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Das jüdische Echo · 1932-08-05 · 32 (5.8.1932) · p. Seite 258

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
32 (5.8.1932)
Date
1932-08-05
Page
Seite 258 (sequence 6)
Language
German
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258 Das Jüdische Echo Nr. 32 der Nationalsozialisten und zur Judenfrage in Deutschland durch Beantwortung einiger konkreter Fragen zu präzisieren. Die den Parteien vorgelegten Fragen lauteten: 1. Wie stellt sich ihre Arbeit zu der von der NSDAP betriebenen antisemitischen Propaganda und der Forderung nach a) Stellung der deutschen Juden unter Fremdenrecht, b) Beschlagnahme des Vermögens der in Deutschland eingewanderten Auslandsjuden? — 2. Was wird die Stellung ihrer Partei sein, wenn eine nationalsozialistische Regierung im Reich oder in den Ländern daran gehen sollte, die oben bezeichneten Programmpunkte in die Wirklichkeit umzusetzen? — 3. Wie ist im allgemeinen die Stellung ihrer Partei zu jüdischen Fragen in Deutschland? Auf diese Fragen antwortete die Sozialdemokratische Partei Deutschlands: „Die Stellung der Sozialdemokratischen Partei zur Rassenfrage und besonders zu der Gleichberechtigung der Juden als Staatsbürger dürfte in aller Welt und in aller Öffentlichkeit bekannt sein. Hs ist selbstverständlich, daß wir nicht im geringsten auch nur die Ansichten der Nationalsozialistischen Partei in dieser Frage teilen. Ihre Frage, was die Partei zu tun gedenkt, wenn eine nationalsozialistische Regierung im Reiche daran gehen sollte, ihre Programmpunkte gegen die Juden in Wirklichkeit umzusetzen, ist wohl nicht zu beantworten; was wir in einem solchen Falle tun werden, läßt sich im voraus nicht bestimmen.“ Die Antwort des Zentrums lautete: „Seit seinem Bestehen, also seit über 60 Jahren, hat das Zentrum stets die Gleichberechtigung der Staatsangehörigen jüdischen Glaubens anerkannt und ist für deren Gleichstellung mit den übrigen Staatsangehörigen eingetreten. An dieser Auffassung hat sich nichts geändert und wird sich nichts ändern. Auf Grund der aus unserer christlichen Weltanschauung erwachsenen Gesinnung treten wir den Beschimpfungen der deutschen Juden, der Verleumdung ihrer Religion und den Angriffen auf ihre staatsbürgerliche Gleichberechtigung entgegen. Die Jüdische Weltkonferenz wird am 14. August in Genf eröffnet Berlin, 1. August. (JTA.) Als Tagungsort der auf Initiative des American Jewish Congress einberufenen jüdischen Weltkonferenz wurde endgültig Genf bestimmt. Dem Wunsch vieler Delegierter entsprechend wurde in letzter Zeit Zürich als Konferenzort in Betracht gezogen, es hat sich jedoch aus verschiedenen Gründen als wünschenswert und notwendig erwiesen, die Konferenz — wie ursprünglich beabsichtigt — nach Genf einzuberufen. Die erste Sitzung der Konferenz wird am 14. August, nachmittags 3 Uhr, in der Maison de Faubourg eröffnet. Die Tagesordnung der Jüdischen Weltkonferenz umfaßt drei Punkte: 1. Berichte und Erörterung der Lage des jüdischen Volkes in den verschiedenen Ländern und Diskussion über zu ergreifende Maßnahmen zur Sicherung der jüdischen Rechte und Positionen. Für die wichtigsten Länder: Nordamerika, Rumänien, Deutschland, Sowjetrußland und Palästina werden Spezialreferenten über die Lage berichten; für die übrigen Länder werden die jeweiligen Delegationen die Referenten bestimmen. 2. Referat und Diskussion über die von Professor Guido Tedeschi angeregte internationale Konvention zur Diffamierung des Antisemitismus. 3. Frage der eventuellen Einberufung und Vorbereitung des jüdischen Weltkongresses. Das Reterat wird Dr. Stephen S. Wise, der Ehrenpräsident des American Jewish Congress, halten. Zwei Makkabim Meister von Österreich Berlin, 28. Juli. (JTA.) Bei den kürzlich ausgetragenen Leichtathletik-Meisterschaften gewann der Makkabiah-Sieger Deutscher (Hakoah Wien) die 800-m-Meisterschaft in 2.00.6 Min. Der Langstreckenläufer Blödy verteidigte erfolgreich seinen Meistertitel über 1500 m in der guten Zeit von 4.10. Professor Dr. Moritz Sobernheim 60 Jahre Berlin, 29. Juli. (JTA.) Am 13. August 1932 vollendet Herr Legationsrat Professor Dr. Moritz Sobernheim sein 60. Lebensjahr. Damit vollendet sich eine Etappe in einem dem Judentum und der Wissenschaft geweihten Leben. Professor Sobernheim ist seit 1924 Präsident des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, der 1872 konstituiert wurde. Als Präsident der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hat sich Professor Soberheim große Verdienste um die Wissenschaft des Judentums und um die jüdisch-wissenschaftliche Publikation erworben. Professor Sobernheim ist Vorstandmitglied des Kolonisationsvereins „ESRA“ und Präsidiumsmitglied des Deutschen Komitees Pro Palätina, dem bekanntlich neben Graf Bernsdorff als Vorsitzenden eine große Reihe hervorragender deutscher Diplomaten und politischer Führer angehören. Er ist auch Mitbegründer und Vorsitzender der Religiösen Mittelpartei für Frieden und Freiheit in der Gemeinde, die durch ihre Vertreter in der Berliner jüdischen Gemeinde und in anderen Großgemeinden, sowie im Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden einen zwischen den extremen Parteien vermittelnden Standpunkt einnimmt und der unter Führung ihres Präsidenten viel zum Ausgleich der Gegensätze und zur Ermöglichung friedlicher aufbauender Arbeit beigetragen hat. Es gibt fast keine jüdische Partei oder Gruppe in Deutschland, die nicht durch Professor Sobernheim entscheidend gefördert worden ist. Christliche Konkurrenten sprengen das Haus eines jüdischen Kaufmanns in die Luft Warschau, 28. Juli. (JTA.) Aus Posen wird berichtet: Im Dorfe Kraschewitz hatte ein jüdischer Kaufmann vor einiger Zeit mit dem Bau eines Hauses, in dem auch ein Laden eröffnet werden sollte, begonnen. Der fast fertig gestellte Bau wurde vor einigen Tagen durch eine Dynamitsprengung so schwer beschädigt, daß er einzustürzen droht. Die Polizei hat vier christliche Krämer des Ortes unter dem Verdacht verhaftet, den Anschlag aus Konkurrenzgründen verübt zu haben. Die Siedler des Emek fordern Masseneinwanderung neuer Chaluzim Jerusalem, 31. Juli. (JTA.) In Nahallal fand eine Massenversammlung der jüdischen Siedler des Emek Jezreel statt, um zu den auf der Tagesordnung der Aktions-Komitee-Sitzung in London stehenden Problemen Stellung zu nehmen. An das Aktions-Komitee wurde ein Telegramm gerichtet,

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