Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 15 (8.4.1932)
- Date
- 1932-04-08
- Page
- Seite 125 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 15 Das Jüdische Echo 125 Aus dem Münchener Bar-Kochba Ein Bombensieg der Handballer! Bar Kochba schlägt 1860 9:2 (4:1)!! Am vergangenen Sonntag begann der Kampf um die Frühjahrsmeislerschaft im Handball. Der Start zu diesen Spielen war vielversprechend. Die zwar nicht zahlreich erschienen Zuschauer kamen voll auf ihre Rechnung, denn der Bar Kochba lieferte ein schönes Spiel und der Sieg erbrachten den Beweis, daß die B.K.-Mannschaft nient nur das Zeug in sich hat, jedem Gegner einen hartnäckigen Widerstand zu bereiten, sondern auch niederzunngen. Wenn auch der Kampf zeitweise hart geführt wurde, so ließ man sich nicht düpieren, sondern revanchierte sich mit denselben Mitteln. In anerkennenswerter Weise bot der Ehrenspielführer der Mannschaft, Joseph Orljansky, ein Bild wahrhaften Mannschaftsgeistes, als er eine dringende Reise aufschob, um seine Spielkameraden nicht im Stiche zu lassen. Das Wettspiel sah zunächst B.K. leicht überlegen, doch konnten die Stürmer die Chancen, welche herausgearbeitet wurden, nicht ausnützen. Erst gegen Mitte der 1. Halbzeit konnte Goldmann den Bann brechen und den Torreigen eröffnen. Doch lange durfte man sich des Führungstreffers nicht erfreuen, vom Anwurf weg konnten die 1860er die Partie wieder remis stellen. Immer mehr kamen aber schließlich die Blau-Weißen auf und drängten den Gegner über die Mittellinie. Nach der Halbzeit versuchten die 60er aufzuholen, doch sämtliche Angriffe scheiterten an der diesmal glänzend disponierten Hintermannschaft, oder der Ball wurde eine Beute des Tormannes. Bar Kochba drückte immer mehr auf das Tempo und erhöhte bereits auf 7:1, als durch einen Strafwurf die Gegner zum 2. Torerfolg kamen. Kurz vor Schluß gelang es dem B.K.-Sturm noch zwei schöne Kombinationstreffer zu erzielen und mit dem Endpfiff war seit Bestehen einer Handballmannschaft im Bar Kochba der erste, aber weit über München hinaus beachtete Sieg gegen 1860 errungen. Die Torerfolge erzielten Goldmann (4), Schuster (3), Goldstern (1) und Schapira (1). — Die mit großem Elan kämpfende Handballelf des Bar Kochba kann auf diesen Sieg, den sie für sich und die jüdischen Farben erfocht, stolz sein. Das Gefühl, die „Löwen“, wie die 1860er in Sportkreisen genannt werden, mit einer überraschend hohen, aber dem Spielverlauf durchaus gerecht gewordenen „Packung“ nach Hause geschickt zu haben, darf nicht zum Übermut werden. Es gibt noch viele und schwere Spiele. Also viel Mut und Glück! L. F. Leichtathletik. Das Training findet vorläufig für Damen und Herren noch in der Halle des Sportvereins Sendling, Plinganserstraße, statt. Wir bitten alle Aktiven, unbedingt daran teilzunehmen, zumal die nächsten Wochen schon die ersten leichtathletischen Wettkämpfe bringen. Bar Kochbaner! Bereitet euch jetzt schon für den 3. Juni vor, dem Groß-Kampftag: G r ü n w a 1 d - Mü nchen! Besorgt euch jetzt schon die weiße Hose, mit blauen Bändern umrandet, weißes, ärmelloses Trikot, mit Mogen-Dovid auf der Brust. Bringt zum nächsten Training Freunde und Bekannte mit. Der voriges Jahr erstmals errungene Wanderpokal muß in unseren Händen bleiben. Die Leitung. H a n d b a 1 1. Morgen vormittag findet das Wettspiel um die Frübjahrsmeisterschaft gegen Sportverein Jahn statt. Die Mannschaft: Kornhauser Orljansky Spielmann Jericho Fleischer Schapira Eisenmann Schuster Goldstern Goldmann Felix trifft sich punkt 10 Uhr auf dem Sportplatz an der Sähenerstraße. Dreß: dunkelblaue Hose, Handballyersey. Der Spielführer. Verband Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit, Ortsgruppe Nürnberg Am 17. März hielt Frau Anna Nu ß b a u m in der hiesigen Ortsgruppe des Verbandes Jüdischer Frauen für Palästinaarbeit ein hochinteressantes Referat über das Buch von Prof. Dr. Th. Lessing: „Der jüdische Selbsthaß.“4 Die Rednerin gibt zuerst eine klare Definition über Selbsthaß im allgemeinen und über den jüdischen Selbsthaß im besonderen, der dadurch entstehen kann, daß Menschen den Haß, den die Nichtjuden gegen uns hegen, als berechtigt anerkennen und all die Schuld, die ungerechterweise auf uns geworfen wird, in der Art und im Wesen der Juden gerechtfertigt finden und sich furchtbar unglücklich in dieser Gemeinschaft fühlen, diese Gemeinschaft verachten, aus ihr herausstreben, sei es durch Glaubenswechsel oder durch Selbstvernichtung. In sechs Typen weist Lessing das nach, allerdings kommt es auch vor, daß einzelne am Ende ihres Lebens, wie früher Heine, jetzt Maximilian Harden, den Weg zurückfinden. Andere hingegen, wie Otto W e in i n g e r , Paul Reh und Arthur T r e b i s c h enden durch Selbstmord. In der sehr lebhaften Diskussion wurde die Frage gestellt, ob diese Erscheinungen, die Lessing als Selbsthaß bezeichnet, nicht ein Ausfluß von Minderwertigkeitskomplexen seien, d. h. also, ob die psychologische Deutung Lessings oder diejenigen Freuds die richtige sei. Die Teilnehmer dankten der Rednerin durch lebhaften Beifall. Keren Kajemeth Lejisrael jüdischer Netlonairends Postscheck-Konto München 10442, Nürnberg 24 565, Fernsprecher München 29 74 49, Nürnberg 21912 Zentrale für Deutschland, Berlin W 15 Meinekestraße 10 Der Münchener Spendenausweis kann wegen Platzmangel erst in der nächsten Nummer gebracht werden. Spendenausweis des Nürnberger Büros vom 1. April 1932 Spendenbuch. Frau Rosa Strauß anläßlich des Hinscheidens ihres Gatten 10.—; Frau Konsul Reizenstein anläßlich des Hinscheidens ihres Gatten 10.—; Herr und Frau A. Weinstock anläßlich ihres Einzugs 10.—; Hochzeit Saadler-Lehmann 10.—. Puri m s p e n d e n. Teilabrechnung durch Martin Wollner: Dr. Heußinger, A. Braun je 5.—, A. Kaffee-Konditorei Feldherrnha Ile Inhaber: ADOLF ZI V!ME3, früherer langjähriger Direktor Hotel Excelsior Fernruf 91447 Wiener Kaff38 und nur erstklassige Getränke Feinste eigene Konditoreierzeugnisse mit garantiert reiner Butter