Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 35 (28.8.1931)
- Date
- 1931-08-28
- Page
- Seite 490 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Nr. 35 490 Gemeinden- und Vereins-Echo Zionistische Ortsgruppe München Es ist gelungen zur Erstattung des Kongreßberichtes Herrn Dr. Alfred Landsberg, Wiesbaden, zu gewinnen, der am Mittwoch, dem 2. September, abends 8.30 Uhr, im Lessingsaal referieren wird. Hebräische Sprachkurse, München. Am 1. September beginnt der Unterricht in sämtlichen Kursen nach dem bekannten Stundenplan wieder. Außerdem wird bei genügender Teilnehmerzahl ein neuer Anfängerkurs beginnen, auf den wir alle Interessenten für die Makkabiade besonders aufmerksam machen. Anmeldungen und Auskünfte im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1, oder telephonisch unter Nr. 2 97 4 49. Jüdischer Jugendverein, München. Der Jüdische Jugendverein nimmt am Donnerstag, dem 3. September, seine öffentlichen Veranstaltungen wieder auf, und zwar spricht an diesem Abend im Saale der „Concordia“ (Beginn: 20.30 Uhr) der weiten Kreisen rühmlichst bekannte Kunsthistoriker, Herr Theo Harburger, über das Thema: „Kunst im jüdischen Leben“ (mit etwa 60 Lichtbildern). Thema und Referent dürften auch außerhalb unseres Vereins Interesse erregen. (Eintritt frei!) Vereinigte Vereine „Linath-Hazedek“ und Agudas-Achim“. Die Nachfrage nach den Synagogenplätzen war außerordentlich rege, so daß nur noch eine geringe Zahl von Plätzen verfügbar ist. Es wird den Interessenten dringend empfohlen, sich bei den Herren Leopold Buchaster, Reichenbachstraße 23 (Tel. 2 59 03) und M. Stiefelzieher, Columbusstraße 3 (Tel. 41 6 92) noch einen Platz zu sichern. Bar-Kochba. Damen-, Mädchen- und Kinderabteilung. Im September wird der gesamte Turnbetrieb wieder aufgenommen. Mittwoch, den 2. September, nachmittags 3 Uhr, beginnen die Turnstunden der Kinderabteilung: Montag, den 7. September, abends 6 Uhr, turnt die Mädchenabteilung: von 7 bis 8 Uhr die Damenabteilung I, von 8 bis 9 Uhr die Damenabteilung II. Sämtliche Mitglieder werden aufgefordert, wieder regelmäßig und pünktlich die Turnstunden zu besuchen. Die Rosa-Weruer-Nähstube in München tritt heuer in das achte Jahr ihres Bestehens. In der schlimmen Zeit der Nachinflation gegründet, war sie eigentlich nur als eine vorübergehende Nothilfe für die ärgste Bedrängnis gedacht, aber schon die Tatsache, daß sie auch in den folgenden Jahren der Stabilisierung nicht überflüssig geworden ist, lehrt, daß die Not im ganzen stets brennend geblieben ist. Wenn die Leitung der Nähstube in diesem Rahmen auch heuer wieder berichtet, so ist dies leider mehr, als nur eine Rückschau auf die geleistete Arbeit, wie sie Vereine alljährlich mitzuteilen pflegen. Zwei l'mslände sind es, die uns unmittelbar veranlassen, uns an die Öffentlichkeit zu wenden: Der eine, daß, wie man ohne Übertreibung sagen kann, die Not in den Kreisen, denen unsere Arbeit zugute kommen soll, heute drückender ist, als je zuvor und der andere, daß auch manche von denen, die uns die Jahre bisher hindurch in so großzügiger Weise durch Schenkung von Material und Geld geholfen haben, heute durch die vernichtende Krise, die über uns hereingebrochen ist, daran gehindert sind, uns so zu helfen, wie sie es bisher getan haben. Beide l'mslände werden es verständlich erscheinen lassen, wenn wir uns auch heuer wieder und dringlicher als je zuvor an alle wenden, die irgendwie unserer Bille entsprechen können, und wenn wir sie herzlich bitten, unsere Arbeit auch weiterhin durch Schenkung von Material oder von Geld zu fördern; wenn wir uns über den Kreis unserer bisherigen Förderer hinaus an weiteste Kreise unserer Gemeinde wenden und wenn wir milteilen, daß jede, auch die kleinste Zuwendung herzlich willkommen ist. Es drängt uns, auch an dieser Stelle allen, die uns bisher geholfen haben, unseren herzlichsten Dank zu sagen, vor allem der Israelitischen Kultusgemeinde München, die uns stets wohlwollend gefördert hat, dann unseren Spendern, die uns eigentlich erst unsere Arbeit möglich gemacht haben und — nicht zuletzt — den Damen der Nähstuhe, die in nimmermüder Hingabe mit der Anfertigung der Wäsche usw. beschäftigt waren. Ihnen allen also unseren aufrichtigsten Dank und die Bitte, uns weiter so wie bisher zu helfen und auch durch die Werbung neuer Mitarbeiterinnen unser Werk zu fördern. Neue Mitarbeiterinnen, die stets herzlich willkommen sind, wollen sich melden bei Frau Amalie Lang, Blumenstraße 31, Fernruf 24 9 92, oder bei Frau Else Landauer, Gentzstraße 1, Fernruf 318 61. Über Ort und Zeit der Nähstubennachmittage des kommenden Winters wird an dieser Stelle noch rechtzeitig Mitteilung gemacht werden. Im vergangenen Arbeitsjahr wurden ferliggeslellt und verteilt: 120 Bettücher, 116 Bezüge, 232 Kissen, 15 Taghemden, 6 Inlettbezüge, 8 Schürzen, 2 Tischtücher, 4 Kinderbettücher, 1 Kinderbettbezug, 1 Kinderbeltkissen, 20 Frauennachthemden, 8 Inletlkissen, 2 Beinkleider, 4 Herrenhemden, 27 Knabenhemden, 28 Miitzchen. Mit diesen Gegenständen konnten 98 Familien bedacht werden. Außerdem wurden für das Lehrlingsheim, für das Krankenheim und für die Ferienkolonie Näharbeiten aus, von diesen Anstalten gestellten Stoffen, angefertigt. Nürnberg. Konzert zu Gunsten des Keren Kajjemeth Lejisrael Das für den 17. August festgesetzte Gartenkonzert Nürnberger Kiinster zu Gunsten des' Keren Kajemeth Lejisrael konnte der schlechten Witterung wegen nicht wie gedacht, im Garten des Herrn Kommerzienrat Stock stattfinden, sondern mußte im Blauen Saale des Hotels Wittelsbach abgehalten werden. Dies hatte natürlich ■seine Nachteile, da das Programm für ein Saalkonzert etwas zu bunt war. Dagegen standen die Leistungen der Künstler auf beachtenswerter Flöhe. Das Konzert wurde eingeleitet durch die Violinsonate von Richard Strauß in Es-Dur, die von Frau Ilse Scheffler-Sorenn (Geige) und Herrn Karl Kritz (Klavier) mit Schwung interpretiert wurde. Darauf folgten zwei angenehme Stücke für Harfe und Flöte von Judassohn und Hilse, dargebracht von Erl. Buchbinder (Harfe) und Herrn Schneider (Flöte). Besonders gefiel hier das flotte Zusammenspiel dieser selten gehörten Instrumente. Die Sängerin, Eva Goldbach, riß das Publikum durch ihren sympathischen Sopran zu wiederholtem Beifall hin. Den Höhepunkt des Konzertes erreichte wohl das von den Herren Drahozal (Geige), Scheffler (Cello) und Kritz (Klavier) gespielte herrliche H-Dur-Trio von Brahms. Was diese drei Kiinster hier boten, war wirklich große Musik. Das zahlreich erschienene Publikum dankte wiederholt den Künstlern, die sich in liebenswürdiger Weise dem Keren Kajemeh zur Verfügung gestellt haben.