Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 13 (25.3.1932)
- Date
- 1932-03-25
- Page
- Seite 109 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 109 Samstag, den 9. April, abends 9 Uhr, Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Eugen Doernberger: „Leben und Sterben der Völker.“. In Anbetracht dieser sehr interessanten Themen bitten wir unsere Mitglieder und Freunde, sich diese Abende für den Jüdischen Kulturverein zu reservieren. Gäste herzlich willkommen. Jüdischer Jugendverein Donnerstagabende. Lessingsaal. Beginn 20.30 Uhr. 31. März: Vortrag von Rabb. Dr. Ehrentreu : „Die zerstreuten Glieder des jüdischen Volkes.“ Zionistische Ortsgruppe, Nürnberg-Fürth Am Donnerstag, dem 10. März, hatte der Jung- Zionistische Kreis anläßlich des 30jährigen Jubiläums des Keren Kajemeth zu einem Lichtbildervortrag des Herrn Dr. Ernst Mechner (Berlin), über das Thema: „Der Kampf um den Boden“ eingeladen. Der Redner schilderte überaus fesselnd die Geschichte des Keren Kajemeth seit 30 Jahren und die Möglichkeiten seines weiteren Ausbaus. Die gezeigten Lichtbilder waren recht interessant und die von Herrn Dr. Mechner dazu gegebenen Erläuterungen umfassend und instruktiv. Die Versammlung war von Jugendlichen aller Bünde zahlreich besucht. — Zum Schlüsse fand noch eine Besprechung im Führerkreise statt, während welcher der Redner die Jugend aller Bünde zu verstärkter Arbeit für den KKL aufrief. Im Hause von Herrn und Frau (Dr. D'ankwerth vereinigte sich am Freitag abend der durch die Damen der WIZO erweiterte Kreis der engeren Keren-Kajemeth-Arbeiter zu einer anläßlich der Anwesenheit Dr. Mechners veranstalteten Freitag-Abend-Feier. Die Zionistische Ortsgruppe, Nürnberg Fürth, veranstaltete am Samstag, dem 12. März, im Saale des Cafe Central einen Hebräischen Abend. Zur Vorführung kamen Chöre, Rezitationen, Tänze und Musikstücke, die im wesentlichen von Mitgliedern des Brith Haolim bestritten wurden. Besonders hervorgehoben zu werdet verdient ein von Fräulein Liesel W i 1 h e r m s d ö r f e r und Herrn Josef Schuksteleliski einstudierter Sprech- und Bewegungschor, Mul bajeschimon (gegenüber der Wüste), der ausgezeichnet gefiel. Die Songs wurden von Fräulein Wilhermsdörfer selbst vertont. Auf Grund einer Ansprache des Herrn Schuksteliski, die von Herrn Dr. M. N u ß b a u m ins Deutsche übertragen wurde, schlossen sich eine Reihe der Anwesenden dem Brith Iwrith Olamith durch Zeichnung des „Selab“ an. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und gab ein lebendiges Bild vom Stand der hebräischen Arbeit in Nürm berg. Buchen (Baden): Es war ein dankenswertes und lohnendes Unternehmen von Herrn Lehrer Willi Wertheimer in Buchen, als er in Fortsetzung und Ergänzung seines unlängst mit Erfolg gehaltenen Lichtbildvortrags über das biblische Palästina einen Film über das neuzeitliche Heilige Land, „Frühling in P a 1 ä s t i n a“, öffentlich vor einem stattlichen Publikum, unter dem sich auch Vertreter der Behörden, der Lehrerschaft u. v. a. befanden, zur Aufführung gelangen ließ. Unter der Regie von J. Gal. Eser und der Bearbeitung von W1. Prager, Dr. E. Mechner und M. Kolpe ist hier ein erstrangiger Lehr- und Aufklärungsfilm entstanden, der, mag auch manches seit den vier Jahren seiner Entstehung im Jahre 1928 heute überflügelt sein, ein geschlossenes und orientierendes Bild über den Aufbau der jüdischen Heimstätte bringt. Man fühlte die 100 Prozent Begeisterung und eiserne Schaffenskraft, die Liebe und Entsagung, den zähen Aufbauwillen und die Opferbereitschaft, die diese Juden, ob alt, ob jung beseelen, die aus aller Herren Länder sich hier zusammengefunden haben, von dem gleichen Ideal getrieben, von dem Keren Kajemeth und dem Keren Hajessod betreut und geleitet. Man kostet mit diesen Menschen Mühe, Not und Erfolg, giftige Sumpfgegenden zu fruchtbaren, wirtlichen Landstrichen zu roden, Straßen zu bauen, eine moderne Industrie und mächtig aufstrebenden Welthandel ins Leben zu rufen, ohne durch die Technisierung altehrwürdige, wohlerhaltene Kultstätten landschaftlich ihres geschichtlichen Wertes und ihrer Eigenart zu berauben. Wunderschön und aufschlußreich ist die Reise des Jordan aufwärts: von Deganiah bis Metullah über das Zukunftsweltbad T i b e r i a s mit seinen heißen Schwefelquellen, über werdende und bereits blühende und reiche Kolonien ,wie Chedera, zur blühenden Welthafenstadt Haifa. Eindringlich und wirkungsvoll wird so durch den Film der mühevolle Beginn und der endliche Erfolg einer zielstrebigen Siedlungstätigkeit, wie er in Städten wie T e 1 - A w i w und Jaffa seine Krönung gefunden hat, nahegebracht. Jüdisches Volkstum durchdringt Verwaltung, Schulen, Presse und Bühne, und Sitten der Väter feiern ihre Auferstehung in Volksfesten, an Purim und dem Ole-Regeifest (alte Pilgergänge), namentlich bei den Bucharen. Und viel, sehr viel Jugend zeigt sich überall. Ist sie nicht gleichsam das Symbol unerschütterlicher Kraft und Hoffnung für ein Werk, das, wie bisher, weiter gedeihen wird? Der Film birgt unverkennbar und erklärlicher Weise zionistische Tendenz, aber in solch taktvoller Art und bescheidener Zurückhaltung, daß ihn Jedermann mit Bewunderung und Ehrfurcht als unübertriebene und getreue Buchung einer erfolgreichen und weiterhin erfolgversprechenden Kolonisationstätigkeit genießt. Man wünschte nur, daß an Stelle dieses allzu sehr anonym und entpersönlicht erfaßten Siedlertums die Tätigkeit der Kolonisten mit dem Schicksal einiger „Helden“ verflochten, und so wirkungsvoller und weniger zerrissen aufgezeigt würde. Aber trotz allem es ist ein Volksfilm und der beste Beweis für die von judenfeindlicher Seite immer wieder angezweifelte Fähigkeit des Juden auf landwirtschaftlichem Gebiet. Er wurde nicht nur auch wie in Buchen vor aller Öffentlichkeit in Hardheim, sondern auch in der landwirtschaftlichen Kreiswinterschule Buchen mit viel Beifall gezeigt. Dafür aber dem Initiator und Protektor der Veranstaltung, Herrn Lehrer Wert heim er herzlichen Dank und viel Erfolg für sein weiteres reichhaltiges Zukunftsprogramm! E. Kaufmann, Hainstadt. Kaffee-Konditorei Feldherrnhalle Inhaber: ADOLF ZIVIME3, früherer langjähriger Direktor Hotel Excelsior Fernruf 91447 Wiener Kaffee und nur erstklassige fietränke Feinste eigene Konditoreierzeugnisse mit garantiert reiner Butter!