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Das jüdische Echo · 1931-07-24 · 30 (24.7.1931) · p. Seite 429

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
30 (24.7.1931)
Date
1931-07-24
Page
Seite 429 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 30 429 Das Jüdische Echo Die erste Sitzung des neugewählten Aktionskomitees Erklärung der Revisionisten über ihr Verhältnis zur Gesamtorganisation Hasel, 17. Juli. (JTA.) Am Donnerstag, dem Iß. Juli, trat das neue Aktionskomitee der Zionistischen Organisation zu seiner ersten Sitzung zusammen. Es wurde folgendes Präsidium gewählt: Präsident: Herr Leo Motzkin, Vizepräsidenten: die Herren Kurl Blumenfeld, Meir Berlin, Izchak Grünbaum, Benzion Mossinsohn, Salman Rubaschow, Josef Sprinzak. Ein Platz wurde für einen Vertreter der Revisionisten reserviert. Es wurde beschlossen, das Präsidium des Aktionskomitees mindestens viermal jährlich zu einer Sitzung einzuberufen, um die Tätigkeit der Zionistischen Exekutive zu kontrollieren. Din Revisionisten gaben folgende Erklärung ah: Durch die Beschlüsse des Kongresses in Tragen des Endziels, der Jewish Agency, der Haltung zur Politik der Mandatarmacht und durch die Art der Leilungsbildung ist der Zustand in der Organisation unleidlich geworden. Die Union der Zionislen-Revisionisten hat daher beschlossen, die Trage ihres Verhältnisses zur Zionistischen Organisation auf einer speziellen Konferenz zu prüfen. Mit diesem Vorbehalt beteiligen sich die Vertreter an den Arbeiten des Aktionskomitees, ohne hierdurch ein Präjudiz zu schaffen. Das Aktionskomitee befaßte sich sodann mit den innerhalb des Council der Jewish Agency aul'gelauchlen politischen Schwierigkeiten, die darauf zurückzuführen sind, daß die Nichfzionislen eine Abänderung mehrerer wichtiger Resolutionen, die der Zionistenkongreß zu politischen und organisatorischen Fragen gefaßl hat, beantragt haben. Insbesondere haben die Nichtzionisten Einwände gegen die Formulierung der Resolution über den MacDonald-Brief erhoben und gewünscht, daß der Brief nicht bloß als „Basis für weitere Verhandlungen“, sondern als Basis für weitere Verhandlungen und eine Kooperation im Geiste des Mandats“ bezeichnet werde. Es wurde beschlossen, der Forderung der Nichtzionisten, eine Abänderung der Resolution über den MacDonald-Brief vorzunehmen nicht zu entsprechen. Die zionistischen Mitglieder des Agency- Councils der Jewish Agency wurden verpflichtet, sowohl in der Politischen Kommission des Councils der Jewish Agency als auch im Plenum einheitlich ohne Rücksicht darauf, wie die einzelnen Mitglieder auf dem Kongreß gestimmt haben, für die vom Kongreß beschlossene Fassung der Resolution zu stimmen. Jabotinsky bis zur nächsten revisionistischen Weltkonferenz beurlaubt Basel, 17. Juli. (JTA.) Der Präsident der Wellunion der Zionislen-Revisionisten, Wladimir Jabotinsky, wurde bis zu der im Dezember 1931 slattfindenden ordentlichen Weltkonferenz der revisionistischen Union beurlaubt. Es verlautet, daß der Urlaub Jabofinskys im Zusammenhang mit der von den revisionistischen Vertretern im Aktionskomitee abgegebenen Erklärung über die Beziehungen der revisionistischen Fraktion zur zionistischen Gesamtorganisation steht. Die bei den Revisionisten über diese Frage bestehenden Meinungsverschiedenheiten sollen auf der im Dezember d. J. zusammenlrelenden revisionistischen Weltkonferenz endgültig geklärt werden. Was „Manchester Guardian“ vom neuen High Commissioner für Palästina erwartet London, 10. Juli. (JTA.) „Manchester Guardian“ gibt in einem längeren Leitartikel einen Überblick über die Ergebnisse des XVII. Zionistenkongresses und nimmt im Zusammenhang damit auch zur Ernennung General Arthur Grenfell Wauchopes zum High Commissioner für Palästina Stellung. Das Blatt erblickt darin, daß General Wauehope an die Stelle Sir John Chancellors treten soll und C. II. Luke nach Malta transferiert wurde, einen „fast vollständigen Wechsel im höheren Personal der Palästinaverwaltung“. Welche Ergebnisse dieser Wechsel zeitigen werde, bleibe noch abzuwarlen, doch sei zu hoffen, daß General Wauehope der Paläslinaverwallung ihre Pflichten gegenüber dem Aufbau des jüdischen Nalionalheims klar machen und damit der gegenwärtigen Tendenz vieler Beamten der Palästinaregierung, alles heim Allen zu lassen, ein Ende bereiten werde. Diese Beamten, schreibt das Blatt, zeigen wenig Interesse für das einzigartige zionistische Experiment und sind der Ansicht, daß der allgemeine Zug der britischen Politik dahin gehe, den Gedanken des Jüdischen Nationalheims allmählich fallen zu lassen. „Manchester Guardian“ weist darauf hin, daß das Wesen der Errichtung des Jüdischen Nalionalheims in einer Verstärkung der jüdischen Einwanderung besteht, und stellt dieser Tatsache die Tendenz der Paläslinaregierung gegenüber, jeden neuen jüdischen Einwanderer als neue Komplikation eines ohnehin schon schwierigen Problems zu betrachten. Das Anwachsen der Opposition innerhalb des Zionismus sollte für die britische Regierung eine heilsame Warnung sein. Die Mitglieder des Zionistenkongresses kämen aus allen Teilen der zivilisierten Well. Die Delegierten hätten daher keim' direkte Beziehung zur britischen Regierung und kein Gefühl einer traditionellen Loyalität gegenüber England. Wir können ihnen gegenüber, schreibt das Blatt, keine Autorität geltend machen und nicht Gehorsam von ihnen fordern; wir haben vielmehr zu versuchen, uns ihr Vertrauen zu erhallen. Das Blatt kommt zu dem Schlüsse, daß es besser wäre, die Durchführung des Experimentes in Palästina dem Außenamt anzuvertrauen, da die Lage höchst kompliziert und mit keiner Sache zu vergleichen sei, in der das Koloniahnl oder seine Beamten, die das Rückgrat der Paläslinaverwaltung bilden, irgendwelche Erfahrung haben. Aber auch im gegenwärtigen Rahmen der Paläslinaverwaltung seien sofortige Reformen durchzuführen. Der Landentwicklungsdirektor für Palästina ernannt London, 19. Juli. (JTA.) Zum Landenlwicklungsdireklor für Palästina, dem die Durchführung des neuen Development Scheine obliegen wird, ist Louis French ernannt worden. French war bisher im Indian Civil Service tätig. Aus der Jüdischen Welt Sommertagung des K.J.V. D a s K a r teil j ii d i s e h e r V e r b i n d u n - gen veranstaltet seine diesjährige Sommertagung (Camp) auf dem Gute des Reichshundes Jüdischer Siedlungen in Groß-Gaglow hei Cottbus vom 1. bis 3. August. Der sachliche Teil wird ausgefüllt sein mit Besprechungen über die Methoden zionistischer Propaganda in Deutschland. Am Montag finden Sporlwellkämpfe statt.

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