Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 25 (19.6.1931)
- Date
- 1931-06-19
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Nummer 25 19. Juni 1931 18. Jahrgang Tagung des Initiativkomitees der Jewisti Hgency und des Keren Hajessod für Deutschland Imposante Kundgebung für den Palästinaaufbau — Große Rede Oskar Wassermanns Berlin, 15. Juni. (JTA.) Die am Sonntag, dem 14. Juni im Logenhaus zu Berlin abgehaltene gemeinschaftliche Tagung des Initiativkomitees der jewish Agency für Deutschland und der Mitarbeiter des Keren Hajessod gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den Gedanken des Palästinaaufbaus. Etwa 150 aktiv an der Palästinaarbeit in Deutschland beteiligte Persönlichkeiten, unter ihnen eine Reihe der repräsentativsten Figuren des deutschen Judentums, hatten sich eingefunden, um die Berichte der Referenten über die Arbeit des Keren Hajessod und des Initiativkomitees der Jewish Agency in Deutschland, sowie über den gegenwärtigen Stand des Aufbauwerkes in Palästina und die wirtschaftlichen Probleme dieses Landes entgegenzunehmen und über Mittel und Wege für eine wirksame Fortsetzung des Palästinawerkes zu beraten. An der vom Präsidenten des Initiativkomitees des deutschen Keren Hajessod Direktor Oscar Wassermann geleiteten Versammlung nahmen seitens der Exekutive der Jewish Agency Dr. Bernhard Kahn und Dr. Arthur Ruppin, ferner der Direktor des Keren Hajessod Dr. Arthur Hantke teil. Unter den Anwesenden bemerkte man noch die Herren Rabbiner Dr. Baeck, Generalkonsul Eugen Landau, Legationsrat Prof. Dr. M. Sobernheim, Stadtkämmerer Bruno Asch, Prof. Georg Bernhard, Kurt Blumenfeld, S. Schokken, Direktor Georg Kareski, Rabbiner Dr. Unna (Mannheim) Rabbiner Bleichrode, Rabbiner Dr. Weiße, Leo Simon, Alfred Leonhard Tietz, Ministerialdirektor Dr. Hermann Badt, Dr. Siegfried Moses, Dr. Martin Rosenblüth, Siegfried Hirsch, Dr. Seligsohn Alfred Berger. Frau Lola Hahn- Warburg, Dr. Berlak, Direktor Wolff (Ludwigshafen), R.-A. Frank (Nürnberg), Dr. Nahum Goldmann, Dr. Eduard Strauß (Frankfurt a. M.), Dr. M. Soloweitschik, Dr. Georg Halpern, Dr. Friedrich Brodnitz, R.-A. Felsenthal (Düsseldorf), R.-A. Witkowski (Stettin), Schönfeld (Röthen), R.-A. Hirschberg (Frankfurt a. d. Oder) und viele andere. Direktor Oscar Wassermann gedachte zu Beginn seiner Eröffnungsansprache der während der Berichtsperiode verstorbenen Mitglieder des Präsidiums des deutschen Keren Hajessod Prof. Dr. Carl Lewin (Berlin), Kommerzienrat Albert Moos (Stuttgart) und Fritz Sondheimer (Frankfurt a. M.), sowie der verstorbenen Mitglieder des Initiativkomitees der Jewish Agency Kommerzienrat Gerson Simon (Berlin), Simon Schocken (Zwickau), Prof. Dr. Ludwig Stein (Berlin), Kammergerichtsrat Dr. Jacques Stern (Berlin) und Otto Tuchmann (Magdeburg). Der Nachruf Direktor Wassermanns wurde von der Versammlung stehend angehört. In dem nun folgenden Überblick über die Entwicklung der Palästinaarbeit in den letzten zwei Jahren verwies Direktor Wassermann auf die außergewöhnlichen Schwierigkeiten, denen das Palästinawerk in dieser Zeit infolge der Augustunruhen, der nachfolgenden politischen Entwicklung, des Todes hervorragender Führer und Förderer der Palästinasache und durch den Eintritt der Weltwirtschaftskrise begegnete. Gerade im Hinblick auf diese Schwierigkeiten müsse jede Anstrengung gemacht werden, um nunmehr die Herzen aller Juden für das Palästinawerk zu gewinnen. Habe man früher stets in erster Linie das Werk selbst und erst in zweiter Reihe die Menschen berücksichtigt, deren Schicksal mit diesem Werk verknüpft ist, so müsse jetzt vor allem die Sorge für die Wohlfahrt der bereits in Palästina lebenden jüdischen Bevölkerung und das Schicksal der nach Palästina strebenden Massen, die in dieser Zeit der Wirtschaftsnot in ihren gegenwärtigen Wohnländern von ihren Brüdern wirtschaftlich nicht durchgehalten werden können, ins Auge gefaßt werden. Aus diesem Grunde müsse der Palästinaaufbau, obwohl er an sich eine zeitlose Aufgabe des Judentums ist, auch in dieser Zeit der Wirtschaftsnot mit aller Energie fortgesetzt werden. Der Fortgang der Arbeit für Keren Hajessod und Jewish Agency in Deutschland könne dem bereits in der Zeitschrift „Unser Werk“ erschienenen Bericht entnommen werden. Infolge des Anhaltens der Wirtschaftskrise ist eine rückläufige Bewegung der Eingänge für den Keren Hajessod eingetreten. Auch haben Sammlungen und Aktionen für palästinensische Einzelinstitutionen der Keren- Hajessod-Arbeit Abbruch getan. Doch konnte anderseits durch Herabsetzung der Ausgaben für Propaganda und Organisation in den ersten acht Monaten des laufenden Rechnungsjahres eine Verringerung der Spesen um 24 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des vorigen Rechnungsjahres erzielt werden. Die Werbearbeit der lokalen Komitees und Vertrauensleute wurde durch die Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency, der Exekutive der Zionistischen Organisation und des Keren-Hajessod-Direktoriums wesentlich unterstützt. Bsonderer Dank gebührt Herrn und Frau Vandervelde, den Herren Dr. Schmarja Levin, Felix Warburg, Dr. Adolf Friedemann, Dr. Alexander Goldstein, Frau Anita Müller-Cohen und Frau Dr. Klompus, die aus dem Auslande gekommen waren, um im Rahmen der Werbearbeit des deutschen Keren Hajessod für die Palästinasache zu wirken. Die von Dr. Friedrich Brodnitz und Dr. Georg Landauer geleitete Zeitschrift „Unser Werk“, in der neben ständigen Berichten über die politische und wirtschaftliche Situation des Palästinawerkes und über die Arbeit in Deutschland die wichtigsten Arbeitsgebiete des palästinensischen Kolonisationswerkes systematisch behandelt