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Das jüdische Echo · 1932-07-22 · 30 (22.7.1932) · p. Seite 242

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
30 (22.7.1932)
Date
1932-07-22
Page
Seite 242 (sequence 6)
Language
German
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242 Nr. 30 Das Jüdische Echo möge, seine Tatkraft und Erfahrung auch jüdischen Angelegenheiten zu widmen. Ihren 60. Geburtstag beging ebenfalls in der letzten Woche Frau Cornelie F r ä n k e 1, München. Frau Fränkel gehört dem leitenden Ausschuß des jüdischen Wohlfahrtsamtes, außerdem dem jüdischen Frauenverein an. Seit Jahren tritt sie mit großer Hingebung für die Armen ein und kümmert sich mit Liebe und Verständnis um ihre Schützlinge. Es ist besonders hervorzuheben, daß die Schaffung des Postens der Gemeindeschwester, die nun schon einige Jahre viel Gutes unter den Armen und Kranken der Gemeinde wirkt, auf Anregung von Frau Fränkel zustande karm Wir wünschen der Jubilarin noch recht viele Jahre froher Schaffenskraft zur Mithilfe, die Not der heutigen schweren Zeit zu lindern. Gemeinden- und Vereins-Echo Jungzionistischer Arbeitskreis München Am 6. Juli 1932 sprach Herr Dr. Ludwig Mayer ans Augsburg als Gast im jungzionistischen Arbeitskreis über Entwicklungstendenzen der Assimilation. Der Referent gab zunächst eine Darstellung der Assimilationsphasen, die das jüdische Volk oder Teile desselben durchgemacht haben. Angefangen von dem griechischen Einfluß zur Zeit Philos über die Epoche der spanischen Assimilation, die mit der Vertreibung der Juden aus Spanien ein Ende fand, zur dritten und größten Epoche, in deren Mitte wir selber noch stehen. Sie nahm ihren Anfang in der Zeit der Aufklärung und mit den Ideen von 1789. Unter Heranziehung von Ruppins Buch: Die Juden der Gegenwart zeigte Herr Dr. Mayer das verschiedene Stadium der Assimilation, wie es unter den einzelnen Schichten der Juden hervortritt. Als entschiedener Mangel wurde es hier empfunden, daß mit keinem Wort auf Ruppins neues Werk: Soziologie der Juden (1931) eingegangen wurde, in dessen 2. Bande eine eingehende Schilderung der Assimilation ihre geistige und soziologische Begründung gegeben wird. Die Assimilation, die für uns Juden am stärksten zu beachten ist, die rote Assimilation sollte an diesem Abend diskutiert werden. Der Referent gab einen kurzen Auszug aus der Marx’schen Schrift zur Judenfrage (1844), weil Otto Hellers Buch: Der Untergang des Judentums an diese Ideen anknüpft. Es wurde der Inhalt des HelleFschen Buches wiedergegeben, das im Effekt eine reine Sowjetpropaganda darstellt. In den russisch-jüdischen Kolonisationszentren wird heute eine ganz bewußte Assimilation getrieben; die jüdischen Probleme sollen immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden und den Untergang des Judentums herbeiführen. Herr Dr. Mayer schloß damit, daß der Todfeind des Zionismus der Kommunismus sei, weil er eine Auflösung des Judentums anstrebe, während der Zionismus doch eine Neubelebung des jüdischen Volkstums anstrebe. Ein wirklicher Zionist könne darum niemals auch Kommunist sein. In der Diskussion hob Herr Fritz Rosenthal hervor, daß nicht geleugnet werden könne, daß auch in den zionistischen Reihen der Kommunismus eine beachtliche Anhängerschaft habe. Er selbst lehne jedoch jeden sogen. Bindestrich-Zionismus ab, und erkenne nur den reinen, von HerzI ausgehenden Zionismus an. Es folgte nun eine nicht gerade erfreuliche Debatte, in der viele Redner zwar mit großer Leidenschaftlichkeit, aber weniger Geschick ihren jeweiligen Parteistandpunkt vertraten und im Grunde nur aneinander vorbeiredeten. Der Referent versuchte in einem Schlußwort, die Debatte noch einmal auf den Blickpunkt seines Referats abzustimmen und die Notwendigkeit einer reinen zionistischen Bewegung aufzuzeigen. a. h. In der Ziehung der K.K.L.-Wertlotterie am 10. Juli fiel der erste Haupttreffer auf Los Nr. 1059, der zweite auf Nr. 307, der dritte auf Nr. 1069, der vierte auf Nr. 749, der fünfte auf Nr. 596 und der sechste auf Nr. 1145. Die übrigen Gewinne können aus der Ziehungsliste ersehen werden, die im Büro des Jüdischen Nationalfonds, Herzog-Rudolf-Straße 1, sowie in den bereits mehrfach veröffentlichten Vorverkaufsstellen aufliegen. Die Gewinne wollen bitte bis spätestens 1. August werktägig von 3—6 Uhr im Büro abgeholt werden, da sie sonst verfallen. Wir wünschen den glücklichen Gewinnern viel Vergnügen an ihren Preisen und möchten nicht verfehlen, auf diesem Wege allen denjenigen, die unsere Lotterie durch Gaben oder durch Loskauf unterstützt haben, nochmals unseren herzlichsten Dank auszusprechen. Jüdischer Nationalfonds München. Wochenprogramm der V.J.St. „Jordania“ Montag, den 25. Juli, 20.30 Uhr: Kurs. Mittwoch, den 27. Juli, 20.30 Uhr: Schlußkonvent. Donnerstag, den 28. Juli, 19 Uhr: Sport. XXIV. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Die Wahl der Delegierten zu dem am 11. und 12. September in Frankfurt a. Main stattfindenden Delegiertentag erfolgt in München am Mittwoch, den 31. August, abends von 6 bis 9 Uhr, im Büro der Zionistischen Ortsgruppe, Herzog-Rudolf-Straße L Die Wahl erfolgt nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Wahlvorschläge müssen bis einschließlich Mittwoch, den 23. August, im Büro der Zionistischen Ortsgruppe eingereicht werden und haben die Unterschriften von mindestens zehn wahlberechtigten Mitgliedern der Zionistischen Ortsgruppe zu tragen. Die Wahlkommission. Keren Kajemeth Lejisrael Jüdischer NationalVonds Postscheck-Konto München 10442, Nürnberg 24565, Fernsprecher München 29 74 49, Nürnberg 219 12 Zentrale für Deutschland, Berlin W 15 Meinekestraße 10 Münchener Spendenausweis Nr. 32 vom 21. Juni bis 19. Juli 1932 Spendenbuch : Hugo Droller anläßl. seines Universitätspreises 10.—, Fa. Max Bogopolsky anläßlich der Geschäftseröffnung 10.—. Allgemeine Spenden: Elieser Schindler u. Frau gratulieren ihrem Schwager u. Bruder Max Hojda zum Doktor 2.—■, Thoraspende von Herrn Zitronenbaum, Essen 2,—, lda Sturm dankt Theodor Harburger 1.—, Jetty Blau, gewonnene Wette 5.—, Erlös aus dem Verkauf von Tozereth Haarez 3.50 13.50. Büchsen, geleert durch Raphael Grünbaum: (JPD.) Frau Bekes 1.80, M. Vogelsinger 1.—, B. Diamand 1.52, Frau R. Kalter 1.34, 2 Bü. unter 1.— 1.02 6.68. Geleert durch N. N. : Fritz Feuchtwanger 2.54, Dr. M. Siegel 1.50, Adolf Pilpel 3.04, Dr. S.

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