Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 13/14 (31.3.1931)
- Date
- 1931-03-31
- Page
- Seite 212 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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212 Das Jüdische Echo Nr. 13/14 reit und hat im Stillen für unsere Sache gewirkt und geworben, insbesondere für den KKL. Diejenigen, die dieser feinsinnigen, künstlerisch begabten. anmutigen und warmherzigen, echt weiblichen Persönlichkeit nähertreten durften, können eimessen, welcher Verlust dem schwergeprüften Gatten und den zwei kleinen Söhnen, darüber hinaus aber unserem ganzen Kreise entstanden ist. Auch Herr Dr. Agulnik war ein treuer Freund unserer Sache, leider lange Zeit durch Krankheit gehindert in dem Umfange für uns zu arbeiten, wie es seiner tätigen Natur entsprach. Unser kleiner Kreis von Aktiven wird ihn schmerzlich vermissen. Gemeinden- und Vereins>Echo Schekelaktion 5691. Der XVII. Zionisten - kongreß findet erst in der zweiten Hälfte des Monats Juni statt. Es ist deshalb noch Gelegenheit, auch weiter Schekolim zu verkaufen. Nach dem bisherigen Schekelergebnis stehen uns 9 Mandate zu., für das 10. Mandat fehlen uns noch 3000 Schekolim, deshalb werbt für den Schekel! Die Münchener Gruppe der Zionisten-Revisionisten bittet um Aufnahme der folgenden Ergänzung zu dem Bericht von dem am 4. März veranstalten Vortrag mit Dr. Harry. Der Vortragende behandelte in temperamentvoller und eindringlicher Weise die Mißstände in Palästina, soweit sie durch verfehlte Wirtschaftspolitik der bisherigen zionistischen Leitung verursacht waren. Seine Ausführungen über die Lage im Emek insbesondere, waren vielen hiesigen Zionisten neu und sollten den Zuhörern über die bisher gemachten Mißgriffe die Augen öffnen. Auch die Finanzpolitik der Zionistischen Organisation fand in dem Referenten einen scharfen Kritiker und keiner der Anwesenden konnte sich ernstlich der 1 atsache verschließen, daß hier eine grundlegende Umkehr notwendig ist. Die Darlegungen des Redners bewegten sich dem Thema entsprechend — schon im Hinblick auf die knappe zur Verfügung stehende Zeit — hauptsächlich im kritischen Rahmen, was von einigen Diskussionsrednern wohl zu Unrecht beanstandet wurde. Immerhin ist es interessant, festzustellen, daß die beiden hauptsächlichsten Diskussionsredner sich wiederholt mit den wesentlichsten Punkten der revisionistischen Kritik einig erklärten. Wir glauben, daß dieser im internen Kreise veranstaltete Abend gerade infolge der rücksichtslosen Offenheit, mit der unsere brennendsten Probleme behandelt wurden, sowohl für uns als auch für die Zionisten, die den Weg zu uns noch nicht gefunden haben, aufschlußreich und wertvoll war. Hebräische Sprachkurse, München. Am 25. März beginnen die Ferien für die Kinderkurse. Wiederbeginn des Unterrichts am Dienstag, dem 21. April. Am 15. April ist Schluß des Wintersemesters und Beginn des Sommersemesters. In sämtlichen bestehenden Kursen werden neue Schüler aufgenommen. Außerdem beginnt ein Anfängerkurs. Vorherige Anmeldung erforderlich, im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1. Tel. 2 97 4 49. Jüdisches Kammerorchester München. Laut Beschluß der ao. Mitgliederversammlung am 25. März 1931 werden die Übungsabende des Orchesters künftighin bis auf weiteres nicht mehr Mittwochs sondern Montags statfinden und zwar um 20.15 Uhr pünktlich beginnend im Lessingsaal, Herzog- Rudolf-Straße 1, Rgb., Erdgeschoß. Der nächste Obungsabend findet nach den Osterferien am Montag, dem 13. April 1931, um 20.15 Uhr pünktlich im Lessingsaal statt. Hierzu werden tüchtige Streicher und Bläser, die in das Orchester neu eintreten wollen, eingeladen. I. A.: Lamm. Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 20. März, veranstalteten wir für die Mitglieder unserer Ortsgruppe einen literarischen Abend. Die Herren J. Fisch, Dr. Th. K a t z und Schalom Schapira, die in jiddischer, deutscher und hebräischer Sprache rezitierten, verstanden es durch die Art ihres Vortrages und die Wahl ihres Programms den Abend äußerst genußreich zu gestalten. Ihnen allen sei an dieser Stelle nochmals gedankt. * Herr Löwy berichtigt Von Herrn Josef Löwy, München, erhalten wir folgenden Brief: „Sehr geehrter Herr Redakteur! lieh bitte um Veröffentlichung der folgenden Richtigstelllung, und hoffe ich, daß es mir erspart bleiben wird, das Pressegesetz in Anspruch nehmen zu müssen. L Es ist nicht wahr, daß ich von Schalom Asch bloß als Lyriker und Romantiker sprach. 2. Es ist nicht wahr, daß ich die „Sintflut“ nicht erwähnte. Vielmehr sagte ich ausdrücklich, daß der Dichter Asch nicht stehen blieb, sondern vom Städtchen zur Großstadt überging und seine großen epischen Werke schuf und habe ich ausdrücklich u. a. „Warschau, Moskau und Petersburg“ genannt, was von Ihnen unmöglich überhört werden durfte. Also sind die Werke, die unter dem Sammelnamen „Sintflut“ bekannt sind, von mir ausdrücklich gewürdigt worden. Auf die weiteren Ausführungen Ihrer „Kritik“ einzugehen, halte ich für unwichtig. Hochachtungsvoll München, den 23. März 1931. Josef Löwy. Obwohl wir in unserer letzten Nummer bereits den Schluß dieser Debatte angekündigt hatten und obwohl wir auch unter Berufung auf das Preßgesetz zur Aufnahme der Einsendung des Herrn Löwy in der vorliegenden Form nicht gezwungen werden können, wollen wir sie unseren Lesern nicht vorenthalten. Wir müssen jedoch feststellen, daß die Diskussion sich im Kreise bewegt. Unser Referent hat nicht behauptet, LPrr Löwy habe Schaiom Asch b 1 o ß ah> Lyriker und Romantiker bezeichnet. Herr Löwy beriGuigt daher zum Teil, was gar nicht behauptet wurde. Es ist unbestreitbar, daß Herr Löwy Asch seinem Wesen und seiner bedeutsamsten Leistung nach für einen Lyriker und Romantiker hält. Daher kommt es auch, daß Löwy z. B. die „Sintflut“ als solche jedenfalls nicht ausdrücklich und keineswegs genügend würdigte; er hat die hiehergehörigen Romane vielleicht genannt, ohne jedoch irgendwelchen Nachdruck darauf zu legen. Dagegen wendet sich die m. E. voll und ganz gerechtfertigte Kritik unseres Referenten. Wir wollen zugeben, daß gegensätzliche Auffassungen möglich sind — unser Referent kann nur die seinigen nach bestem Gewissen vertreten und man sollte endlich aufhören an ihm und seiner durchaus verantwortungsbewußten, sachlichen Kritik herumzumäkeln. Die Redaktion des „Jüdischen Echo“.