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Das jüdische Echo · 1931-08-21 · 34 (21.8.1931) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
34 (21.8.1931)
Date
1931-08-21
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 34 21. August 1931 18. Jahrgang ROSCH-HASCHANAH 5662 Eine Kundgebung des Nationalfonds „Der XVII, Zionisten-Kongreß erklärt, daß in dieser Stunde, da die Erlösung des Bodens als Grundlage des Nationalheims in den Mittelpunkt unseres Aufbauwerks gerückt ist, jedes Mitglied der Zionistischen Organisation — unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit — die doppelte Verpflichtung hat, sich dem Keren Kajemeth Lejisrael zur Verfügung zu stellen und bei allen Sammlungen und Aktionen aktiv mitzuarbeiten. Nur dann wird der Keren Kajemeth imstande sein, seine zentrale Aufgabe in Palästina zu erfüllen.“ Dieser Beschluß ist vom XVII. Kongreß in Basel, der in einem für unsere Bewegung und für Palästina ungeheuer schwierigen Augenblick seine Beratungen abhielt, einstimmig angenommen worden. Was immer die Streitpunkte in den Meinungskämpfen der Parteien, Gruppen und Fraktionen waren, Einmütigkeit herrschte in der Erkenntnis von der Bedeutung und Heiligkeit der Aufgabe, die vom Bodenfonds durchgeführt werden muß, wenn das Jüdische Nationalheim in Palästina auf einer festen und für ewige Zeiten begründeten Basis ruhen soll: „Nur dann wird der Keren Kajemeth Lejisrael imstande sein, seine zentrale Aufgabe zu erfüllen!“ Dies ist ein Aufruf und ein Alarm-Signal zugleich, die jeden wahren Zionisten und jeden aufrichtigen Palästina-Freund zu einer Verdoppelung ihrer Anstrengungen für den KKL. veranlassen müßten. Unser Aufbauwerk macht nach zwei Jahren politischer Schwierigkeiten eine fast unerträgliche Finanzkrise durch. Der Kongreß hat beschlossen, den Zionisten ein Notopfer aufzuerlegen, um unser Kolonisationswerk, unser Sanitäts¬ und Erziehungswesen vor einer schweren Erschütterung zu bewahren. Aber die Zionisten müssen sich bewußt sein, daß über der Forderung des Tages nicht die Forderung der Ewigkeit vergessen werden darf. Deshalb bestätigte der Kongreß die Richtlinien der Bodenpolitik des Keren Kajemeth Lejisrael „im Sinne des Erwerbes von Ländereien in allen Gebieten, die der Siedlungsarbeit in der nächsten Zukunft neue Möglichkeiten eröffnen“, und forderte „eine unermüdliche Fortsetzung dieses Werkes“. Die traditionelle Neujahrs-Aktion des KKL. trifft die Juden Deutschlands in einer schweren Stunde wirtschaftlicher Not. In dieser Zeit der jüdischen Verarmung muß die Forderung des Nationalfonds, ewigen Besitz für das jüdische Volk zu schaffen, ernster und nachdrücklicher neuert werden. Der Boden, der vom Volke für das Volk erlöst werden soll, verlangt nicht große Opfer weniger, sondern kleine Beiträge aller Juden. Von den Zionisten aber verlangt er außer ihren traditionellen Spenden eine große organisatorische Anstrengung und aktivste Arbeit, zu der jeder einzelne von uns heute aufgerufen wird, die ganze Arbeitsarmee der zionistischen Jugend, der Frauen und Männer, die dem 30. Jahre des Bestehens unserer populärsten Institutionen einen würdigen, großen Auftakt geben sollen — durch verdoppelte Arbeit! Der Geschäftsführende Ausschuß der Zionistischen-Vereinigung für Deutschland. Die Landeskontmission des Keren Kajemeth Lejisrael. Bemerkungen Herrn Shaws freundliche Empfehlung George Bernard Shaw ist ein geistreicher Mann, der sehr viel weiß und sehr viel versteht, zweifellos ein großer Schriftsteller, vielleicht ein Dichter. Aber so viel er auch weiß und so viel er auch versteht — er redet über noch viel mehr. Die ganze Welt freut sich seines Spottes und seiner witzigen, halb ernsten, haib nur spaßhaften Bemerkungen und Glossen, die manchmal allerdings die Tendenz haben, zu bloßen Clownereien herabzusinken. Shaw hat sich während seines Moskauer Aufenthaltes vor kurzer Zeit einem Vertreter der JTA. gegenüber auch über jüdische Fragen geäußert. Was dabei herausgekommen ist? Ein guter Rat — eine tiefe Weisheit — ein witziges Wort — eine Clownerie? Man urteile selbst! Shaw erklärte, er sei, auch auf Grund seiner Beobachtungen in Rußland, zur Überzeugung gelangt, daß letzten Endes die Mischehe den Unterschied zwischen Juden und Christen aufheben werde. Nachdem er diese Meinung in vollem Ernste zum Ausdruck gebracht hatte, fügte Shaw scherzend hinzu, ein anderes Mittel zur Lösung der Judenfrage bestehe darin, daß die Juden ihren Superioritätskomplex verlieren. Die Juden müssen aufhören, sagte Shaw, sich anderen Volksstämmen gegenüber als überlegen zu fühlen, auch wenn sie manchmal allen Grund haben, sich so einzuschätzen. Shaw nahm mit Interesse von dem Schreiben Kenntnis, das Stalin vor einiger Zeit an die JTA. gerichtet hat und in dem er den Antisemitismus als ein „Überbleibsel der für die Ära des Kanibalismus charakteristischen unmenschlichen Sitten“ bezeichnet und darauf hinweist, daß nach den Gesetzen der Sowjetunion militanter Antisemitismus unter Todesstrafe stehe. Der Charakterisie-

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