Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 19 (8.5.1931)
- Date
- 1931-05-08
- Page
- Seite 293 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 293 Das Jüdische Echo beide aus dem Stoffkreis der Bibel, wiederzugeben, so sehr ich auch empfinde, wie ganz unzureichend diese prosaierende, auch vom Reim absehende Übertragung geraten ist. (Ich wähle halb epische Gedichte, weil die rein lyrischen bei dieser Art Übertragung noch mehr verlieren würden.) Onathan „Ich kostete ein wenig von dem Honig, Und siehe, ich sterbe.“ (1. Samuel, 14.) Im Schleier der Ferne: ein zarter Jüngling, Verwöhnter Knabe im Prinzenkleid. Ein treues Herz. Verrietest den Freund nicht, Wichst im Kampfe niemals zurück. Und du sollst sterben? Wie armselig ist doch Des Menschen Pfad in der Welt des Leids! Wir zahlen alle mit unserm Leben Den Tropfen Honig, den wir genascht. Michal „Und Michal, die Tochter Schauls, liebte David Und sie verachtete ihn in ihrem Herzen.“ (1. Samuel, 2.) Michal, ferne Schwester! Noch riß nicht das Band der Geschlechter, Noch überwuchern Dornen dir nicht den traurigen Garten, Auf deinem Seidengewand noch glänzen purpurn die Streifen, Und deiner goldenen Ketten Geklirre faßt noch das Ohr. Oftmals sah ich dich stehn, gelehnt an das Fenstergesimse, In deinen schönen Augen Zartheit gemischt mit Stolz. Michal, ferne Schwester,, traurig bin ich wie du, Bin verurteilt wie du, zu lieben, den ich verachte. Diese halberzählenden Gedichte sind eine Ausnahme; aber die tiefe Trauer, die sie erfüllt, beherrscht das ganze dichterische Schaffen Rachels. Nun hat der Tod, der lange Erwartete, sie ereilt. Ihre Freunde erfüllten ihren Wunsch: am Ufer des Kinereth ist sie begraben. Moses Calvary. Gemeinden- und Vereins-Echo Jungzionistischer Arbeitskreis Die nächste Veranstaltung des Jungzionistischen Arbeitskreises findet am Montag, 11. Mai, abends 8.30 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, statt. Sie beabsichtigt eine Auseinandersetzung mit den Ideen Martin B u b e r s. Ein einleitendes Referat über: „Martin Buber und die jüdische Jugend“ hat Frau Dr. Rahel Straus übernommen. Martin Buber galt lange Zeit als der geistige Führer des deutschen Zionismus, insbesondere der zionistischen Jugend. Heute scheint es, als ob Bubers Wirkung in der jüdisch-liberalen Jugend stärker, in der zionistischen aber schwächer geworden sei. Eine Überprüfung der Stellungnahme zu Bubers Gedankenwelt oder eine neue Beschäftigung mit ihr, erscheint daher notwendig; es ist anzunehmen, daß der Abend im Jungzionistischen Arbeitskreis mannigfache Anregungen dazu geben wird: alle Interessenten sind herzlichst eingeladen. Nach Schluß der Aussprache findet eine Besprechung über die Fahrt zum Jugendtreffen nach Nürnberg statt. Bar-Kochba Berlin in München. Die weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte 4mal-100m-Staffel des Berliner Bar-Kochba wird morgen bei dem internationalen Leichtathletik-Sportfest starten. Die Berliner, welche mit Nathan, Kurz, Lewin und Gerber antreten, gelten in dieser Aufstellung als eine der besten Laufmannschaften im ganzen D.S.B.-Gebiete. Da die gesamte süddeutsche Extraklasse an den Start geht, sowie die gefürchteten Staffeln von Eintracht Frankfurt und Sportklub Charlottenburg gemeldet sind, stehen interessante Kämpfe in Aussicht. Die Wettkämpfe finden im Städt. Dantestadion, nachm., statt. Wir wünschen den Berliner Bar-Kochbanern viel Erfolg! Wochenprogramm der V.J.St. „Jordania“ Samstag, den 9. Mai, 14 Uhr: Treffpunkt Hofgartentor. Anschließend Fuchsenkurs, off. Sonntag, den 10. Mai: Bei schönem Wetter, gemeinsame Wanderung. Abfahrt nach Gauting mit Zug 8.58. Treffpunkt in der Schalterhalle des Starnberger Bahnhofs, 15 Minuten vor Zugabgang. Montag, den 11. Mai: Jungzionistischer Arbeitskreis, 20.30 Uhr im Jugendheim, off. Mittwoch, den 13. Mai: Burschenkurs, 20.30 Uhr im Jugendheim. Vortrag A.H. Dr. Raphael Straus, off. Hebräische Sprachkurse München Der neue Anfängerkurs hat bereits begonnen und findet einmal wöchentlich, am Mittwoch von 7—8.30 Uhr abends im Unterrichtslokal, Herzog- Rudolf-Straße 1, statt. Neue Schüler werden noch aufgenommen. Anmeldungen hierzu werden erbeten an die Hebr. Sprachkurse, Herzog-Rudolf- Straße 1, Rckgbde., Tel. 2 97 4 49. Vortragsabend Renka Es gibt Dichtungen, die man lesen, es gibt aber auch viele, die man hören muß und zwar von einem guten Sprecher, die erst dann sich ganz erschließen, wenn sie mit voller Hingabe rezitatorisch gestaltet werden. Zweifellos sind gerade die Dichtungen von Bialik, Buber, von Richard Beer-Hoffmann, Sturmann und anderen* die Herr Bernhard Renka zu Gehör bringen will, auf Klang und Wort angewiesen, wenn sie ganz lebendig werden sollen; zweifellos ist aber auch Herr Renka der Mann, der sie so lebendig machen kann. Sein für heute abend angekündigter Vortragsabend „Ernstes und Heiteres aus der jüdischen Literatur“ sollte darum das Interesse all derer finden, die jüdische Dichtung für mehr halten als bloßen Luxus, die wissen, daß in ihr charakteristisch 'Geschichte und Kultur, Erlebnis, Traum und Hoffen des jüdischen Volkes ihren Ausdruck finden. (Siehe die Anzeige in der heutigen Nummer!) Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth Am Donnerstag, dem 23. April, fand unsere diesjährige Generalversammlung statt. Nach Berichten über die Arbeit der Ortsgruppe und der Kommissionen wurde die Vorstandschaft gewählt, die im großen und ganzen dieselbe geblieben ist. Sie setzt sich aus folgenden Damen und Herren zusammen: Dr. Rudolf Liebstaedter, 1. Vorsitzender; Dr. Willy Strauß-Reich, 2. Vorsitzender; Bernhard Freimann, Kassier; I)r. Meinhold Nußbaum, Vorsitzender der Keren- Hajessod-Kommission;