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Das jüdische Echo · 1931-06-05 · 23 (5.6.1931) · p. Seite 341

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
23 (5.6.1931)
Date
1931-06-05
Page
Seite 341 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 23 Das Jüdische Echo 341 sammenarbeit in einer auf Freiwilligkeit beruhenden Organisation. Was not tut ist Klarheit des Programms, Festigkeit in der Vertretung des Programms — aber gleichzeitig Selbstbeherrschung in den Mitteln des Kampfes, die die Rücksicht auf die Gesamtinteressen der Bewegung nie außer acht läßt. Wir glauben, daß die entscheidende Aufgabe des Kongresses in einer Bereinigung der zionistischen Atmosphäre bestehen muß und sehen nur einen Weg, um dazu zu gelangen: die Schaffung einer neuen Leitung, die wenn möglich auf eine Koalition aller Parteien, wenigstens aber auf einer Koalition der überwältigenden Majorität des Kongresses beruht, einer Koalition, die in ihrer Zusammensetzung und programmatischen Basis die Einleitung eines neuen Kurses der Politik garantiert und daher nicht unter der Führung Weizmanns stehen kann. Wir glauben, daß, nachdem Dr. Weizmann nicht mehr kandidiert und damit ein Faktor, der schwerste Kämpfe wieder hätte entfesseln können, ausgeschaltet ist, die Möglichkeit zur Schaffung einer solchen Exekutive der großen Koalition bei gutem Willen auf allen Seiten durchaus vorhanden ist. Wir erblicken eine entscheidende Aufgabe gerade unserer Gruppe auf dem Kongreß, kraft ihrer natürlichen Mittelstellung in der jetzigen Situation diese Bestrebungen nicht nur zu unterstützen, sondern zum Teil in die Wege zu leiten. Der Allgemeine Zionismus, der durch seinen Mangel an irgendwelchen klaren programmatischen Grundlagen, durch die Verschwommenheit seiner Physiognomie immer mehr und mehr an taktischem Einfluß im Zionismus verliert, wird in den Prozeß der neuen Konsolidierung der Bewegung keinesfalls die Rolle spielen können, die seine Wortführer ihm Vorbehalten. Wir glauben, daß dieser Allgemeine Zionismus als künstliche und sinnlose Parteigruppierung die Situation des Zionismus immer nur verwirrt und klare Entscheidungen erschwert. Heute weniger denn je, kann ein verantwortungsbewußter Zionist seine Stimme einer Partei geben, die keine ist, die weder ein Programm noch ein klares gemeinsames Wollen hat und deren Vertreter nichts miteinander verbindet als die Tatsache, daß sie keiner anderen programmatischen Partei angehören. — Vom Revisionismus unterscheiden uns, bei der Gemeinsamkeit mancher Zielsetzungen und Forderungen, die Überspanntheiten vieler seiner politischen Konzeptionen, die Maßlosigkeit seiner propagandistischen Methoden, die Bedenkenlosigkeit seiner innerzionistischen Kampfmittel und der extreme Parteigeist, der dauernd bereit ist, Interessen der Gesamtbewegung zu schädigen, wenn nur ein Vorteil der Partei in Aussicht steht. Wir brauchen hier nicht gegen den Misrachi und die linken Gruppen zu polemisieren, die einen festgefügten Kreis von weltanschaulich geeinten Anhängern hat. Wir glauben, daß gerade in der jetzigen Situation jeder Zionist, der unzufrieden mit der jetzigen Lage und mit der bisherigen Politik ist, der eine Änderung der außenpolitischen Methoden und der leitenden Persönlichkeiten, die Sicherung einer stärkeren Aktivität der zionistischen Politik und der zionistischen Arbeit auf allen Gebieten herbeiführen, gleichzeitig jedoch als Voraussetzung dafür die Konsolidierung der Organisation und die Reinigung ihrer inneren Atmosphäre will, sich veranlaßt sehen sollte, für unsere Gruppe einzutreten, die in der jetzigen Lage eine entscheidende, konstruktive Aufgabe auf dem Kongreß zu erfüllen haben wird. Liste V: Vereinigte Liste der Radikalen und Unabhängigen Zionisten Angeschlossen der Weltwahlliste der „Radikalen Zionisten“ 1. Dr. Max Soloweitschik-Berlin. 2. Dr. Max Kollenscher-Berlin. 3. Dr. Nachum Goldmann-Berlin. 4. Dr. Aron Sandler-Berlin. 5. R.-A. Dr. Siegfried Fränkel-Beuthen. 6. Jacob Dränger-Frankfurt a. M. 7. Salomon Dyk-Berlin. 8. Chiel Schwarzbart-Beuthen. 9. Samuel Haarpuder-Berlin. 10. R.-A. Dr. Ludwig Lehrfreund-Leipzig. 11. Georg Lewin-Berlin. 12. Dr. Karl Hilb-Berlin. 13. R.-A. Alfred Fleiß-Chemnitz. 14. M. Leschinsky-Karlsruhe. 15. Oskar Wulf-Berlin. 16. Benzion Bett-Berlin. 17. Rabb. Dr. Emil Levy-Berlin. Ausübung des Wahlrechts Die Wahl ist direkt und geheim. Jeder Wähler muß persönlich im Wahllokal erscheinen. Als Wahllegitimation gilt die auf den Namen lautende Schekelquittung für das Jahr 5691 (sofern der betreffende Schekel bis zum 14. Mai mit der Landesschekel-Kommission verrechnet wurde), jedoch hat die Wahlleitung das Recht, daneben eine Personal-Legitimation zu verlangen. Wahlberechtigt sind nur solche Mitglieder der Zionistischen Organisation, die spätestens am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben. Schriftliche Wahl (Briefwahl) ist nicht zulässig. Neben dem offiziellen Stimmzettel können zur Abstimmung auch andere (gedruckte oder geschriebene) Stimmzettel verwendet werden, sofern sie mindestens die Listennummer oder die Listenbezeichnung und den Namen des an erster Stelle stehenden Kandidaten eines der oben bekanntgegebenen Wahlvorschläge enthalten. Stimmzettel, die dieser Bestimmung nicht entsprechen, sind ungültig, es sei denn, daß die Wahlleitung einstimmig der Ansicht ist, daß der wirkliche Wille des Wählers unzweifelhaft erkennbar ist. Kongreßwahl in München Die Wahlen finden am Sonntag, dem 7. Juni, in der Zeit von 7.30 bis 10 Uhr vormittags und 5 bis 9 Uhr abends, statt. Das Wahllokal befindet sich im Ortsgruppenbüro, Herzog-Rudolf-Straße 1. Die Wahl muß persönlich vorgenommen werden: wahlberechtigt ist jeder Zionist, der das 18. Lebensjahr vollendet hat und sich durch eine auf seinen Namen lautende Schekelquittung für das Jahr 5691 legitimieren kann. Alle Schekelzahler werden auf gefordert, sich an den Wahlen zu beteiligen. Kongreßwahl in Nürnberg Die Wahl findet statt im Büro der Ortsgruppe, Burgstraße 23/1. Das Büro wird zu diesem Zwecke von 10 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags geöffnet sein. In Fürth findet die Wahl am gleichen Tage von 11—1 Uhr im Hause des Herrn Leopold Birnbaum, Blumenstraße 29, statt. Zur Wahlhandlung ist die Schekelquittung notwendig.

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