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Das jüdische Echo · 1931-11-06 · 45 (6.11.1931) · p. Seite 616

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
45 (6.11.1931)
Date
1931-11-06
Page
Seite 616 (sequence 8)
Language
German
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616 Das Jüdische Echo Nr. 45 dringenden Sitzung, um zu den Ereignissen im Weltmisrachi, welche zum Austritt der deutschen Misrachi-Landesorganisation aus der Misrachi- Weltorganisation geführt haben, Stellung zu nehmen. Die Sitzung, die lediglich orientierenden Charakter hatte, brachte ein einmütiges Bekenntnis zum Standpunkt des deutschen Misrachi. Die Forderungen des deutschen Misrachi wurden restlos in ihrer Berechtigung anerkannt. Es wurde beschlossen, zunächst, in den einzelnen Misrachi- Gruppen der Schweiz eine Stellungnahme zum Konflikt herbeizuführen, um dann noch im Laufe dieses Jahres einen Delegiertentag einzuberufen, der die endgültige Entscheidung bringen soll. Dr. Weizmann geht nach Holland Amsterdam, 26. Oktober. (JTA.) Wie der JTA-Vertreter erfährt, hat Dr. Chaim Weizmann zugesagt, im Verlauf des Monats November nach Amsterdam zu kommen und hier einen Vortrag über „Die Zukunft des Jüdischen Volkes“ zu halten. Die holländischen Zionisten bereiten für die Zeit der Anwesenheit Weizmanns große öffentliche Kundgebungen in Amsterdam und in anderen holländischen Städten vor. 16 Juden im neuen englischen Unterhaus London, 29. Oktober. (JTA.) Bei den am Dienstag, den 27. Oktober, in England durchgeführten Wahlen zum Unterhaus wurden auch 16 Juden gewählt. Dem früheren Unterhaus gehörten 15 Juden an. Die jetzigen jüdischen Parlamentarier gehören alle der Koalition der Nationalen Regierung an. Von den auf der Liste der Labour Party kandidierenden Juden wurde keiner gewählt. Hoch eingeschätzt wird der moralische Erfolg Sir Herbert Samuels, Ministers des Innern und Führers der National-Liberalen Partei, der mit einer in seinem Wahlbezirk noch nicht dagewesenen Majorität von 4287 Stimmen gegen den ihm entgegengestellten einflußreichen konservativen Kandidaten gewählt wurde. Der Vorsitzende der Exekutive der von Sir John Simon geführten Gruppe der Liberal-Nationalen Partei, Höre- Belisha, wurde mit einer Mehrheit von 14 420 Stimmen gegen einen Labour-Kandidaten gewählt. Von den bisherigen jüdischen Mitgliedern der Samuel-Partei wurden Major James de Rothschild, Major H. L. Nathan und Percy A. Harris wiedergewählt und Barnet Jänner neugewählt. Jänner siegte über den Kandidaten der Mosley-Partei, den berühmten jüdischen Boxer Kid Lewis, der in Whitechapel nur 154 Stimmen erhielt. Von jüdischen Kandidaten der Samuel-Partei sind Philip Guedalla in Manchester, L. B. Franklin (Sir Herbert Samuels Schwiegersohn) in Hackney nicht gewählt worden. Auch Hugh Franklin, ein Neffe Sir Herbert Samuels, der in Hornsey auf der Labour-Liste kandidierte, fiel durch. Auf konservativer Seite wurden wiedergewählt der frühere konservative Minister A. M. Samuel, Samuel Samuel (Bruder des verstorbenen Lord Bearsted), Major Isidore Salmon, der Unterstaatssekretär für Luftfahrwesen der Nationalen Regierung Sir Philip Sassoon, neugewählt wurden L. H. Gluckstein, A. M. Lyons, Dudley B. Joel und T. Levy. Major Isidore Salmon erhielt eine der größten in dieser Wahl verzeichneten Majoritäten, nämlich eine Mehrheit von 33 827 Stimmen; Samuel Samuel erhielt eine Mehrheit von 21 146 und Sir Philip Sassoon eine Mehrheit von 16 669 Stimmen. Die beiden bisherigen konservativen jüdischen Unterhausmitglieder Sir Walter de Frece und Major Brunei Cohen haben diesmal nicht kandidiert. Die Wahl zweier weiterer Juden, unter ihnen M. Bloch, der als Konservativer in Glasgow zur Wahl stand, scheint festzustehen. Von Nichtjuden, die in den bisherigen Parlamenten bei Behandlung der Palästina-Frage eine Rolle spielten, wurden die Arbeiterparteiler Dr. Drummond Shiels und Oberst Kenworthy nicht wiedergewählt, dagegen wurde der Arbeiterparteiler Oberst Josiah Wedgwood ohne Gegenkandidaten gewählt. Der Zionistenfeind Howard Bury kandidierte diesmal nicht. Große Hinterlassenschaft für den Jüdischen Nationalfonds Neuyork, 29. Oktober. (JTA.) Der vor kurzem verstorbene Morris Wohl hat die Hälfte seines auf 750 000 bis eine Million Dollar geschätzten Vermögens dem Jüdischen Nationalfonds hinterlassen. Das Kapital wird aber erst in frühestens zwei Jahren realisiert werden können. Beginn des Wintersemesters an der Hebräischen Universität Jerusalem, 27. Oktober. (JTA.) Der Beginn des Wintersemesters an der Hebräischen Universität zu Jerusalem wurde durch eine Feier eingeweiht, der die Professoren- und Dozentenschaft, sowie fast die gesamte Studentenschaft der Universität beiwohnten. Der Kanzler der Universität Dr. J. L. Magn.es hielt eine sehr ausführliche Ansprache über Wesen und Bedeutung, Gegenwart und Zukunft der Universität, sowie den Radius ihrer Lehr- und Forschertätigkeit. Kein arabischer Proteststreik am Balfour-Tag Jerusalem, 30. Oktober (JTA.) Musa Kazim: Pascha, der Präsident der arabischen Executive, teilte in einer Kundgebung mit, daß die Executive im Hinblick auf die schwere Zeit beschlossen hat, am 2. November d. J., dem Jahrestag der Balfour- Deklaration, keinen Generalstreik zum Protest gegen Balfour-Deklaration und Mandat stattfinden zu lassen. Musa Kazim Pascha wünscht aber, daß auch der diesjährige Balfour-Tag durch Stärkung des politischen, wirtschaftlichen und kulturellem Boykotts gegen die Juden gekennzeichnet werden möge. Die Palästina-Regierung baut ab Jerusalem, 2. November (JTA.). Gemäß den Vorschlägen der O’Komnel-Sparkomimission sollen wie verlautet, 50 ältere und 250 jüngere Regierungsbeamte in Palästina abgebaut werden. Der Bau des neuen Arbeiterviertels in Haifa gesichert Jerusalem, 1. November (JTA.). Julius Simon und Dr .Hexter gaben telegraphisch ihre Zustimmung zu dem zwischen der Hypothekenbank der Palästine Ecconomic Corporation und einer Arbeitergruppe geschlossenen Vertrag betreffend Bau der ersten 113 Häuser im neuen Arbeiterviertel zu Haifa. Laut dem Vertrag muß der Bau dieser Häuser binnen neun Monaten beendet sein. Chauffeurstreik in Palästina — Araber und Juden solidarisch Jerusalem, 2. November (JTA.). Die Autotaxi-Besitzer und Chauffeure in Palästina traten am Montag, den 2. November, in Streik, weil die Regierung die Forderung nach Abschaffung der

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