Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 10 (4.3.1932)
- Date
- 1932-03-04
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Das Jüdische Echo Nr. 10 Verein Jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit, Nürnberg Y o r a n z e i g e Am Donnerstag, dem 17. März, nachmittags 4 I hr. findet im Jüdischen Jugendheim, Treustraße 7, ein Vortrag von Frau l)r. N u ß 1) a u m über den ^Jüdischen Selbslhaß“, nacli dem Buche von Prof. I)r. Th. Lessing, statt. Die Mitglieder wollen sich gefälligst den Termin vormerken, da keine weitere Anzeige erfolgt, (iäste sind herzlich willkommen. P a 1 ä s t i n a - 11 a n d a r heil e n , Deckchen, Kinderkleidchen, Taschentücher usw. usw. sind zu haben hei Frau I)r. K r o n a c h e r , Fraiienlorgrahen 43. Bitte1 sieh vorher anzumelden unter Tel. 27193. Fürth. Am 21. Februar trugen wir in Fürth den allseits verehrten früheren Waisenhausdirektor Rabbiner I) r. H e r m a n n D e u t s c h zu Grabe. Mit ihm ist ein Stück jüdischer Geschichte dahingegangen, das eine besondere Charakteristik hat und sich wesentlich abhebt von anderen Zeiten. Es ist die Zeit, da Männer von umfassender und tiefer tahnudischer Bildung eine ebenso reiche philosophische Bildung im weitesten Sinne des Wortes besaßen. Dank ihrer scharfen Intelligenz und ihrer geistigen Beweglichkeit entstanden so Führerpersönlichkeiten, die in ihrer Totalität und Geschlossenheit den weittragendsten Einfluß auf ihre ganze Generation ausübten. Von diesen Männern strömte so viel Kultur und Menschlichkeit aus, daß sie ohne weiteres Führer ihrer Zeit wurden, die freilich dann von einem absinkenden Epigonentum nicht mehr verstanden und vielfach angefeindet wurden. Eine solche Persönlichkeit großen Stils war Dr. Deutsch. Begnadet mit seltenen Gaben des Geistes und der Seele, hatte er in seiner Heimat Ungarn an den berühmtesten Stätten lalmudischer Bildung sich eine umfassende Kenntnis des jüdischen Schrifttums angeeignet. Nachher erwarb er sich an deutschen Hochschulen ausgezeichnete philosophische, philologische und historische Bildung. Diese reiche Bildung stellte Dr. Deutsch, nachdem er vorher in verschiedenen Berufsstellungen in Rawilseh, Mainz und Frankfurt Proben seiner praktischen Befähigung abgelegt halte, in den Dienst seines Amtes als Distriktsrabbiner und Direktors der früheren Präparandenschule in Burgpreppach (Ufr.). Und an der Schule entwickelte Dr. Deutsch eine außerordentlich fruchtbare LTnterrichts- und Erziehungstätigkeit. Ganze Geschlechter von jungen Präparanden haben unter seiner Leitung im Verein mit einem ausgezeichneten Lehrerkollegium die Grundlagen erhalten für ihre exegetische und talmudische Bildung, die allen unverlierbar geblieben ist. Sein Scheiden aus diesem Amte wurde ihm seihst und dem Distrikte und der Schule gleich schwer. 1895 übernahm Dr. Deutsch die Leitung des Waisenhauses in Fürth. Hier wirkte er im Verein mit seiner treuen Lebensgefährtin als Vater der Waisen im edelsten Sinne des Wortes. Auch in Fürth entfaltete Dr. Deutsch neben seinem Hauptamte eine reiche Lehrtätigkeit im Kreise der Erwachsenen und vor allem an der jüdischen Realschule. Im 74. Lebensjahre zog sich Dr. Deutsch von der Arbeit zurück, nachdem er in Fürth sein 25-jähriges Ortsjubiläum und seinen 70. Geburtstag halte feiern können. Die Teilnahme an der Beerdigung legte beredtes Zeugnis ab von der Verehrung, die der Heimgegangene in allen Kreisen genoß. Neben dem Gemcinderabbiner I) r. Behrens dankte der 1. Vorsitzende der Kultusgemeinde, K o m m c r z i e n r a I B e c h m a n n , dem treuen Manne für seine große Arbeit im Dienste der Gemeinde als Vorsitzender des Ritualausschusses und als Vertreter des Rabbinats. In tiefer Ergriffenheit nahm Dislriktsrabbiner I) r. II a n o v e r i n W ii r z b u r g als Schwiegersohn Abschied und zeichnete Dr. Deutsch als hingebungsvolles Haupt und als besten Berater der Familie. In tiefer Ergriffenheit verließ die große Trauergemeinde das Grab dieses großen Lehrers und .Gelehrten, dieses feinsinnigen Menschen und Freundes. Sein Andenken wird zum Segen bei uns fortleben, die große Anteilnahme möge der tiefgebeugten Familie helfen, den schweren Verlust zu tragen und den dumpfen Schmerz in wehmütiges Gedenken wandeln. Keren Kajemeth Lejisrael Jüdischer Nationaiyonds Postscheck-Konto München 10442, Nürnberg 245 05, Fernsprecher München 29 74 49, Nürnberg 21912 Zentrale für Deutschland, Berlin W 15 Meinekestraße 10 Münchener Spendenausweis Nr. 20 vom 23. bis 29. Februar 1932 V J S t. J o r d a n i a - G a r t e n : Dr. Ernst Eisen dankt allen Freunden n. Bekannten herzlich für die Glückwünsche 1 B. 0.—, der AH.-Bund der VJSt. Jordania grat. Herrn Dr. B. Nußbaum u. Gattin herzlich zur Geburt ihres Sohnes 1 B. 0.—, die Aclivitas der VJSt. Jordania desgl. 1 B. 0.— =z 18.—. Spendenbuch: Herr Fritz Zickel anläßlich der Barmizwah seines Sohnes 5.—. G o 1 d e n e s Buch ZOG, M ii n c h e n : Paul Grünbaum u. Frau grat. Herrn u. Frau J.-R. Dr. E. Fraenkel herzlich zur Geburt ihres Enkels 1.—, Justin u. Kläre Lichtenauer desgl. 1.—, Herr u. Frau Dr. Josef Schäler desgl. 2.—, Henny u. Jakob Reich desgl. 1.— 5.—. B ii c h s e n , g e 1 e e r I du r c h H e r r n J a v e r: Direktor Apfel 4.70, I). Horn 2.00, A. Durst —.24 7.00. Geleert durch Herr n 11 e i n r. Iv a 11 e r : Dr. Gertrude Weil 8.50, M. Blum 2.—, M. Königsberg 1.50, Ewer-Buchhandlung —.501, 2 Büchsen unter 1.— I. 02 — 13.12. Gele e r t d u r c h He r r n Marlin Ros e n - borg : Arnold Kohn 11.00, Jul. Hecht 1.—, D. Spinner 1.—, A. Monheit 1.—, S. Landauer 1.50, 2 Büchsen unter 1.— 1.— r= 17.10. Geleert durch N. N.: Fritz Schaal 2.10, Paul Simon 2.20, Jos. Orljansky 2.—, Adolf Kohn 1.70, F. Kissinger 1.—, 2 Büchsen unter 1.— 1.27 10.33. G e 1 e e r t d u r c h H e r r n S i g f r i e d Finkei: Karl Schuster 3.38, J. Finkei 1.—, B. Goldfarb 2.10, J. Goldmann 1.—, Frau Weißmann 1.—, Jos. Anmulh 2.77, 2 Büchsen unter 1.— 1.35 12.00 =: 00.75. I m i - T a s c h e n : Erich Feldheim 1.—, Jelly Blau 1.37, Heinrich Kalter —.05 — 3.02. Summe: 91.77. Gesamtsumme seit 1. Oktober 1931: 3032.39. Zionisten, kauft und verbreitet den Schekel f\