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Das jüdische Echo · 1931-06-12 · 24 (12.6.1931) · p. Seite 355

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
24 (12.6.1931)
Date
1931-06-12
Page
Seite 355 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 45 5 entalischen Sprachen an der Universität und Dozent desselben Fachs am Bildesheimerschen Rabbinerseminar zu Berlin. Einer der Söhne der Verstorbenen fiel unmittelbar nach Kriegsausbruch als einer der ersten deutschen Frontärzte. Zwei andere Söhne, Lazarus Barth, früheres Mitglied der Zionistischen Exekutive, und Rechtsanwalt Dr. Arnold Barth gehören zu den führenden Persönlichkeiten der Misrachi-Organisation. Sie selbst widmete sich nach dem Tode ihres Gatten vornehmlich sozialer Arbeit und war als Vorsitzende des Eürsorgekomitees für bedürftige Schüler und Schülerinnen tätig. Prof. Robert Dreyfuß gestorben Berlin, 3. Juni. (JTA.) In Frankfurt a. M. verstarb vor kurzem Prof. Dr. Robert Dreyfuß, ein Repräsentant der alten Garde des deutschen Zionismus. Am 13. März 1866 in Gernsbach in Baden geboren, habilitierte er sich 1908 an der Universität Sfraßburg für Ohrenheilkunde und wurde bereits 1909 zum Professor ernannt. In Frankfurt war er einige Zeit Vorsitzender der örtlichen Zionistischen Organisation. Mortimer L. Schiff gestorben N e u y o r k, 4. Juni. (JTA.) Am Donnerstag, dem 4. Juni, einen Tag vor Vollendung seines 54. Lebensjahres, ist in Neuyork Herr Mortimer L. Schiff, einer der hervorragendsten amerikanischen Wirtschaftsführer, Mitchef des Bankhauses Kuhn, Loeb & Co., plötzlich gestorben. Mortimer L. Schiff, ein Sohn des großen jüdisichen Philanthropen Jacob Schiff, hat sich auf jüdisch-sozialem Gebiete hervorragend betätigt und eine Reihe jüdischer Institutionen in großzügigster Weise gefördert. Er war Präsident des Jewish Board of Guardinans und ein führendes Mitglied des Temple Emanu El. Seine Schwester Frieda ist die Gattin des Präsidenten des American Joint Distribution Comittee und des Administrative Committee der Jewish Agency, Herrn Felix M. Wärburg. Außerordentliche Steuernachlässe für die palästinensische Landwirtschaft Jerusalem, 2. Juni. (JTA.) High Commissioner Sir John Chancellor ist am Montag, dem 1. Juni, wieder in Jerusalem eingetroffen. Aus diesem Anlaß erschien abends eine Sonderausgabe der „Official Gazette“, in der ein weiterer 2üprozentiger Nachlaß des Zehents für 1930 außer dem bereits im Juli v. J. gewährten 33prozentigen Nachlaß und gleichzeitig auch für das Jahr 1933 ein 50prozentiger Nachlaß kundgemacht wurde. Dieser Nachlaß bezieht sich jedoch nicht auf Orangenpflanzungen. Dagegen sind weitere Hilfsmaßnahmen für beide Jahre für Landwirte in Aussicht genommen, deren Ernten durch Heuschrecken, Feldmäuse oder Dürre vernichtet wurden. Demonstration gegen ein Fußballmatch in Jeruj salem am Sabbat. — 12 Agudisten verhaftet Jerusalem, 8. Juni. (JTA.) Am Samstag, dem 6. Juni, fanden auf dem Makkabi-Sportplatz In Jerusalem stürmische Demonstrationen orthodoxer Juden gegen die Veranstaltung eines Fußballmatches durch zwei jüdische Theams am Sabbat statt. Das Wettspiel war von Tausenden Personen, teils Anhängern der spielenden Mannschaften, teils orthodoxen Gegnern besucht. Unmittelbar nach Beginn des Wettspiels setzten Protestrufe gegen die von den Demonstranten als Entweihung des Sabbats empfundene Abhaltung des Spiels ein. Etwa 300 Demonstranten waren ins Spielfeld eingedrungen, wurden jedoch von der Polizei entfernt. Als dann von einer Anzahl Demonstranten Steine in das Spielfeld geschleudert wurden und ein britischer Polizist durch einen Steinwurf verletzt worden war, ging die Polizei mit dem Gummiknüppel gegen die Demonstranten vor, von denen zwölf, alle Mitglieder der orthodoxen Organisation Agudas Jisrael, verhaftet wurden. Das Wettspiel konnte schließlich zu Ende geführt werden. Die verhafteten orthodoxen Juden wurden ungeachtet ihres Protestes gegen eine Beförderung mittelst Wagen am Sabbat in einem Polizeifahrzeug zur Polizeistation gebracht. Ursprünglich hätte das Wettspiel zwischen dem Makkabi-Team und einer armenischen Mannschaft stattfinden sollen. Der Führer der Agudah-Gemeinde, Rabbi Sonnenfeld, hatte jedoch beim armenischen Patriarchen interveniert, worauf dieser das armenische Team veranlasste, seine Teilnahme am Wettspiel abzusagen. Nunmehr vereinbarte die Makkabi-Mannschaft ein Wettspiel mit einem zweiten jüdischen Team. Der Waad Leumi hatte sich vergebens be; müht, die jüdischen Mannschaften zur Absage des Wettspiels zu bewegen. * Aufführung eines Hörspieles von Manfred Sturmann Der mitteldeutsche Rundfunkt in Leipzig hat ein Hörspiel von Manfred Sturmann „Die Höchzeit Sulamiths“ angenommen, das am Sonntag,, dem 14. Juni, morgens von 9 bis 10 Uhr, im Rahmen einer Morgenfeier zur Uraufführung gelangt. Der Dichter hat in diesem Hörspiel versucht, rein akustisch aus den Elementen des Hohen Liedes eine alttestamentarische Hochzeit zu rekonstruieren. Man darf auf die Aufführung dieses Werkes außerordentlich gespannt sein. Die Musik ist von Rettich. Gemeinden- und Vereins-Echo Darlehenskasse und soziale Arbeit Von der Tätigkeit der Kultusgemeinde Wie bereits kurz berichtet, fand am Dienstag, 2. Juni, eine gemeinsame Sitzung von Gemeindevertretung und Gemeindevorstand statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung hielt der präsidierende stellvertretende Vorsitzende, Herr Justizrat Dr. Max Feuchtwanger, dem unlängst verstorbenen früheren stellvertretenden Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Herrn Justizrat Eugen Beer, einen ehrenden Nachruf. Er rühmte insbesondere die Warmherzigkeit des Verstorbenen und seine hingebungsvolle jüdische Arbeit in der Gemeindevertretung und im Aussteuerverein. Zu Punkt 1 der Tagesordnung wurde hierauf die Jahresrechnung 1930 genehmigt; zu Punkt 2: Errichtung /einer Darlehenskasse, referierte Herr Justizrat Dr. Straus. Unter Bezugnahme auf frühere Beratungen teilte er als Beschlüsse des Vorstands mit, daß der „Iwria Darlehenskasse E. V.“, die sich nunmehr konstituiert habe, RM. 10 000.— als unverzinsliches und unkündbares Darlehen aus Stiftungsmitteln zur Verfügung gestellt werden sollen. Weitere RM. 10000.— werden der Darlehenskasse in der Weise zur Verfügung gestellt, daß die Gemeinde ein Darlehen, das sie durch Vermittlung der Zentralwohlfahrtsstelle deutscher Juden von der Hilfskasse gemeinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen Deutschlands zu 51l‘> Prozent erhält, an sie zum gleichen Satz

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