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Das jüdische Echo · 1932-10-07 · 41 (7.10.1932) · p. Seite 329

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
41 (7.10.1932)
Date
1932-10-07
Page
Seite 329 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 41 Das Jüdische Echo 329 „Auf Befehl der Juden .. M iin c h e n , 4. Oktober. Der „Völkische Beobachter“ versucht, aus den Wiener Vorgängen antisemitisches Kapital zu schlagen. Er überschreibt seine Wiener Berichte über angebliche Mißhandlung von Nationalsozialisten, unter ihnen auch Goering, durch Sozialdemokraten mit den Worten „Auf Befehl der Juden ...“ und behauptet, daß der „jüdische Austromarxismus“ die Hitlerjungen und SA-Männer in dunklen Gassen einzeln niederknalle oder niedermetzle. Jüdisches Jahrbuch 1932. Verlag Jüdisches Jahrbuch, Berlin S 42. Preis 4.30 RM. Das Jüdische Jahrbuch erscheint bereits im 7. Jahrgang und hat sich in weiten Kreisen guten Eingang verschafft. Als Nachschlagewerk für Gemeindeverhältnisse, Adressen von Vorstehern und Rabbinern ist es fast unentbehrlich geworden. Es informiert ferner über jiidische Organisationen im Reich und in Berlin, über die jüdische Presse, und bringt Tätigkeitsberichte der jüdischen Landesverbände und Spitzenorganisationen. Aber auch der geistige, Teil ist durchaus bemerkenswert: Nach einem Überblick über das Jahr 1931 im Leben der deutschen Juden äußern sich bedeutende jüdische Persönlichkeiten über den Weltfriedensgedanken. Ich erwähne nur Simon Dubnow, Staatsrat Teitel, Prof. Silbergleit und Kammergerichtsrat Wolff. Wer das Jahrbuch als Anregung zur Lektüre neuer jüdischer Literatur benutzen will, findet unter den bibliographischen Notizen eine schöne Zusammenstellung guter Titel. Sie ist im ganzen exakt gearbeitet. Das Jahrbuch, dessen Reichhaltigkeit hier nur angedeutet werden kann — beispielsweise hätte ich den Hotel- und Reiseführer zu Eingang des Buches beinahe vergessen —, überrascht durch die Vielseitigkeit seiner Möglichkeit als Informationsquelle, und ich hoffe gerne, daß das jüdische Publikum die Herausgabe des Jahrbuchs durch vermehrtes Verlangen würdigt. Wachsende jüdische Einwanderung in Palästina. Jerusalem, 28. September (J.T.A.). 400 Juden, in der Hauptsache Chaluzim, die vor etwa drei Wochen Polen verließen, sind am 26. September in Jerusalem eingetroffen. An dem gleichen Tage trafen an Bord der „Vulcania“ in Haifa 500 Juden ein, unter ihnen 300 Touristen aus den Vereinigten Staaten und 90 Juden aus Polen, ferner eine Anzahl Chaluzim aus verschiedenen Ländern. Das Einwanderungsdepartement unter der Leitung von Herrn Mindel führte an Bord des Dampfers eine scharfe Kontrolle im Hinblick, daß sich unter den Passagieren illegale Einwanderer befinden, durch; Die Kontrolle dauerte von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Das Ergebnis war, daß sieben junge Leute, von denen die Beamten annahmen, daß sie beabsichtigten, dauernd in Palästina zu verbleiben, ersucht wurden je 25 Pfund als Bürgschaft dafür zu hinterlegen, daß sie vor Ablauf der Aufenthaltsfrist das Land wieder verlassen. Die Tatsache, daß die Touristen einzeln, und nicht in geschlossenen und von Reisegesellschaften geführten Gruppen eintreffen, hat — so wird erkärt — zur Beseitigung gewisser Schwierigkeiten seitens der Behörden beigetragen. Die Einwanderungsbehörden haben nämlich Mißtrauen gegen gewisse Organisationen, die Touristen nach Palästina bringen. H. Farbstein, Mitglied der Executive der Jewish Agency, begab sich nach Eintreffen der „Vulcania“ sofort an Bord des Schiffes und blieb dort solange, bis der letzte jüdische Passagier das Schiff verlassen hatte. 795 jüdische Einwanderer in Palästina im August Jerusalem, 22. September. (JTA.) Im Monat August 1932 wanderten 795 Juden in Palästina ein. Die Gesamtzahl der Einwanderer in diesem Monat betrug 926. Gemeinden- und Vereins-Echo Hebräische Sprachkurse, München Der neue Stundenplan für das Wintersemester 1932/33 (Der bereits veröffentlichte Stundenplan mußte aus technischen Gründen geändert werden.) Mo 5.45-7.15 Kinderkurs III 7.15-8.15 Bibelarbeitsgemeinschaft 8.15-9.15 Kurs II 9.15-10.15 Kurs III Di - 6.00—7.00 Kinderkurs II 7.30-9.30 Kurs VI i 1 _! Mi 1 5.30-6.30 JPD 7.00-8.30 Kurs 1 8.30-9.30 Anfängerkurs - Do 4.30-5.30 Kinderkurs I 7.00-8.00 Grammatikkurs i 8 00-9.00 Kurs IV Sa 1 j 7.00—8.30 Lehrlingsheim - - Der Jüdische Pfadfinderbund (J.P.D.) München, lädt am Samstag, den 8. Oktober, abends 20.15 Uhr im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, die jüdische Bevölkerung zu einer großen Kundgebung ein: Die jüdische Jugend und der Keren Kajemeth Lejisrael Referent: Walter Koschland Es wird gezeigt: „Eine Jordanreise.“ Lichtbilder aus Palästina. Unkostenbeitrag: Erwachsene 20 Pfg. Jugendliche 10 Pfg. Zionistische Ortsgruppe München Am Donnerstag, 29. September, berichteten im Lessingsaal, Herr Lustig, Frau Harburger und Frau Dr. Straus über Verlauf, Stimmung und Wirkung des in Frankfurt a. M. abgehaltenen Delegieri.eritages der Zionistischen Vereinigung für Deutscnland, sowie der vorangegangenen Wizotagung. Herr Gidalewitsch ergänzte die Ausführungen der Referenten durch Wiedergabe seiner persönlichen Eindrücke und durch einen Bericht über die in der zionistischen Jugend herrschenden Tendenzen. An der nachfolgenden Aussprache beteiligten sich die Herren Emrich und Eisen. Jüdisches Jugendheim Das Jüdische Jugendheim, Herzog-Rudolf-Str. 1, lädt zu emer geschichtlichen Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Herrn Rabbiner Dr. Geis ein. Thema: Vom Hasmonäerstaat bis zur Entstehung des Christentums (mit Lektüre aus bibl. und zeitgenössischem Schrifttum). Vorbesprechung und Festlegung von Tag und Stunde am Samstag, dem 8. Oktober im Lesezimmer des Jugendheims. Beginn 8 Uhr. Kursbeginn Mitte Oktober.

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