Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 38 (16.9.1931)
- Date
- 1931-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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534 Das Jüdische Echo Nr. 38 Sein erster Vortrag in der Sorbonne beschäftigte sich mit dem Kinderdorf Kfar Jeladim, und war auch vom Pariser Verband „Freunde von Kfar Jeladim“, zu dessen Ehrenmitglied Henry Bergson, Tristan Bernard, Jean-Richard Bloch, Siivain Levy und Emil Meyerson gehören, veranstaltet. Außerdem hielt Fleg auch an anderer Stelle Vorlesungen, die seine Eindrücke vom Jiscliuw Wiedergaben. Überwältigt ist Edmond Eleg vom großen Optimismus, der die palästinensischen Juden niemals verläßt. Überall ist er auf den großen, starken Glauben an eine glanzvolle Zukunft des jüdischen Landes gestoßen. Die Araberfrage ist künstlich aufgeblasen worden. Er selbst ist überzeugt, daß schließlich eine jüdisch-arabische Verständigung zustande kommen werde. Eine weitaus wichtigere Frage ist die englische Frage. Die Engländer, erklärt Fleg, haben viel Schuld an dem gespannten Verhältnis zwischen Juden und Arabern. Sie werden aber ihre Einstellung zum jüdischen Palästina ändern und zur Einsicht gelangen, daß die Juden ihre Sache selbst verteidigen können, zumal England keine Lust habe, den Suez-Kanal zu verlassen. So hat ihm der ägyptische Oberrabbiner Chaim Nahum richtig gesagt: „England wird Ägypten nicht verlassen.“ Die Juden haben Ägypten verlassen, aber England wird dort bleiben.“ Von der Arbeit im Lande ist Fleg voller Enthusiasmus. Je mehr der Jude in der Galuth schafft und baut, um so größer seine Entjudung. In Palästina ist’s umgekehrt: Je mehr er schafft und baut, desto mehr Jude wird er. Die jüdische Arbeit überrascht alle Fremden, die ins Land kommen. Als eine Engländerin das neue Tel-Awiwer Hotel „König David“ erblickte, fragte sie, ob die Juden auch schon das alte Heiligtum wieder aufgebaut hätten. Und als der Oberkommissär einige Gemeinden- und Vereins-Echo Jüdischer Gesangverein, München. Anläßlich des Wiederbeginnes der Proben findet am Dienstag, den 6. Oktober, im Probelokal (Lessingsaal) ein gemütliches Beisammensein (Simchas Thora-Nachieier) statt. Hebräische Sprachkurse, München, ln sämtlichen bestehenden Kursen werden neue Schüler aufgenommen. Es wird besonders auf den neuen Anfängerkurs aufmerksam gemacht, der vorläufig jeden Donnerstag abend 9 Uhr stattfindet. Die Liederstunde findet vorläufig jeden Mittwoch abend 8.45 Uhr Herzog-Rudolf-Straße 1 Rgb. statt. Rosa-Werner-Näihstube, München. Wir geben bekannt, daß wir nun wieder unsere Arbeit aufnehmen. Die Nähnachmittage finden jeden Dienstag von 3—6 Uhr Herzog-Max-Straße 3, 1. Stock, statt. Beginn: Dienstag, den 13. Oktober. Wir er^ suchen um sehr zahlreiches Erscheinen. Jüdischer Kindergarten. Am Montag, dem 5. Oktober, morgens 9 Uhr, soll der Kindergarten der Jüdischen Erau-engemeinschaft unter Leitung von Frau Henny Reich wieder eröffnet werden. Der wirtschaftlichen Lage Rechnung tragend ist das monatliche Entgelt auf 10 RM. festgesetzt und soll von Fall zu Fall noch reduziert werden, soweit es zur Aufrechterhaltung des. Kindergartens nur irgend möglich ist. Wir bitten um baldige schriftliche Meldung bei Frau Henny Reich, Schumann- Araber nach London einlud, fragten sie, ob London so schön sei wie Tel-Awiw. Wer die Freude in Palästina nicht gespürt hat, weiß nicht, was Freude ist. Und wer den Sabbat in Tel-Awiw nicht erlebt hat, der weiß nicht, was Sabbat ist. Es gibt in Palästina viele Politikaster, aber die Zahl der Schaffenden, Arbeitenden ist viel größer, und die Arbeit trägt viele Früchte. Fleg ist einem Antwerpener Brillantenhändler begegnet, der in der Krise sein ganzes Vermögen verloren hat und nur dadurch gerettet wurde, daß er eine Orangenplantage in Palästina besitzt. Fleg hatte eine Unterredung mit Oberrabbiner Kuck über sein Verhältnis zu den Neuankömmlingen, die ja nicht fromm seien. Kuck antwortete: „Aber Juden sind sie. Das Heiligtum dürfte vom Fi'ohepriester im Hohepriesterornat nur am Jom Kipur betreten werden. Aber inan müßte dort irgendeine Arbeit leisten, so dürften einfache Arbeiter in ihren einfachen Kleidern hineingehen. Wir dürfen nicht darauf achten, ob sie fromm sind oder nicht, sie arbeiten. Sie bauen das Land für das jüdische Volk und seine Thora.“ Zum Schluß schildert Fleg den Eindruck, den die Klagemauer auf ihn gemacht hat. Gebeugte Juden stehen dort, beten und weinen. Hinter der Wand stehen Araber und höhnen, nicht gehindert von arabischen und englischen Polizisten. Auf Fleg wirkte das erschütternd. Er weiß, daß Tiere in Menschengestalt Pogrome machen, Synagogen schänden usw. Aber daß man Tag um Tag den heiligsten Ort, der uns geblieben ist, beleidigen darf, das zu ertragen ist unmöglich. Im Museum von Kairo traf Fleg eine Gruppe palästinensischer Schüler, denen ihr Lehrer die Mumie eines Pharao zeigte und erklärte. Dem Dichter, so erzählte er, kam hierbei der Gedanke: Dieser Pharao konnte uns nicht unterkriegen, auch Lord Paßfield wird es nicht gelingen. (Aus der „Neuen Welt“, Wien.) Straße 2, telephonisch 43560 Dienstags vormittag 10—12 Uhr. Jüdischer Kindergarten. Wie in früherem Jahren werden wir auch heuer gern unentgeltlich ein junges Mädchen als Helferin heranbilden. Voraussetzung: Liebe zu Kindern, intensive Arbeitsbereitschaft und Zuverlässigkeit. Schriftliche Meldung erbeten an Frau Henny Reich, Schumannstraße 2. Palästinaarbeiten. Kinderkleider, Pyjamas, Dekken und reizende kleinere Geschenkartikel in. sehr schöner Ausführung sind im Leinenhaus Fraemkel, Theatinerstraße 17, dauernd zum Verkauf ausgestellt. München. Kantor Eugen Liebermann in der Reichenbachschul. Am letzten Sabbat und Sonntag, die beiden Rosch-Haschono-Tage, hielt hier in der Reichenbachschul Herr Ol!b e r k a n t o r Eugen Liebermann aus Beregszasz (Tschechoslowakei), seinen Probevortrag. Liebermann besitzt einen warmen, klingenden Tenor, der in der mittleren und hohen Lage den Tempel bis zur letzten Bankreihe füllte. Sein Vortrag war sowohl stimmlich als auch kantoral ausgezeichnet. Der erst 32jährige Kantor verspricht eine glänzende Entwicklung. Gesamtausschuß der Ostjuden, München. M. Schumer und Frau gratulieren Herrn M. Diamand nnd F'rau zur Vermählung ihrer Tochter und wünschen allen Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr. RM. 1.—.