Oneg Schabbat München Die Veranstaltungen von „Oneg Schabbat“ beginnen Samstag, den 5. November. Näheres in der nächsten Nummer des „Jüdischen Echo“. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez Mitglieder und Freunde treffen sich Samstag abends präzise 9 Uhr im Jugendheim, Herzog- Rudolfstraße 1. Israelitischer Frauenverein von 1906 zur Unterstützung Kranker und Wöchnerinnen, München Am Sonntag, dem 30. Oktober, nachmittags 4 Uhr, findet im Hotel Grünwald, Plirtenstraße, eine Simchas-Thora-Feier mit Tanz statt, zu der wir herzlichst einladen. Tanzkaoelle Geschwister Zuckerberg spielt. Der Erlös fließt unserer Unterstützungskasse zu und wir bitten um zahlreiches Erscheinen. Eintritt inkl. Gedeck L30 RM. Saaleröffnung 3.30 Uhr. Jüdisches Jugendheim München Der für Samstag angekündigte Vortrag D r. Hans Ko h n s findet nicht zu dieser Zeit statt, da er auf Donnerstag, den 27. Oktober vorverlegt werden mußte. Cafe CITY Eigene Konditorei Wein Straße 4 Vornehmer Aufenthalt im Stadtzentrum Nachmittag im roten Salon 5 Uhr Tee-Konzert und Tanz Abends ab 8 Uhr Tanz Stimmung und Humor Es spielt die Salon-Kapelle van Bergh