Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 50 (11.12.1931)
- Date
- 1931-12-11
- Page
- Seite 676 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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676 Nr. 50 Das Jüdische Echo ses mit: 1. Errichtung einer Moslem-Universität in Jerusalem; 2. Sicherung der Heiligen Stätten des Moslem in Palästina; 3. Führung eines Zweiges der für die Mekka-Pilger erbauten Hedschas-Eisenbahn nach Palästina; 4. Propagierung der Islam- Lehre; 5. Bekämpfung des Atheismus innerhalb des Islam. Die türkische Regierung gegen den Moslem- Kongreß Konstantinopel, 1. Dezember. (JTA.) Der einflußreiche Deputierte Mehmed Assim schreibt in der Zeitung „Vakit“; „Da sich der Moslem- Kongreß nicht im Zentrum der Moslems, sondern in dem unter englischem Einfluß stehenden Jerusalem versammelt, ist es für alle Moslems klar, daß er keine religiösen, sondern politische Ziele verfolgt, so z. B. die Ziele, das Zentrum des Islam von Mekka nach Jerusalem zu verlegen und das Kalifat zu erneuern. Das türkische Volk, welches das Kalifat zerstört hat, betrachtet den Kongreß, der es erneuern soll, als eine Aktion gegen die moderne Türkei. — Die Äußerungen Mehmed Assims werden als Ausdruck der Regierungsmeinung angesehen. Verschärfte Opposition gegen den Moslem- Kongreß Jerusalem, 3. Dezember. (JTA.) Jetzt, wenige Tage vor dem 7. Dezember, dem Termin des vom Großmufti nach Jerusalem einberufenen Weltkongresses der Moslem, hat unter den palästinensischen Moslems eine verschärfte Opposition gegen die Abhaltung des Weltkongresses eingesetzt. Eine Gruppe prominenter palästinensischer Moslemführer, unter ihnen die Mitglieder der Familie Nashashibi, die schon vor drei Wochen eine Proklamation gegen; den Kongreß erließ, übergab heute der Palästinensischen Telegraphen-Agentur eine Erklärung, in der noch einmal im Namen weitester Moslem-Kreise gegen die Abhaltung des Kongreß protestiert und dem Mufti Eigenmächtigkeit vorgeworfen wird. Wie aus Kairo telegraphiert wird, hat der frühere Premierminister Nahas Pascha, der Führer der Ägyptischen Nationalpartei (Wafd), das aus Palästina stammende Gerücht, daß er dem Moslem-Kongreß beiwohnen werde, schärfstens dementiert. Am Sonntag, dem 6. Dezember, wurde der moslemitische Kongreß durch einen feierlichen Gottesdienst in der Omar-Moschee eröffnet. (Bericht folgt.) Efn Presse-Büro der Palästinaregierung Jerusalem, 1. Dezember. (JTA.) Der High Gommissioner für Palästina, General Sir Arthur Wauchope, lud die Hauptschriftleiter aller jüdischen und arabischen Tageszeitungen und Wochenschriften zu sich ein und teilte ihnen in einer Ansprache mit, daß die Regierung ein Presse-Büro eingerichtet hat, dessen Zweck es sei, engere freundschaftliche Beziehungen zwischen der Regierung und der Presse herzustellen, damit beide 'Feile vereint zum Wohle des Landes arbeiten können. Zum Leiter dieses Presse-Büros habe er Herrn Perowne ernannt. 29 Revisionisten wegen Propaganda gegen die Volkszählung verurteilt Jerusalem, 3. Dezember. (JTA.) Das Haifaer Gericht verurteilte 29 Zionisten-Revisionisten wegen Propaganda gegen die Volkszählung zu je 22 Schilling Geldstrafe, im Nichteinbringungsfalle zu je 10 Tagen Gefängnis. Neun der Verurteilten leisteten die Geldbuße, die übrigen zwanzig zogen Gefängnisstrafe vor. In ganz Palästina sind etwa. 100 junge Leute wegen Agitation gegen die Volkszählung mit Geld- oder Gefängnisstrafen belegt worden. Frage des Numerus clausus für Ausländer im tschechoslowakischen Parlament Prag, 1. Dezember. (JTA.) Im Parlament forderte der tschechische Klerikale Vicanek Einführung eines Numerus clausus für Ausländer und insbesondere für die Juden. Er erklärte, die CSR geben eine Menge Geld für ausländische Studenten aus, die die tschechoslowakischen Hochschulen besuchen und sich dann als Ärzte oder Advokaten niederlassen, um der tschechoslowischen Intelligenz das Brot wegzunehmen. Überdies bringen sie in das politischen Leben der Studentenschaft. Unruhe hinein und sind darum ein unerwünschtes Element. Gemeinden- und Vereins-Echo Jüdische Wohlfahrtspflege in München Im Rahmen der von der gemeindlichen Winterhilfsaktion veranstalteten Vorträge sprach am Mittwoch, 2. Dezember, im Concordiasaal Frl. Kitzinger, die Leiterin des Wohlfahrtsamtes über Jüdische Wohlfahrtspflege in München und Bayern. Sie gab zunächst unter Verweisung auf die von J.-R. Dr. Straus dargestellte allgemeine Entwicklung eine Übersicht über die Entfaltung der jüdischen Wohlfahrtsvereine in München seit 1806 und charakterisierte Aufgaben und Leistungen der einzelnen Vereine. Sie schilderte dann die Entwicklung des Wohlfahrtsamtes seit seiner Errichtung im Jahre 1921 und die vielen Zweige seiner gegenwärtigen Tätigkeit, die das Bild der jüdischen Gemeinde viel stärker beeinflußt, als der, der die Verhältnisse nur von außen betrachtet, glauben möchte. Es erschütterte zu hören, daß im Jahre 1931 sich nicht weniger als 660 von 2500 jüdischen Familien überhaupt an die Gemeinde um Hilfe oder Unterstützung gewandt haben; für die Notwendigkeit des Wohlfahrtsamtes gibt es wirklich kein besseres Argument als diese Zahl,, die auch dazu beitragen kann, endlich einmal die falsche Vorstellung zu zerstören, es werde das Wohlfahrtsamt nur von den ostjüdischen Kreisen in Anspruch genommen. Auch die Wohlfahrtsarbeit des Verbandes wurde von der Referentin behandelt. Frl. Kitzinger beendete ihre Ausführungen mit einem sehr trüben Blick in die Zukunft. Hoffentlich gelingt es, das heute mehr als ie notwendige Wohlfahrtsamt zu erhalten. Jüdischer Nationalfonds, München Die Glückwunschtelegramme des Jüdischen Nationalfonds sind jetzt auch in der Ewer-Buchhandlung, üttostraße 2, zum Preise von RM. 1.— erhältlich. Jungzionistischer Arbeitskreis, München. Sonntag, den 13. Dezember, abends 8.30 Uhr, findet im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, eine Chanukkafeier statt. An diesem Abend wird Herr Dr. Dankwerth (Nürnberg) einen neuen Palästina- Film zeigen, den er vor kurzem selbst im Lande aufgenommen hat und der bei seinen bisherigen Aufführungen überall starken Erfolg hatte. Herr Dr. Dankwerth wird erläuternde Worte zu seinem