Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 16 (17.4.1931)
- Date
- 1931-04-17
- Page
- Seite 246 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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246 Das Jüdische Echo Nr. 16 lästinafront eingesetzt, aber nach dem Kriege wieder aufgelöst Als 1920 Araber in Palästina blutige Demonstrationen gegen die Juden veranstalteten, organisierte Jabotinsky eine jüdische Selbstwehr. Er wurde dafür von einem englischen Militärgericht zu 15jähriger Kerkerstrafe verurteilt und in der Festung Akko interniert, dann aber zusammen mit gleichfalls verurteilten arabischen Anführern begnadigt 1921 trat er in die zionistische Exekutive und in das erste Direktorium des Keren Hajessod ein, trat aber schon 1923 wieder zurück, weil er die Politik der Exekutive gegenüber England für zu nachgiebig hielt. Er begründete die Partei der Zionisten-Revisionisten als einen Sonderverband innerhalb der zionistischen Weltorganisation, um in ihr für die Propagierung des Herzischen Judenstaates, Bildung einer jüdischen Legion in Palästina und radikale Vertretung der zionistischen Forderungen gegenüber England zu kämpfen. Seither steht er in schärfster Opposition zu der vom Präsidenten der Zionistischen Organisation Dr. Weizmann repräsentierten Richtung. Jabotinsky besitzt eine außergewöhnliche Sprachbegabung, als Redner erzielt er, in welcher Sprache immer er spricht, hinreißende Wirkungen. Ende 1928 nahm Jabotinsky seinen ständigen Aufenthalt in Palästina und wurde Chefredakteur der Jerusalemer hebräischen Tageszeitung „Doar Hayom“. Als er nach den blutigen Ereignissen im August 1929, nach dem zurückgeschlagenen Angriff der nationalistischen Araber auf den jüdischen Jischuw, nach Palästina zurückkehren wollte, (Jabotinsky hielt sich während der Ereignisse gleich den übrigen jüdischen Führern Palästinas im Zusammenhang mit der Tagung des zionistischen Kongresses in Europa auf), verweigerte ihm die Palästinaregierung die Erlaubnis zur Wiedereinreise, eine Maßnahme, die den Protest nicht nur der Revisionisten, sondern auch aller Zionisten hervorrief. Das Verbot ist bis heute nicht zurückgezogen worden. Jabotinsky hat in russischer Sprache, auch unter dem Pseudonym „Altalena“, eine Reihe bedeutender Schriften verfaßt. Besonders gerühmt wird seine russische Übertragung der Gedichte Bialiks. Obwohl er völlig russisch assimiliert erzogen wurde und die hebräische Sprache erst als Erwachsener lernte, ist er heute einer der glänzendsten hebräischen Stilisten und Redner und hat u. a. Dante ins Hebräische übersetzt. 1928 erschien sein Roman „Simson“, der von der Kritik als ein Werk von starker poetischer Gestaltungskraft begrüßt und in mehreren Sprachen (deutsch unter dem Titel „Richter und Narr“) übersetzt wurde. Er schrieb auch mehrere Memoirenwerke, so u. a. die Geschichte der jüdischen Legion. Schekelaktion 5691. Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat den XVII. Zionistenkongreß für den 29. Juni nach Basel einberufen. Der Stichtag für die Beendigung der Schekelsammlung ist auf den 4. Mai festgesetzt worden. Alle verfügbaren Kräfte müssen in diesen letzten Tagen angespannt werden, um die Aktion erfolgreich abzuschließen. Nach dem bisherigen Schekelergebnis stehen uns 9 Mandate zu, für das 10. Mandat fehlen uns noch 3000 Schekolim, deshalb werbt für den Schekel! Jüdischer Nationalfonds München Denket daran, daß Euere Büchsen von ehrenamtlichen Helfern geleert werden. Wir bitten Euch, unseren Mitarbeitern gegenüber zuvorkommend zu sein, und ihnen nicht durch unfreundliches Auftreten die Lust an der Arbeit zu nehmen und ihnen diq freiwillige Hilfe zu erschweren. Hebräische Sprachkurse München. Am 15. April hat das Sommersemester begonnen. In sämtlichen bestehenden Kursen werden neue Schüler aufgenommen. Außerdem beginnt demnächst ein Anfängerkurs. Anmeldungen hierzu werden jetzt angenommen. Der Unterricht in den Kinderkursen beginnt am Dienstag, den 21. April. Auskunft wird erteilt im Unterrichtslokal Herzog-Rudolf- Straße 1, Telefon 297 449. Gesamtausschuß der Ostjuden, München. N. Kurzmantel und Frau gratulieren zur Hochzeit Freylich-Dr. Rosner 3.—. Aus dem Münchener Bar-Koehba Bar-Kochba, Damen-, Mädchen-, Kinderabteilung. Der gesamte Turnbetrieb wird ab Montag, den 20. April wieder aufgenommen. Die Mädchen-Abteilung turnt jeden Montag, von 6—7 Uhr, die Damenabteilung I Montag von 7—8 Uhr, die Damenabteilung II Montag von 8—9 Uhr in der Luisenschule; die Kinderabteilung turnt jeden Mittwoch Nachmitag von 3—4 Uhr in der Jüdischen Volksschule. Sämtliche Mitglieder werden aufgefordert, wieder regelmäßig und pünktlich die Turnstunden zu besuchen. Fußballabteilung Bar-Kochba. Am Montag, 13. April fand unsere 1. Monatsversammlung statt und zeigte, trotzdem noch kein starker Besuch zu verzeichnen war, ein sehr großes Interesse für die neugegründete Abteilung. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß bei der nächsten Monatsversammlung 2 Senioren und 1 Jugendmannschaft aufgestellt werden und ersuchen sämtliche Aktiven zu den Trainingen am Mittwoch 20 Uhr, Sendlingerhalle, sowie am Sonntag 9 Uhr am Säbenerplatz und den Versammlungen zu erscheinen. Makkabiah 1932. Ein genauer Bericht über die Ausschreibungen, Vorbereitungen und wahrscheinlicher Kosten in der nächsten Nr. des „Echo“. Leichtathletik und Handball: Jeden Mittwoch abends von 8—10 Uhr findet in der Halle des Sportverein Sendling, Plinganserstraße, das Training statt, an dem alle Aktiven teilnehmen müssen. In nächster Zeit beginnen schon die leichtathletischen Wettkämpfe. Der Jugendtag am 3. Mai und die dazu ausgeschriebenen Wettkämpfe, der Erstlingsneunkampf, Staffellauf Grünwald- München, die Vereinswettkämpfe bedürfen einer richtigen Vorbereitung. Zugleich machen wir die Aktiven auf den Dreß aufmerksam, der aus weißen, ärmellosen Trikot mit Mogen-Dowid auf der Brust, und weißer Hose, mit hellblauen Bändern umrandet, besteht. Die Leitung. 1. Handballmannschaft: Das Freundschaftsspiel gegen T. V. Jahn mußte abgesagt werden, da in der Zwischenzeit die Terminliste den Vereinen zugestellt wurde. Bereits diesen Sonntag findet das 1. Verbandsspiel der Frühjahrs-Meisterschaften statt. Der Gegner ist A. S. V. Res. Das Wettspiel ist auf dem Sportplatz an der Säbenerstraße punkt 11 Uhr ohne Wartezeit. Die Mannschaft trifft sich daher um drei viertel 11 Uhr in der Garderobe des Säbenerplatzes. Die Elf wurde folgendermaßen aufgestellt: Kornhauser Orljansky Spielmann Felsen Schul Jericho Renka Schuster Fleischer Goldstern Felix Der Spielführer.