Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 41 (9.10.1931)
- Date
- 1931-10-09
- Page
- Seite 569 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 Das Jüdische Echo 569 die jüdische Jugend in der ganzen Welt, den Makkabi-Vereinem beizutreten und sich allerorts an der Makkabiah zu beteiligen. Der Makkabi-Weltverband hat ferner dem Direktorium'des Keren Kajemeth Lejisrael gegenüber die Verpflichtung übernommen, im Zuge der diesjährigen Chanukka-Aktion für den KK1 3000 Pfund für die Zwecke des Bodenkaufs aufzubringen. Durch diese Summe soll der Boden in Modin, auf welchem sich die Gräber der Miakkabäer befinden, ausgelöst werden. Die ungeheure Wirtschaftsnot unter den polnischen Juden bedroht den jüdischen Nachwuchs Warschau, 29. September. (JTA.) Die wirtschaftliche Not unter der jüdischen Bevölkerung Polens nimmt erschreckende Formen an und prägt sich bereits in dem äußeren Bild aus, das die Klassen der weltlichen Schulen der jiddischen Kulturorganisation, der hebräischen Schulen der Kulturorganisation Tarbuth und der von den religiösen Organisationen unterhaltenen Talmiud- Thora-Schulen bieten. Die Schulkinder sehen ganz so blaß, verhärmt und ausgehungert aus, wie in den schwersten Nachkriegsjahrein. Häufig kommt es vor, daß Kinder während des Unterrichts ohnmächtig werden, wobei sich bei der Untersuchung heraMsstellt, daß das betreffende Kind vom dauernden Hungern vollkommen entkräftet ist. Die Zahl der Sterbefälle unter den vom Hunger entkräfteten Schulkindern ist in ständigem, Wachsen begriffen. Die Leitungen der erwähnten Schulen haben an Herrn Dr. Bernhard Kahn, Direktor des europäischen Büros des American Joint Distribution Committee in Berlin, einen dringenden Appell gerichtet, die Schulen durch Bereitstellung von Mitteln in Stand zu setzen, den Kindern die allernotwendigste Nahrung geben zu keinnen. Die Antwort war positiv, so daß die Hoffnung besteht, daß die Aktion zur Rettung der Schulkinder von Erfolg gekrönt sein wird. Die in Adjud geraubten Thorarollen wiedergefunden Bukarest, 4. Oktober. (JTA.) Einige Mitglieder der Bande, die vor wenigen Tagen einen Einbruch in die Synagoge von Adjud (Moldau) verübte und 11 Thorarollen raubte, konnten bereits verhaftet werden. In der Wohnung eines der Einbrecher wurden die zu Erpressungszwecken geraubtem, Thorarollen in unversehrtem Zustand aufgefunden. Anhaltende Abwanderung aus den jüdischen Kolonien der Krim und der Ukraine Moskau, 28. September. (JTA.) Die in Charkow erscheinende jiddisch-kommunistische Tageszeitung „Stern“ stellt eine anhaltende Abwanderung aus den jüdischen Kolonien der Krim und der Ukraine fest. Die Abwanderung übersteigt die neue Zuwanderung. Nicht nur Neukolonisten, sondern auch jüdische Landwirte, die auf dem Lande geboren und aufgewachsen sind, ziehen das Leben m der Stadt dem auf dem Lande vor. In drei Jüdischen (Rayons in der Ukrajine, Kalinindorf, Stalindorf und Neu-Zlatopol, gibt es noch Platz für 2500 Familien oder 10 000 Seelen. Allein aus dem Kalinindorfer Rayon wanderten in den letzten 18 Monaten 2280 Personen aus, unter ihnen solche, die schon einige Jahre als Landwirte sich betätigt haben. Auch in den jüdischen Kolonien der Krim ist die Abwanderung etwas höher als die Zuwanderung. Einzig die jüdische Siedlung in Biro-Bidseban hat einen zuständigen Zufluß von Menschen zu verzeichnen. Gruß des neuen High Commissioners an Palästina Jerusalem, 28. September. (JTA.) Der neue High Commissioner für Palästina, General Arthur Grenfell Wauchope, richtete an den agudistischaschkenasischen Waad Hair (Stadtrat) in Jerusalem als Antwort auf eine Gratulation zu seiner Ernennung ein Dankschreiben, in welchem er der Hoffnung Ausdruck gibt, daß seine Amtszeit als High Commissioner durch Wohlergehen für alle Bürger Palästinas gekennzeichnet sein wird. Ich hoffe zutiefst, schließt der High Commissioner sein Schreiben, daß ich selbst etwas zu der Wohlfahrt des Landes und seiner Bewohner werde beitragen können. . 1 Die Palästina-Regierung gegen Preistreiberei und Münzenhamsterung Jerusalem, 4. Oktober. (JTA.) Die Palästina-Regierung hat eine Kundgebung veröffentlicht, in der gesagt wird, daß Papiergeld und Münzen hinsichtlich ihres Wertes in London völlig gesichert seien, und daß keine Wertdifferenz zwischen Papiergeld und Münzen besteht. Die Regierung warnt vor jedem Versuch, in Palästina durch Ausnutzung der Situation eine Profitmacherei zu betreiben. In der Erklärung heißt es, daß, wenn schon eine Preiserhöhung von Waren, die aus Ländern stammen, in denen die Währung nicht auf dem Sterling basiert, zu rechtfertigen sei, doch solche Erwägungen auf lokale landwirtschaftliche Produkte keine Anwendung finden dürfen. Weizmann besucht Palästina auf seine Südafrika- Reise Jerusalem, 4. Oktober. (JTA.) Wie die JTA. erfährt, wird Dr. Chaim Weizmann im Dezember d. J. auf der Reise nach Süafrika, wo er die nächstjährige Kampagne für den Keren Hajessod leiten wird, Palästina besuchen. Seine Ankunft in Südafrika wird in der zweiten oder dritten Februarwoche 1932 erwartet. Norman Beut wich wird den Weizmann-Lehrstuhl an der Jerusalemer Universität innehaben Jerusalem, 4. Oktober. (JTA.) Die hebräische Tageszeitung „Haarez“ teilt mit, daß der bisherige Chef des Justizdepartem'ents der Palästina-Regierung und Oberstaatsanwalt Palästinas Norman Bontwich zum Inhaber des Weizmawi- Lehrstuhls für internationalen Frieden an der Hebräischen Universität in Jerusalem ernannt worden ist. Norman Bentwich werde, fügt „Haarez“ hinzu, noch in diesem Winter, spätestens aber im Frühjahr 1932, in Jerusalem eintreffen, um sein neues Amt anzutreten. Gesetzliche Sabbatruhe in Tel-Awiw Tel-Awiw, 24. September. (JTA.) Der Gemeinderat von Tel Aviv hat einige Verordnungen betreffend die Durchführung der Sabbatruhe erlassen. Im Stadtkreise von Tel Aviv müssen alle Geschäfte und Werkstätten an Sabbath- und Feiertagen geschlossen bleiben. Nur den Restaurants und Gaststätten ist es gestattet, an diesen Tagen Speisen zu verabfolgen, doch müssen die Speisen im Restaurant selbst eingenommen werden. Dreizehn junge Revisionisten in Tel-Awiw verhaftet Tel-Awiw, 1. Oktober. (JTA.) Dreizehn junge Leute, die, der revisionistischen Parole fol-