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Das jüdische Echo · 1932-09-09 · 37 (9.9.1932) · p. Seite 296

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
37 (9.9.1932)
Date
1932-09-09
Page
Seite 296 (sequence 4)
Language
German
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296 Das Jüdische Echo Nr. 37 Exekutive nach Genf hin und sagte, dieser Beschluß sei als Protest und als Kampfansage gegen Englands Mandatshruch zu werten. Er schloß mit den Worten: Ich werde kämpfen für die Eroberung der von Theodor Herzl geschaffenen Organisation. In einem Gespräch mit den Journalisten J. Klinnoff feilte Lichtheim mit, er sei nicht zur Konferenz gekommen, weil er die Konflikte durch seine Anwesenheit nicht verschärfen wollte. Er würde in der Union nur unter den folgenden Bedingungen weiter arbeiten können: 1. wenn die Beschlüsse von Calais ahgesehafft werden; 2. leere politische Demonstrationen vermieden werden; 3. die Anarchie innerhalb der revisionistischen Gruppe Palästinas beseitigt wird. Das neue Budget in Höhe von rund CvOOO Pfund wurde sichergestellt. Die neue Exekutive dürfte Anfang 1933 nach Genf übersiedeln. Aus der jüdischen Welt Zusammenbruch der judenfeindiichen Verleumdungen in Sensburg Berlin, 1. September. (JTA.) Die schweren Ausschreitungen von Nationalsozialisten gegen jüdische Geschäftsleute in Sensburg (Ostpreußen) bildeten den Auftakt zu all den vielen Gewalttaten, die dann in den nachfolgenden Tagen und Wochen begangen wurden. Am 25. und 26. August fand die Verhandlung gegen die Attentäter vor dem Sondergericht Lyck statt. Von den zwölf Angeklagten wurde der Angeklagte Wieczorrek freigesprochen. Die übrigen in dem Landfriedensbruchprozeß Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen. Die Verhandlung ergab in keinem Punkte Unterlagen für die schmählichen Verdächtigungen, die neben anderen insbesondere Prinz August Wilhelm gegen die Sensburger Juden erhoben hatte. Politisches Gift Berlin, 2. September. (JTA.) Aus Bad Homburg wird gemeldet: Vor dem Hause eines Viehhändlers und auf den Treppen des Hauses in Bad Homburg war vergangene Nacht Gift gestreut worden. Als das Dienstmädchen morgens das gestreute Pulver zusammenkehrte, erlitt es einen Ohnmachtsanfall und mußte in das Krankenhaus gebracht werden, wo eine Störung der Atmungsorgane festgestellt wurde. Vor einiger Zeit war die gleiche Giftmasse vor der Synagoge gefunden worden. Damals war das Gift infolge des in der Nacht gefallenen Regens unschädlich geworden. Hungertyphus in den Warschauer jüdischen Wohnvierteln Warschau, 31. August. (JTA.) In einigen hauptsächlich von Juden bewohnten ärmeren Stadtvierteln Warschaus ist als Folge der wirtschaftlichen Not Hungertyphus ausgebrochen. Es sind täglich mehrere Todesfälle zu verzeichnen. Dr. Mayer Ebner 60 Jahre Czernowitz, 31. August. (JTA.) Am 18. September vollendet der bekannte jüdische Politiker und Publizist Dr. Mayer Ebner, früherer Senator und jetziger Deputierter der rumänischen Kammer, sein 60. Lebensjahr. Dr. Mayer Ebner ist seit Jahrzehnten Führer der Bukowinaer Zionisten und wurde in der Nachkriegszeit einer der Führer der Judenheit Groß-Rumäniens. Dr. Ebner, ein angesehener Czernowitzer Advokat, ist Herausgeber der dreimal wöchentlich in deutscher Sprache erscheinenden „Ostjüdischen Zeitung“, die nach dem allgemeinen Urteil sehr viel zur Erweckung des Selbstbewußtseins der jüdischen Massen beigetragen und in der ganzen Welt Verbreitung gefunden hat. Der zionistischen Bewegung schloß sich Ebner seit dem Auftreten Herzls an und ist seither einer ihrer eifrigsten Propagandisten. Er nahm schon an dem ersten Zionistenkongreß in Basel sowie an fast allen späteren Zionistenkongressen als Delegierter teil und gehörte während verschiedener Perioden dem A.C. an. Personalia Am 10. September 1932 feiert Herr Heinrich Frankel, hier, seinen siebzigsten Geburtstag. Heinrich Fränkel, der einer der ältesten und angesehensten jüdischen Familien Münchens angehört, ist der Seniorchef der von dem Großvater des Jubilars gegründeten, seit über hundert Jahren hier bestehenden Wollgroßhandlung in Firma A. Fränkel. Als weitblickender Kaufmann genießt er im Kreise seiner Berufsgenossen großes Ansehen. Seit vielen Jahren ist er als Handelsrichter bestellt. — Vor allem aber ist Heinrich Fränkel, getreu der Tradition seiner Familie, ein stets opferbereites Mitglied der jüdischen Gemeinde und des Vereins Ohel Jacob, in deren Verwaltung die Familie Fränkel seit vielen Jahrzehnten führend tätig ist. Wenn Heinrich Fränkel selbst entsprechend der in seinem Wesen begründeten Zurückhaltung sich der Übernahme gemeindlicher Ämter auch stets entzogen hat, so war es doch wesentlich mit das Verdienst dieses treuen Verwalters in Geschäft und Haus, daß sein Bruder und Teilhaber, der verewigte Kommerzienrat Sigmund Fränkel, einen so großen Teil seiner Kraft und Zeit den öffentlichen Angelegenheiten widmen konnte. — Wir wünschen, daß dem allverehrten Manne noch viele Jahre der Gesundheit und ungeschwächten Arbeitskraft vergönnt sein mögen. Gemeinden- und Vereins-Echo Hebräische Sprachkurse München Das Lehrjahr der hebräischen Sprachkurse München beginnt, nicht wie bisher am 15. November, sondern am 1. September und teilt sich in zwei Semester. Das erste (Wintersemester) beginnt am 1. September und dauert bis zum 31. Januar (fünf Monate), das zweite (Sommersemester) dauert vom 1. Februar bis zum Beginn der Sommerferien (sechs Monate). Das Schulgeld wird monatlich entrichtet und zwar zahlen die Teilnehmer der Kurse nur für zehn Monate im Jahr; für Juli (Lehrmonat) und August (Ferienmonat) ist kein Schulgeld zu entrichten. Das Honorar hat sich im Gesamtbetrag nicht geändert und setzt sich wie folgt zusammen: Grundkurse: Wöchentlich einmal 1 Unterrichtsstunde kostet: RM. 30.— pro Jahr RM. 15.— pro Semester RM. 3.— pro Monat Wöchentlich lK Unterrichtsstunden kosten: RM. 40.— pro Jahr RM. 20.— pro Semester RM. 4.— pro Monat Wöchentlich zweimal je 1 Unterrichtsstunde: RM. 50.— pro Jahr RM. 25.— pro Semester RM. 5.— pro Monat

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