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Das jüdische Echo · 1931-10-30 · 44 (30.10.1931) · p. Seite 605

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
44 (30.10.1931)
Date
1931-10-30
Page
Seite 605 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 44 605 Das Jüdische Echo ■abgehalten, die die hervorragendsten jüdischen Sportler und Mannschaften fast aller jüdischen Sportvereinigungen der Welt nach Erez Israel bringen wird. Die erste nur jüdische Stadt Tel- Awiw lädt die Judenheit aller Länder herzliclist ein, sie im Monat April 1932 zu besuchen. Personalia Goldene Hochzeit Am Samstag, 31. Oktober, feiern die Kaufmannseheleute Karl Zeilberger und Frau Veronika, geb. Steinhardt, in Ermershausen (Unterfranken) das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar ist noch sehr rüstig und beruflich tätig, trotz hohen Alters von 79 bzw. 74 Jahren. Als Seltenheit für die Jetztzeit sei erwähnt, daß der Ehe 13 Kinder entsproßten, von denen noch 12 Kinder — 7 Söhne und 5 Töchter — loben, die alle zwölf verheiratet sind. 5 Söhne waren 1914—18 im Felde. Außer drei in Amerika lebenden Kindern, sind zur Feier in Ermershausen 9 Kinder mit Ehegatten und zahlreichen Enkelkindern versammelt. Das Jubelpaar erfreut sich großer Beliebtheit und hohen Ansehens. Auch die Eltern des Jubilars feierten vor etwa 30 Jahren am gleichen Orte ihre goldene Hochzeit. Gemeinden- und Vereins-Echo Gemeinschaftliche Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung der Kultusgemeinde München vom 27. Oktober 1931 Der .stellvertretende Vorsitzende, Dr. iFeuchtwanger, eröffnete die Sitzung und machte Mitteilung darüber, daß der bisherige Vorsitzende, R.-A. D r. Wilmersdörfer aus der Gemeindevertretung ausgeschieden ist. Er spricht Herrn Dr. Wilmersdörfer den Dank der Gemeindevertretung für seine ersprießliche Tätigkeit aus, dem sich die Versammlung anschließt. Anstelle von Dr. Wilmersdörfer ist Her I) r. Kaumheimer in die Gemeindevertretung eingetreten. Sodann wurde R.-A. Dr. Alfred Werner einstimmig als Vorsitzender der Gemeindevertretung gewählt. Dr. Werner übernahm den Vorsitz mit Dank an die Gemeindevertretung für die Wahl und der Erklärung, daß er sein Amt objektiv im Geiste seines Vorgängers ausüben werde. Es wurde sodann die im schriftlichen Wege bereits beschlossene Ergänzung der Ausschüsse bekanntgegeben, die durch die Veränderung in der Zusammensetzung des Kollegiums notwendig geworden war. In geheimer Sitzung wurde die Angleichung der Beamten- und Angestelltengehälter an die staatlichen Sätze gemäß der Ministerialverordnung vom 9. September 1931 und die Pensionierung einer Lehrkraft beschlossen. Es wurde ferner beschlossen, einen zweiten Rabbiner anstelle des in Pension getretenen Herrn Rabbiner Dr. Finkeischerer anzustellen. Eine Neubelastung des Gemeindeetats tritt infolge der Ersparung bei der erfolgten Pensionierung nicht ein. Schließlich wurden die im Sozialen Ausschuß gefaßten Beschlüsse über die Sammlung für die Winterhilfe 1931/32 und die weiteren Nothilfsmaßnahmen, über die wir bereits in der vorigen Nummer berichtet haben, durch Vorstand und Gemeindevertretung einstimmig gebilligt. Jungzionistischer Arbeitskreis München Der Jungzionistische Arbeitskreis nimmt mit dem Monat November seine Arbeit in verstärktem Maße wieder auf. Leider ist Herr Dr. Emrich, •der Gründer und bisherige Leiter 'des Keises nicht mehr in der Lage, ihn auch weiterhin zu führen. ln den zwei Jahren seit seiner Gründung hat der Jungzionistische Arbeitskreis die Berechtigung und Notwendigkeit seines Bestehens durchaus erwiesen. In zahlreichen, fast ausnahmslos sehr gut besuchten Vorträgen, Arbeitsgemeinschaften, Aussprachen und auch geselligen Veranstaltungen hat er seine Aufgabe, einem größeren Kreise der Münchener jüdischen Jugend zionistisches Wissen und Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln, erfüllt. Diese erfolgreiche Tätigkeit, welche in erster Linie das Verdienst Dr. Emrichs ist, bedeutet eines der wertvollsten Ergebnisse der Münchener zionistischen Arbeit in den letzten Jahren. Die am 24. Oktober einberufene Sitzung des Ausschusses für den Jungzionistischen Arbeitskreis wählte als neue Leitung die Herren Karl Rosenthal, Richard Eisen und Alfred Lieber und besprach die Arbeit für den kommenden Winter. R.E. Noch einmal: „die dringendste Aufgabe“ Herr Dr. Werner Cahnmann schreibt uns: „Zu der Veröffentlichung des Herrn Ottmar Blum in Nr. 42 des „Jüdischen Echo“ muß ich Sie leider bitten, die Diskussion noch nicht abzuschließen, und zwar deshalb, weil die Zusendung des Herrn Blum nur infolge eines Versehens Ihrer Redaktion möglich geworden ist. In dem Durchschlag meines Briefes vom 6. Oktober, den Sie in Nr. 41 des „Jüdischen Echo“ abgedruckt haben, steht deutlich, daß die Sicherung der jüdischen Emanzipation die „dringendst e“ (nicht „dringende“, wie Sie irrtümlicherweise wiedergegeben hatten) Aufgabe der deutschen Juden in der Gegenwart sei. Allerdings stellte ich in meiner Zuschrift fest, daß diese Anschauung nicht in Gegensatz steht zu der Meinung des Referenten vom der ebenso dringlichen Notwendigkeit einer innerjüdischen Erneuerung. Beides sind nur zwei Seiten einundderselben Sache. Wenn Herr Ottmar Blum, wie er meint, diesen Sachverhalt richtig wiedergegeben hätte, würde eine Berichtigung meinerseits niemals notwendig geworden sein.“ Herr Dr. Cahnmann hat in der Tat geschrieben: „dringendst“ und insoweit müssen wir bitten, das in der Korrektur geschehene Versehen zu entschuldigen, wir glauben jedoch, daß es nicht einmal der Berufung auf den Satz: „c’est le ton, qui fait la musique“ bedarf um die Verschiedenheit der Auffassungen zu entdecken, die unser Berichterstatter festgestellt hat. Die Redaktion. Jüdischer Jugendverein Am 19. Oktober las Fritz Rosenthal im Jugendverein aus eigenen Werken. Seine Gedichte waren ein sympathischer Auftakt, denn die Hauptstärke des sehr begabten jungen Dichters liegt in der Durchformtheit und Lyrik seines Stils. Auch die folgenden Legenden — die Nacherzählung eines indischem Märchens und die Legende von der Geige — bestachen durch1 den Wohlklang ihrer Sprache. Eine Novelle von einem Schwachsinnigen war im Stoff sehr schön empfunden, aber wäre es hier nicht besser, die Art der Sprache der Realistik des Geschehens mehr anzupassen? In seinem neuen Roman „Babtist und Ampliion“ ist dies Fritz Rosenthal fast überall gelungen. Dieser Roman ist die Geschichte von Babtist

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