Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 11 (11.3.1932)
- Date
- 1932-03-11
- Page
- Seite 93 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Das Jüdische Echo 93 zu spät anfangen), beschlossen Geschwister Neuw i r l h mit einem Klavierstück für vier Hände. R. L. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München Samstag, den 12. März, abends 9 Uhr, Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Slraße 1. Anläßlich des 50jährigen Jubiläums des jüdischen Dichters und bedeutenden Dramaturgen Perez Hirschbein Clubabend: Referat und Rezitationen Joseph Löwy. Samstag, den 26. März, 9 Uhr abends, Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Slraße 1. Purimabend unter Mitwirkung namhafter Kräfte. Samstag, den 2. April, 9 Uhr abends, Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1. Lichtbildervortrag Theo Harburger. Samstag, den 9. April, 9 Uhr abends, Lessingsaal, 1 lerzog-Rudolf-Straße L Herr Geh. Sanitälsrat Dr. Doernberger: Leben und Sterben der Völker. Wir bitten unsere Mitglieder und Freunde in Anbetracht dieser sehr interessanten Themen, sich diese Abende für den Kulturverein zu reservieren. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München Am Samstag, den 27. II., sprach Kapellmeister Jos. Ziegler über „Betrachtungen in der jüdischen Musik“. Während uns die Schriften unserer Vorfahren überliefert wurden, sind die Melodien und Motive, von deren Existenz diese Schriften berichten, in Ermangelung einer Notenschrift verloren gegangen. Alle diesbezüglichen Forschungen waren ergebnislos. Die Art des Sprechgesangs allein, wie er auch heule noch zum Teil im Gottesdienst Anwendung findet, kann als Abbild eines kleinen Teils des ehemals zweifellos vorhanden gewesenen reichen musikalischen Gestaltens gellen. Der Vortragende gab in einem geschichtlichen Überblick alle Anhaltspunkte, die zur Schaffung und Erkennung des Begriffes einer jüdischen Musik förderlich sein könnten. Wenn man auch, wie der Vortragende resümierte, nicht imstande ist, von einer existierenden jüdischen Musik im Sinne einer deutschen, italienischen usw. zu sprechen, so bezeugt das, durch das gesteigerte jüdische Volksempfinden unserer Tage geförderte Forschen und Verlangen nach einer solchen, seine Existenznotwendigkeit. Unsere Nation birgt Ströme schaffender Kraft, doch fehlt die Resonanz, um sie tönen zu lassen. Wird sich das jüdische Volk seinen Komponisten stützend zur Seile stellen, so wird hohe jüdische Musik erstehen, würdig dem jüdischen Genius, dem es bisher nicht vergönnt war, seine ganze Kraft dem angestammten Volk zu widmen. D. G. Verein für jüdische Museen in Bayern E.V. Die ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins findet am Mittwoch, 16. März, abends 8 Uhr pünktlich in der Wohnung des Herrn Dr. Heinrich Feuchtwanger, München, Steinsdorfstr. 21/11, stall. Die satzungsgemäße Einladung erfolgte in Nr. 5 der „Gemeindezeitung“. Die Tagesordnung sieht vor: 1. Bericht des Vorstandes, 2. Kassenbericht, 3. Wahlen, 4. Verschiedenes. Im Anschluß hieran spricht Herr Professor Dr. Georg Li 11, Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege über „Tendenzen der jüdischen Kunst in Deutschland“. Nach diesen Ausführungen wird Herr Dr. F e u c h t w a n g e r seine Sammlung jüdischer Kunslgegcnslände vorführen. Gäste sind bei dieser Veranstaltung sehr willkommen! Sozialistischer Arbeitskreis Am Donnerstag, dem 8. März, sprach Ali F r ö h - I ich über den Chartismus und die industrielle Umwälzung in England. Am Donnerstag, dem 17. März, abends 8.30 Uhr, wird im Jugendheim Ali Fröhlich über: Kapital und Mehrwert, 1. Teil a) Die Verwandlung von Geld in Kapital, b) die Produktion des Mehrwerts sprechen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Wizo Nürnberg Am 10. Februar 1932 hielt in der hiesigen Ortsgruppe des Verbandes jüdischer Frauen für Palästina Arbeit Frau Hill mann einen fein durcligearbeiteten Vortrag über: „I),ie arbeitende Frau in Palästina.“ Unter Zugrundelegung des Buches von Ada Fisclimann schilderte die Rednerin in umfassender Weise den Kampf der eingewanderten jüdischen Frau seit 25 Jahren und das Recht auf produktive Arbeit beim Aufbau des Landes. Diese europäische Frauen und Mädchen, meistens aus dem. Osten stammend, brachten die revolutionären Ansichten ihrer bisherigen Heimat mit und fochten in Palästina einen Emanzipationskampf um die physische Arbeit, wie ihn die Europäerin um das Recht auf geistige Arbeit ausgefochten hatte. Nach Überwindung großer und schwerer Hindernisse gelang es der palästinensischen P"rau in viele Zweige der Wirtschaft einzudringen und in der Landwirtschaft eine ihr gebührende Stellung neben dem Landarbeiter einzunehmen. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Tätigkeit der „Wizo“ bei der Gründung landwirtschaftlicher Lehrfarmen, Haushaltungs- und H'andwerkerschulen und ihr Verdienst bei der Erziehung und Ertüchtigung der Frau zur produktiven Aufbauarbeit im Lande. Besonders interessant waren die Ausführungen der Rednerin über die Stellungnahme der Frau in der Kwuzah und im Moschaw und über die allgemeine Kindererziehung. Die verlesenen Briefe der jungen Mütter aus dem Sammelwerk „Diiwre Poaloth“, welche aus den ersten Zeiten der Einführung der allgemeinen Kindererziehung stammen, erweckten die besondere Anteilnahme aller Zuhörerinnen. Auch über den politischen Kampf der Frau um das aktive und passive Wahlrecht, über die Stellung der Frau im jüdischen, religiösen Recht usw. berichtete die Rednerin viel Interessantes. Den fesselnden Ausführungen folgte eine sehr angeregte Diskussion über die verschiedensten Frauenprobleme. S. B. Zionistische Ortsgruppe. Nürnberg-Fürth Am Miltwock, den 2. März, veranstalteten wir im Kiinstlerhaus einen Vortrag mit Herrn Professor Dr. A. Fraenkel (Kiel-Jerusalem) über das Thema: ,,Z w ei Ja h r e a 1 s Pr o f e s s o r in Paläs t i n a“. In äußerst fesselnder Weise und in einer besonders sympathischen Art des Sprechens ging der Redner auf die Gliederung und den Geist der Hebräischen Universität auf dem Scopus ein, sprach er in diesem Zusammenhang über das Unterrichtswesen Palästinas, das noch mehr als bisher von der Universität beeinflußt werden müßte. Besonders bemer- Kaffee-Konditorei Feldherrnhalle ::r.:;.,.!,r'rl"'n' Inhaber: ADOLF ZIMMER, früherer langjähriger Direktor Hotel Excelsior Fernruf 91447 Wiener Kaffee und nur erstklassige Getränke Feinste eigene Konditoreierzeugnisse mit garantiert reiner Butter!