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Das jüdische Echo · 1931-10-02 · 40 (2.10.1931) · p. Seite 558

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
40 (2.10.1931)
Date
1931-10-02
Page
Seite 558 (sequence 10)
Language
German
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558 Das Jüdische Echo Nr. 40 Thomas erklärte weiter, die Regierung habe Norman Bentwich zweimal höhere Posten im richterlichen Kolonialdienst angeboten, Bentwich habe aber diese Posten abgelehnt und erklärt, er nehme einen Posten außerhalb Palästinas nicht an. Nach dieser Haltung Bentwichs habe die Regierung keine andere Wahl gehabt, als Bentwich durch Pensionierung aus dein Palästinadienst zurückzuzieheu. Bei diesen Worten des Ministers sprang Colonel Wedgwood erregt auf und richtete an Herrn Thomas die Frage, ob Bentwich darum ersucht worden sei, zurückzutreten, weil er Jude ist. Der „Speaker“ des Unterhauses ließ diese Frage nicht zu, sie wurde auch durch Thomas nicht beantwortet. Einer unmittelbar darauf von dem bekannten Antizionisten Howard Bury betreffend den Rücktritt Bentwichs gerichteten Frage an den Kolonienminister war zu entnehmen, daß Bentwich gezwungen wurde, acht Jahre vor Erreichung des Pensionsalters von seinem Amte zurückzutreten und daß, um Bentwichs Pensionierung eine rechtliche; Grundlage zu geben, eine besondere gesetzliche Regelung hierfür getroffen worden seii. Man wird nicht gut behaupten können, daß der Entlassung Bentwichs antisemitische Motive zugrunde liegen; die Zusammensetzung der gegenwärtigen englischen Regierung verbietet eine solche Annahme — aber antizionistische Motive waren es sicherlich. Diese Maßnahme fügte sich den vielen anderen dieser Art an, die von Passfield imitiert wurden; die Jewish Agency und die Zionistische Organisation werden sich keinesfalls mit ihr abfinden dürfen. Elf Thora-Rollen aus einer Synagoge in Rumänien gestohlen Bukarest 22. September (JTA.) In der Nacht vom 20. September drangen Einbrecher in die große Synagoge von Adjud (Bezirk Bakau) ein, brachen die Thoralade auf und stahlen sämtliche elf Thora-Rollen, die sich in derselben befanden, darunter einige, die über 150 Jahre alt sind und einen großen Wert repräsentieren. Der Gesamtschaden beläuft sich auf über eine Million Lei. Am nächsten Tage wurde der Synagogenvorstand in einem Schreiben aufgefordert, an einer bestimmten Stelle 30 000 Lei zu erlegen, worauf die entwendeten Thora-Rollen zurückgebracht werden würden. Die Behörden sind um die Aufklärung des Falles bemüht. Das palästinensische Pfund im Zeichen der Währungskrise Jerusalem, 27. September. (JTA.) Die palästinensische Währung macht gegenwärtig eine Bewegung in dem gleichen Verhältnis wie das englische Pfund Sterling durch. Das macht sich gegenüber dem Auslande insofern bemerkbar, als im Verkehr mit Ägypten und Syrien, den Ländern, mit denen Palästina in einem intensiven Handelsverkehr steht, das palästinensische Pfund zu dem gleichen Kurs wie der englische Sterling umgerechnet wird; im Inlande ist die Wirkung die, daß eine starke Nachfrage nach Gold-Sovereigns, besonders unter den Fellachen, die Goldmünzen hamstern, herrscht. Dies hat zunächst zur Folge, daß die Preise für Nahrungsmittel und andere Bedarfsartikel um 10 Prozent gestiegen sind. Die Großhändler zögern, Handelsgeschäfte auf Dauer zu tätigen. Rosch Haschanah in Jerusalem Jerusalem, 14. September. (JTA.) Die Stimmung des jüdischen Neujahrs (Rosch Haschanah) prägte sich im ganzen Lande Palästina aus. Die hebräischen Tageszeitungen, die gewöhnlich vier Seilen stark erscheinen, brachten Neujahrsnummern in der Stärke von je 32 Seiten heraus, in denen Überblicke über die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims und die Fortschritte des arabischen Elements im Lande im abgelaufenen Jahre gegeben werden. Die in englischer Sprache erscheinende Tageszeitung „Palesline Bulletin“ brachte ebenfalls eine außerordentlich starke Rosch Haschanah-Nummer heraus, die u. a. eine große Zahl Neujahrsgrüße nicht jüdischer Firmen und Privatpersonen an jüdische Geschäftsfreunde und jüdische Bekannte enthält. Zu den Rosch Hasclianah-Andachten an der Klagemauer strömten Tausende Juden. Infolge des Zudranges der Andächtigen waren die Wege zur Klagemauer von zahlreichen Polizeiposten kontrolliert, die für einen ordnungsmäßigen Verkehr sorgten. Das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Dr. Cliaim Arlosoroff, besuchte die Oberrabbiner der verschiedenen religiösen Richtungen und überbrachte ihnen Roscli Haschanah-Grüße. Fortschritte der jüdischen Siedlung in Palästina Jerusalem, 24. September. (JTA.) Durch die Erwerbung weiteren Landes im Emek Jesreel seitens des Jüdischen Nationalfonds auf dem Hügel von Kumi wrden die umliegenden jüdischen Siedlungen vergrößert. Zu diesen gehören die genossenschaftlichen Siedlungen von Ejn Charod, Gema und Tel Josef und die Siedlung für Einzelwirtschaften Kfar Jecheskiel. Die neu hinzukommenden Ländereien sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung für diese Siedlungen. Von zuverlässiger Stelle wird bekanntgegeben, daß annähernd 10 000 Dunam neue Orangenpflanzungen während der letzten-Pflanzungssaison von Juden angelegt wurden. Für die Vollendung des neuen Jemenitenviertels „Tirath Schalom“ auf J.N.F.-Land bei Ness Zionah, das nach Schalom Shazabi, einem jemenitischen religiösen Dichter benannt ist und von den Jemeniten aus den alten Vierteln von Rischon Lezion bewohnt werden soll, sind Vorkehrungen getroffen worden. Das neue Dorf wird 23 Häuser haben und jeder Siedler erhält etwa 20 Dunam Land. Aaron Eisenberg, ein Pionier der Palästina-Kolonisation, gestorben Jerusalem, 27. September. (JTA.) Hochbetagt starb in Rechoboth der Palästina-Pionier Aaron Eisenberg, einer der ältesten Chowewe Ziori und einer der Begründer der Kolonien Rechoboth und Chedcra. Zuletzt war er Direktor der Agudath Netajim (Pflanzer-Verein). Die Bestattung fand in Rechoboth unter sehr großer Beteiligung statt. Gemeinden- und Vereins-Echo Jüdisches Jugendheim, München. Im Jüdischen Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße 1, finden im Oktober folgende gemeinsame Abende statt: Montag, 5. Oktober, 8.30 Uhr (Lessingsaal) Geselliger Abend mit Tanz. Mittwoch, 7. Oktober, 8.30 Uhr, Presseabend. (Aus Zeitungen und Zeitschriften werden bedeutsame Artikel gelesen und gemeinsam besprochen.) Montag, 12. Oktober, 8.30 Uhr, spricht Herr Max Schwarz über: Strafgerichte und Strafverfahren. Montag, 19. Oktober, 8.30 Uhr (Lessingsaal), Geselliger Abend mit Tanz.

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