Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 47 (20.11.1931)
- Date
- 1931-11-20
- Page
- Seite 642 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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642 Das Jüdische Echo Nr. 47 Jüdische Wohlfahrtsarbeit in Münch e n.u n d Bayern. Vortrag von Diplomvolkswirt Margarete Kitzinger. Mittwoch-, den 2. Dezember, 20.15 Uhr, im Saale der Concordia, Prannerstraße 4. Eintritt frei. Jungzionistischer Arbeitskreis. Am Montag, dem 16. November, fand als erste Veranstaltung des jungzionistischen Arbeitskreises in diesem Winter ein Vortragsabend „Die Juden als nationale Minderheit“ statt. Herr Rieh. Eisen gab zunächst einen Bericht über das Minderheitenrecht, das seinen Ausbau in großem Stil erst nach dem Weltkrieg erfahren hat. Der Redner brachte eine Menge Material über die Gestaltung des Rechtes in den verschiedenen Ländern des Ostens. Die praktischen Auswirkungen dieser Minderheitenrechte sollte Herr Ludwig Stein aufzeigen. Wir vermißten jedoch bei diesem Referat das tiefere Verständnis und Eindringen in die Lage der Juden im Osten. Eine Ergänzung gab Herr Dr. Prager, der zeigte, warum es den Juden schlechter geht als anderen, unter dem Minderheitenrechte lebenden Volksteilen und warum der Minderheitenschutz, wenn er in Zukunft nur auf Gegenseitigkeit gewährt wird, ihnen gegenüber noch mehr versagen müsse — von diesem Gesichtspunkt aus, sei der „Judenstaat“ tatsächlich notwendig. Weiterhin drehte sich die Diskussion darum, ob und warum wir in Westeuropa kein Minderheitenschutzgesetz haben, und ob ein solches für Deutschland möglich und wünschenswert eine Notwendigkeit wäre. An der Diskussion beteiligten sich noch die Herren Weißbarth und Emrich. Man kann von diesem Abend wohl sagen, daß er ein aktuelles Thema behandelte und vielen etwas Neues und Wissenswertes geboten hat. Großes Chanukka-Konzert. Das Jüdische Kammerorchester, das nicht nur in seiner Leitung, sondern auch in seiner inneren Konstitution in diesem Jahre eine Änderung erfahren hat, veranstaltet am Samstag, dem 12. Dezember, im Museumssaal, Prannerstraße, ein großes Chanukkah- Konzeri. Wir machen die Freunde des Orchesters schon heute darauf aufmerksam und bitten sie, sich Karten hiefiir rechtzeitig sichern zu wollen. Es ist dem Orchester erfreulicherweise gelungen, ganz ausgezeichnete Solisten für dieses Konzert zu gewinnen. Frau Gertrude Masser, die allseits bekannte hervorragende Geigerin, wird zwei Beethovensche Romanzen spielen. Fräulein Irma Stern, bekannt durch ihre Münchener Tätigkeit an der Staatsoper und am Rundfunk, singt die Arie „Höre Israel“ aus dem Oratorium „Elias“ von Mendelssohn. Fräulein Alma Weiß, Schülerin in der Meisterklasse der Akademie der Tonkunst, spielt das Klavierkonzert in D-Dur von Haydn. Die Eintrittspreise sind der heutigen Zeit entsprechend sehr niedrig gehalten: Sitzplätze zu 2 und 1 RM., Stehplätze sind für Jugendliche und Studenten an der Abendkasse nur gegen Ausweis zu 70 Rpf. erhältlich. Den Vorverkauf haben in liebenswürdigerweise übernommen: Gemeindekanzlei, Herzog-Max-Straße 7, „Ewer-Buchhandlung“, Ottostraße 2, Pelzgeschäft D. Goldberg, Schwanthalerstraße 24 (Ecke Schillerstraße), und Fräulein Camilla Hohenberger im Lessinghaus, Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückg., 1. Stock. Hebräische Sprachkurse, München. Am 15. November begann das Wintersemester. In sämtlichen Kursen werden neue Schüler aufgenommen. Unbemittelte Schüler können Ermäßigung erhalten. Gesuche sind zu richten an Herrn Paul Grünbaum, Theatinerstraße 30. Programm der V.J.St. Jordania Samstag, 21. Nov., 14 Uhr: Kaffee Haag. Sonntag, 22. Nov.: Fahrt oder gern. Beisammensein. Näheres Samstag im Kaffee. Mittwoch, 25. Nov., 20 Uhr: Turnen beim Bar Kochba. Turnhalle Plinganserstraße. (Sendlinger Trunverein.) off. Donnerstag, 26. Nov., 20.30 Uhir: B. C. hochoff. 21 Uhr: Burschenkurs off. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München. Samstag, den 21. November, abends 8.45 Uhr, findet im Lessingsaal, Plerzog-Rudolf-Straße 1, ein Klubabend statt. Gäste willkommen. Wir machen unsere Freunde darauf aufmerksam, daß im Rahmen der Klubabende jeweils Aussprachen über aktuelle jüdische Probleme stattfinden. So wurde am vergangenen Samstag über „Sprache und Judentum“ referiert. Im Anschluß daran entwickelte sich eine anregende und lehrreiche Aussprache. Voranzeige: Einem vielfach geäußerten Wunsch entsprechend wird der Verein im Laufe des Winters einen Vortragszyklus über moderne jiddische Literatur veranstalten. Die Leitung hat Herr Schriftsteller Jos. Löwy, der sich im jiddischen Schrifttum bereits einen Namen gemacht hat, in dankenswerter Weise übernommen. Am Samstag, dem 28. November, abends 8.45 Uhr, findet im Lessingsaal ein Einführungsvortrag statt, zu welchem jedermann herzlich eingeladen ist. Vorkenntnisse in der allgemeinen Literatur sind erwünscht. Die Vorstandschaft. Jüdischer Jugendverein I. Donnerstag-Abende, Lessingsaal. Beginnt 20.30 Uhr. — 26. November: „Ur und die Sintflut“ (Referent Ing. E. Naschitz). — 3. Dezember: „Freud, Coue und die moderne Psychotherapie“ (Referent Dr. Horn). II. Freitag-Abende. Regelmäßig im Jugendheim. Beginn 20,30 Uhr. München. Es wird für einige Monate in der Rituellen Speiseanstalt, Klenzestr. 4, eine Wärmestube für Erwachsene eingerichtet. Um den Erwerbslosen Unterhaltung und Anregung bieten zu können, bitten wir herzlich um leihweise Überlassung oder Schenkung von Büchern und Unterhaltungsspielen. Außerdem wären wir dankbar, wenn uns für diese Zeit ein Radio- Apparat mit Lautsprecher zur Verfügung gestellt werden könnte. Die Sachen werden angenommen in der Rituellen Speiseanstalt, Klenzestraße 4, bei Brau F e i - busch, Telefon 2 96 1 16. Wohlfahrts- und Jugendamt der Israelitischen Kultusgemeinde Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 5. November, sprach Herr Dr. M. Nußbaum im neu konstituierten Jungzionistischen Kreis, vor zahlreich versammelten jugendlichen Hörern, über das Thema: „Ist der Zionismus die Lösung der persönlichen Judenfrage?“ Der eingehende, in seinen Schlußfolgerungen zwingende und mitreißende Vortrag fand ein starkes Echo. An der sehr lebhaften Diskussion beteiligten sich die Herren Fleischmann, Freimann, Landau, Buchmann, Steinbach, Aufhäuser, Auerbach, Oberndorfer, Schukstelliski und Frl. Maria Hirschmann. Die nächste Veranstaltung des jungzionistischen Kreises fand am Donnerstag, 19. November, im Jugendheim statt.