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Das jüdische Echo · 1931-02-20 · 8 (20.2.1931) · p. Seite 124

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
8 (20.2.1931)
Date
1931-02-20
Page
Seite 124 (sequence 12)
Language
German
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124 Das Jüdische Echo Nr. 8 Pfund und Landesverweisung verurteilt. Die palästinensischen Zeitungen geben die Geschichte der Einwanderung Yaroschewskys nach Palästina und seines Aufenthalts im Lande ausführlich wieder, um die Aufmerksamkeit der Regierungskreise und der Öffentlichkeit auf gewisse Mängel in der gesetzlichen Regelung des palästinensischen Einwanderungswesens und die Härten hinzulenken, die sich aus der buchstabengemäßen Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen durch die Einwanderungsbeamten ergeben. Yaroschewsky kam in Begleitung seiner Eltern auf Grund eines Touristenvisums im Oktober 1929 nach Magdiel zu seinem Bruder, der dort eine Orangenpflanzung besitzt. Nach sechs Wochen wurde Yaroschewsky vom Dorfrat von Ain Hai eine zweijährige Konzession für einen Gemischtwarenhandel angeboten. Yaroschewsky entschloß sich, dauernd im Lande zu bleiben, nahm das Angebot an und investierte etwa 500 Pfund in dem Geschäft. Gleichzeitig reichte er ein Gesuch um Übernahme in den Einwanderungsstatus ein. Dem Gesuch war eine Abschrift des Vertrages mit dem Dorfrat beigefügt. Ein Einwanderungsbeamter untersuchte den Sachverhalt und hob von Yaroschewsky die Kopfsteuer von einem Pfund, der alle Einwanderer unterworfen, von der aber Touristen befreit sind, ein. Yaroschewsky konnte daher mit Recht glauben, daß die Regierung, wenigstens provisorisch, ihre Einwilligung zu seinem dauernden Aufenthalt gegeben habe. Zu seinem Erstaunen erhielt er drei Monate später die Verständigung, daß sein Gesuch abgewiesen worden sei. Er wandte sich an die zionistischen Behörden um Intervention, übergab eine Geschäftsbilanz und andere Dokumente und führte sein Geschäft in der Überzeugung, daß die ihm zugekommene Verständigung auf einem Verstoß seitens der Behörden beruhe, fort. Im Mai erhielt er die Verständigung, daß ihm die Aufenthaltsbewilligung verweigert worden sei, und daß er das Land spätestens am 9. Juni verlassen müsse. Daraufhin richtete Yaroschewsky eine Appellation an den High Commissioner. Abermals wurde er aufgefordert nachzuweisen, daß er Kapital besitze. Yaroschewsky wies nach, daß er ein Bankguthaben von 400 Pfund besaß. Hierauf erhielt er die Aufforderung, einen Bargeldvorrat von 1000 Pfund nachzuweisen. Da ihm dies nicht möglich war, wurde er verhaftet, angeklagt und zu der erwähnten Geldstrafe, sowie Landesverweisung verurteilt. Aus Briefen, die Yaroschewsky aus Polen erhalten hat, geht hervor, daß der britische Einwanderungsbeamte in Warschau dem Palästina-Amt der Zionistischen Organisation Vorwürfe gemacht hat, weil es Yaroschewsky ein Touristenvisum besorgt habe, obwohl „seine Absicht, in Palästina zu bleiben, von Anfang an feststand“. Zahlreiche jüdische Touristen haben in letzter Zeit die Erlaubnis zu dauernder Niederlassung in Palästina erhalten. Wahrscheinlich wollte der Leiter des englischen Einwanderungsamtes durch die rigorose Behandlung des Falles Yaroschewsky ein abschreckendes Beispiel geben. In jüdischen Kreisen Palästinas ist man über die behördliche Entscheidung im Falle Yaroschewskys äußerst bestürzt, da die Einwanderung in Form von dauernder Niederlassung von Touristen sich in den letzten Monaten zu einem nicht unbeträchtlichen Teil der jüdischen Gesamteinwanderung entwickelt hat. Feuilleton ■ Neujahrsfest der Bäume Aus Jerusalem schreibt uns eine jetzt dort lebende Münchnerin: In Beth-Hakerem, einem in den letzten Jahren aufgeblühtem Vorort, feierte Jerusalem einen Nationalfeiertag, das „Neujahrsfest der Bäume“. Am 2. Februar morgens um 10 Uhr begann es. 4000 Schulkinder, große und kleine, kamen in langem Zuge. Musik begleitete sie und jede Klasse trug ihr Schulbanner. Sie versammelten sich auf einer herrlichen, von Bergen umgebenen Wiese und vergnügten sich mit Spielen, Tänzen und Gesängen. Sonst werden aus diesem Anlaß immer Bäume gepflanzt, was jedoch heuer, infolge des Schmitteijahres, unterblieb. Das Wetter war wie in Europa im Mai. Der Himmel von einem durchsichtigen, mit weiß gemischten Blau, kein Wind und die Sonne strahlte mit Kindergesichtern um die Wette. Etwa 2000 Menschen waren Zuschauer. Hauptsächlich Jemeniten und Araber, die sich mit Frau, Kind und Freßkörben einfanden, um die Gratisvorstellungen anzusehen. An diesem Tag hätte man glauben können, das jüdische Volk kenne die Sorge nicht. Es war ein Jubel und eine Fröhlichkeit ohnegleichen. Auf dem Festplatz taten sich alle 10 Schritte Gruppen von Jungens und Mädels, getrennt und vereint, zusammen, um Hora zu tanzen. Auf den umliegenden Hügeln lagen und saßen in dichten Reihen die Zuschauer verstreut. Zwischen den Tanzenden schritten alte Juden mit langen Bärten und großen Kästen und boten ihre Waren feil wie: Feigen, Datteln, Nüße, Orangen, Bananen, Selterwasser usw. Alte Judenfrauen, in deren Gesichtern die Not und der Kummer der 4000 Jahre alten Rasse eingegraben sind, locken mit heiseren Stimmen Käufer für ihre Spielsachen an. Gelehrte Juden mit Pajes und Kaftan winden sich durch die Menge und in ihren Augen mischt sich Freude mit dem Wissen um die Religion. Lehrer tummeln sich mit Schülern. Junge Juden singen und lachen, weil es eben doch schön ist, trotz Kampf und Anfeindung. Und die Alten freuen sich, weil es die Jungen tun. Warum soll man ihnen die Freude nehmen, wo ihnen doch wie ihren Vorfahren Leid und Sorge nicht erspart bleiben? Da sitzen die Alten und wiegen die Köpfe, die Sonne scheint wie vor 4000 Jahren und Enkel spielen zu ihren Füßen. Und sie sind gewandert und wieder gekommen und sie werden wandern und wiederkommen. Die Jungen sind nicht anders als die Alten und das Ziel heißt „Erez-Israel“. Viki Spinner, Jerusalem. Der Ratskeller das Lokal jedes Einheimischen und Fremden. Neuer Pächter HANS FÜRST

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