Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 27 (3.7.1931)
- Date
- 1931-07-03
- Page
- Seite 394 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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394 Das Jüdische Echo Nr. 27 \ Gemeinden- und Vereins-Echo Die Umlagenerhöhung in der Sitzung der gemeindlichen Körperschaften vom Donnerstag. 25. Juni, machte vor Eintritt in die Tagesordnung Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer die erfreuliche Mitteilung, daß bei der Gemeinde zu Ehren und zum Andenken der im vorigen Jahre verstorbenen Frau Martha Wilmersdoerffer, der Gemahlin des Vorsitzenden der Gemeindevertretung, von ihrem Vater eine Stiftung in Höhe von 1(3 000 RM. errichtet wurde. Die Zinsen sollen den Arbeiten des Vereins Israelitische Jugendhilfe zugute kommen, denen sich die Verstorbene stets mit besonderem Anteil gewidmet hatte. Die Stiftung wurde angenommen; Dr. Neumeyer sprach dem Stifter den herzlichen Dank der Gemeinde aus. Wie bereits berichtet, hatten Gemeindevertretung und Gemeindevorstand die Aufgabe Maßnahmen zu treffen, um angesichts des dauernden Rückgangs der Einnahmen und eines bereits jetzt sich auswirkenden Defizits die Ordnung der Gemeindefinanzen aufrechtzuerhalten. J.-R. Dr. Oestreich gab anstelle des aus beruflichen Gründen abwesenden J.-R. Dr. Straus Erläuterungen zu dem der Versammlung vorliegenden Rechnungsabschluß per 31. Mai 1931, aus dem sich ergibt, daß in den vergangenen Monaten bereits ein Einnahmeausfall gegenüber dem Voranschlag von über 31 000 RM. entstanden ist, so daß insgesamt bisher ein Fehlbetrag von 38 150 RM. zu verzeichnen ist. Dieser Einnahmeausfall ist im wesentlichen auf den Mindereingang an Umlagen zurückzuführen; nach einer Berechnung, die man angestellt hatte, würde für das ganze Geschäftsjahr 1931, noch dazu unter der Voraussetzung, daß die Umlageneingänge sich gegenüber dem Vorjahr nicht noch weiter verschlechtern, einen Ausfall yon 55 000 RM. ergeben. Angesichts dieser Umstände haben Vorstand und Finanzausschuß eine Erhöhung des Umlagensatzes von 8 auf 9 Prozent für das ganze Geschäftsjahr beantragt. J.-R. Dr. Oestreich betonte, daß eine Aufschiebung dieses Beschlusses, den voraussichtlich fassen zu müssen, man bereits im Januar bei der ersten Umlagenfestsetzung erkannt hatte, den Erfolg der Maßnahme illusorisch machen würde. Eine saubere Finanzwirtschaft erfordere schleunigst Abhilfe für das als unvermeidlich anerkannte Defizit. Da weitere Sparmaßnahmen unmöglich seien, bleibe nur die Erhöhung der Umlage übrig. Namens der liberalen Fraktion erklärte in der Aussprache R.-A. Dr. Alfred Werner, daß sie sich schweren Herzens und nach reiflicher Prüfung in Würdigung der von J.-R. I)r. Oestreich vorgetragenen Gründe entschlossen habe, der Maßnahme zuzustimmen; für die Orthodoxen gab Herr J.-R, Dr. Max Eeuchtwanger das gleiche bekannt und auch J.-R. Dr. Julius Siegel, der namens der zionistischen Fraktion sprach, erklärte, daß andere Möglichkeiten nicht gegeben seien. Dr. Siegel wies noch besonders darauf hin, daß es notwendig sei, die Gründe, die zu dieser Maßnahme zwingen, öffentlich darzulegen und damit Meinungen entgegenzutreten, als treibe die Gemeinde eine luxuriöse Finanzpolitik. In Wirklichkeit sei doch der weitaus größte Teil der gemeindlichen Ausgaben zwangsläufig bedingt. Die Erhöhung des Umlagensatzes wurde in Gemeindevertretung und Vorstand einstimmig beschlossen. Zu Punkt 2 der Tagesordnung; Gehaltskürzungen nach Maßgabe der letzten Notverordnung und der bayerischen Ausführungsbestimmungen referierte Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, es wurde beschlossen, die Gehaltskürzungen eintreten zu lassen, wie sie die Notverordnung Vorsicht, jedoch Gehälter unter 1500 RM. davon auszunehmen und auch die Kürzung der Zulage für das erste Kind auf 10 RM. nicht vorzunehmen. Im ganzen wird sich aus der Kürzung der Gehälter, Versorgungsgebühren und Sustentationen eine Ersparnis von etwa 6800 RM. für die Gemeinde ergeben. Zum Schluß der Sitzung gratulierte der Vorsitzende, R.-A. Dr. Wilmersdoerffer, Herrn Dr. Alfred Werner zur Geburt einer Tochter. Verein „Freunde der Israelitischen Volksschule München“. Diejenigen, die bereits als Mitglieder unserem Verein beigetreten sind, werden gebeten, ihre gezeichneten ersten Jahresbeiträge — bzw., soweit gewünscht, vorläufig den ersten Halb- oder Viertel-Jahresbeitrag — einzubezahlen, und zwar, da vorläufig unser Verein noch kein eigenes Konto besitzt, auf das Postscheckkonto München 29080 unseres Kassiers, Rechtsanwalt Dr. Fritz Silber München, Frauenplatz 10/111. Der Vorstand. Vereinigung jüdischer Akademiker, München (V.J.A.). In unserer Vereinigung wird Montag, den 6. Juli, abends 8.30 Uhr, im Lessingsaal, Herzog- Rudolf-Straße 1, der bekannte Jugendführer, Dr. jur. Grünfeld, Würzburg, sprechen über „Religion, Recht und Staat nach Auffassung des Judentums“. Eintritt 50 Rpf. Jugendliche frei. Gäste sind herzlich willkommen. Jüdischer Club „Kedem“. Am Sonntag, dem 5. Juli 1931, findet nur bei schönem Wetter, wie bisher, eine ganztägige Tour nach Baierbrunn statt. Treffpunkt; Isartalbahnhof, punkt 8.45 Uhr. Turn¬ oder Badedreß, Spielbälle usw. bitte mitbringen. Sonntagskarte —.80 RM. Führung Leon Kohn. Auskunft derselbe Nr. 90 2 56. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Bar-Kochba, Fußball-Jugendabteilung. Am Sonntag, 21. Juni, gewann unsere Jugendmannschaft nach einem schönen fairen und abwechslungsreichen Spiel gegen 1860 Agfa (I. G. Farben) mit 5;2 Toren. Mit diesem schönen Erfolg wurde die Fußballsaison würdig abgeschlossen. Während der Sommerspielpause veranstalten wir Wanderungen, welche wir jedesmal hier bekanntgeben. Am Sonntag, dem 5. Juli, fahren wir unter Führung von Jakob Unger und Emil Schneuer ins Würmtal. Ganztagesprovfant und Schwimmsachen mitbringen. Treffpunkt punkt 8 Uhr Starnberger Bahnhof, Haupteingang unter der großen Uhr. Kosten etwa 1.50 RM. Leichtathletik-Jugend. Nächsten Sonntag, den 5. Juli, starten wir bei dem vom Verband veranstalteten Jngendsiebenkampf. Es müssen sieben harte Kämpfe ausgetragen werden, die von jedem einzelnen sein bestes Können fordern, gilt es doch unseren großen Erfolg des Vorjahres zu wiederholen. 1930 standen wir an dritter Stelle unter den B-Klasse-Vereinen von Süddeutschland. Wie wird es heuer? Die Kampfmannschaft trifft sich punkt 9 Uhr auf dem Platz des Postsportvereins (Äußere Arnunlfstraße, Linie 3). Dreß: weiße Hose mit blauen Bändern, weißes ärmelloses Trikot mit Mogen-Dowid. Die Leitung,