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Das jüdische Echo · 1931-08-28 · 35 (28.8.1931) · p. Seite 483

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
35 (28.8.1931)
Date
1931-08-28
Page
Seite 483 (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 35 28. Äugust 1931 18. Jahrgang Ruhe in Palästina Der arabische Generalstreik Im allgemeinen ruhiger Verlauf, nur in Nablus Zusammenstoß zwischen Polizei und Demonstranten Jerusalem, 24. August. (JTA.) Der von der arabischen Exekutive zum Protest gegen das Bestehen von Waffenlagern in den jüdischen Kolonien und zur Erinnerung an die Unruhen im August 1929 proklamierte Generalstreik ist, wie die Polizeibehörde der JTA. mitteilt, im ganzen Lande ziemlich vollständig durchgeführt worden. Erleichtert wurde die Durchführung des Streiks dadurch, daß er auf einen Sonntag fiel und daher die christlichen Geschäfte ohnehin geschlossen hatten. Die jüdischen Geschäfte blieben geöffnet, ebenso einige arabische Lebensmittelgeschäfte. Vorsichtshalber hatten einige jüdische Familien ihre in den gemischten Vierteln gelegenen Wohnungen verlassen und waren vorübergehend in die rein jüdischen Viertel umgezogen. Die bei Privatbauten beschäftigten arabischen Bauarbeiter waren zur Arbeit erschienen, dagegen streikten die bei öffentlichen Straßenbauarbeiten beschäftigten arabischen Arbeiter. Nirgends ist es zu Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung gekommen. Etwa 40 Mitglieder der palästinensisch-arabischen Exekutive hatten versucht, gemeinsam mit einer Anzahl von Anhängern trotz des Regierungsverbots den in Aussicht genommenen Zug zum Regierungsgebäude durchzuführen, wurden jedoch von der Polizei daran gehindert. Nach längeren Verhandlungen zwischen dem Kommandanten der Polizeikräfte, Major Wainwright, und dem Sekretär der arabischen Exekutive, Jamal Hussein!, wurde vereinbart, daß eine Deputation von 10 Mitgliedern der arabischen Exekutive in das scharfbewachte Regierungsgebäude eingelassen werden sollte, um das Protestmemorandum der arabischen Exekutive zu überreichen. Wegen des Sonntags war keiner der leitenden Regierungsbeamten anwesend. Das Memorandum wurde dem Privatsekretär des High Commissioners, Mr. Cust, überreicht. -Die Deputation hatte auch beabsichtigt, Kopien des Memorandums in allen ausländischen Konsulaten zu überreichen, doch waren diese einschließlich des türkischen Konsulats geschlossen. Der Zusammenstoß in Nablus — PoHzeikommandant Kyles schwer verletzt — Militälr besetzt das Regierungsgebäude Ein hoher Polizeibeamter gab am Nachmittag dem Vertreter der JTA. gegenüber seiner Meinung dahin Ausdruck, daß nunmehr, nachdem die arabische Exekutive ihre Protestgeste durchgeführt habe, mit keiner Störung der Ruhe zu rechnen sei. Bald darauf traf aus Nablus die Nachricht ein, daß es dort zu einem ernsten Zusammenstoß zwischen Polizei und Demonstranten gekommen sei. Wie der Polizeioffizier Spicer der JTA. mitteilte, hatten sich um 5 Uhr nachmittags neuerlich Zusammenrottungen von Arabern gebildet, die eine ungeregelte Demonstration veranstalteten, und die ihnen entgegentretende Polizei mit Steinen und schweren Ziegeln bewarfen. Die Polizei sah sich schließlich genötigt, zu feuern. Bei dem Zusammenstoß wurde Polizeikommandant Kyles und drei Demonstranten erheblich verletzt und mußten ins Hospital gebracht werden. Es wurde sodann Militär herangezogen, das das Regierungsgebäude besetzte. Abends waren Polizei und Militär vollkommen Herren der Lage. Polizeioffizier Spicer er klärte dem JTA-Vertreter jeder Versuch einer neuerlichen Ruhestörung würde schonungslos mit den schärfsten Mitteln unterdrückt werden. Am Tage vor dem Streik waren in Nablus -drei Führer der extremen arabischen nationalistischen Elemente verhaftet worden. Sie werden sich wegen Aufruhrs zu verantworten haben. Vor der Polizeistatiion, in der die Verhafteten festgehalten wurden, sammelte sich ein etwa 220 köpfiger Mob an, der lärmend die Freigabe der Verhafteten forderte. Als die Menge sich auf polizeiliche Aufforderung nicht zerstreute, ging die Polizei mit dem Knüppel vor, wobei einige Demonstranten leicht verletzt wurden. Die Zusammenrottung konnte aber erst, nachdem die Polizei eine Schrecksalve in die Luft abgegeben hatte, aufgelöst werden. Um 1 Uhr nachts war die Ruhe wieder hergestellt. Die verhafteten Aufrührer wurden nach Jerusalem gebracht und dort vom Polizeirichter einem ersten Versuch unterzogen. Die Verhandlung gegen sie wurde für diese Woche angesetzt. Die Lage in Palästina am Tage nach dem Generalstreik Jerusalem, 24. August. (JTA.) Am Tage nach dem arabischen Generalstreik bietet das Leben in ganz Palästina ein vollkommen normales Bild. Aus allen Teilen des Landes treffen Berichte ein, die übereinstimmend den Eintritt vollkommener Ruhe bestätigen. Auch in Nablus ist nach 48 Stunden ununterbrochener Unruhe die Ordnung vollkommen wiederhergestellt. Alle Geschäfte wurden morgens wie gewöhnlich geöffnet. Wie der Polizeioffizier Spicer der JTA. mitteilt, wurde Polizeikommandant Kyles, der am Sonntag nachmittag im Kampfe gegen die arabischen Demonstranten verwundet worden ist, nach Jerusalem zur Durchleuchtung des Kopfes und des Brustkorbes gebracht. Er dürfte schwere innere Verletzungen davongetragen haben. Irrwege des Parteikampfes Zu den Vorgängen in der Berliner Jüdischen Gemeinde Als das Berliner Polizeipräsidium, die Aufsichtsbehörde der Berliner Jüdischen Gemeinde, im Monat Mai d. J. die Gemeindewahlen vom November 1930 bestätigt hatte, wodurch die damals gewählte

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