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Das jüdische Echo · 1931-01-23 · 4 (23.1.1931) · p. Seite 61

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
4 (23.1.1931)
Date
1931-01-23
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 61 längst erwünschte Bindung mit den jungen, im Berufsleben stehenden jüdischen Frauen Münchens zu erlangen und es ist besonders wünschenswert, daß es auf diesem Wege vielleicht gelingt, dem allgemein beklagten und auch an diesem Abend hervorgehobenen Mißstand Abhilfe zu schaffen, der darin besteht, daß jüdische Arbeitgeber oft es geradezu prinzipiell ablehnen, jüdische Angestellte zu beschäftigen, ln dieser Richtung könnte gerade der jüdische Frauenbund außerordentlich wertvolle Arbeit leisten, die ihm seihst, den berufstätigen jüdischen Frauen und damit der jüdischen Gesamtheit zugute kommt. Jüdische Presse in Deutschland Im Rahmen einer von der Zeilungswissenschaftlichen Vereinigung München veranstalteten Vortragsreihe „Weltanschauung und Presse“ referierte am 14. Januar in einem Hörsaal der Universität Dr. Ludwig Holländer (Berlin), der Direktor des Cenlralvereins über „Die Jüdische Presse in Deutschland“,nachdem über die katholische und protestantische Presse Vorträge schon gehalten worden waren. Aus der Tagespresse ist bereits zur Genüge bekannt, daß dieses Referat Holländers, der sich im übrigen seiner Aufgabe im allgemeinen objektiv entledigte, von einer Anzahl antisemitischer Studenten zum hochwillkommenen Anlaß genommen wurde, den in der Mehrzahl wohl jüdischen Zuhörern und dem Redner gratis ein antisemitisches Spektakelstück vorzuführen. Das haben sie zweifellos auch ausgezeichnet fertiggebracht — in unsachlichen, dummen Zwischenrufen, Zischen, Trampeln und Scharren haben sie unübertreffliche Meisterschaft bewiesen. So haben sie es Holländer nach Kräften schwer gemacht; vielleicht kommt es daher, daß dieser der zwar, wie gesagt, objektiv und wissenschaftlich blieb, glaubte, es sich leicht machen zu müssen — der eigentlichen Problematik seines Stoffes ist er aus dem Wege gegangen. Er hatte zu Beginn seiner Ausführungen angedeutet, daß es neben der eigentlichen jüdischen Presse — über die er ausführlich berichtete, was hier wohl nicht wiedergegeben werden muß — auch eine von Juden für Nichtjuden geschriebene jüdische Presse und die nur so genannte „jüdische Presse“ und damit sehr gespannt auf seine Behandlung dieser etwas knifflichen Gegenstände gemacht, die er aber entweder gar nicht vorgesehen hatte oder des Lärms wegen unterließ. Ob er dabei noch objektiv geblieben wäre und seine wirkliche Meinung gesagt hätte? Eine Bemerkung über den Verband nationaldeutscher Juden und seine Zeitschrift läßt zum mindesten daran zweifeln. Herr Dr. Holländer meinte nämlich,, daß in wesentlichen Auffassungen nur ein unerheblicher Unterschied zwischen nationaldeulschen Juden und Centralverein bestünde. Für diese Richtigstellung wird jedenfalls auch der, Herrn Dr. Holländer dankbar sein, der bisher nach Verlautbarungen des Centralvereins eine andere Meinung haben durfte. * Am Donnerstag abend sprach Herr Dr. Holländer in einer Mitgliederversammlung des Genlralvereines, dessen Veranstaltungen leider niemals so angekündigt werden, daß man wissen könnte, ob sie öffentlich sind und ob die Teilnahme von Gästen erwünscht ist oder nicht. Es ist so auch unmöglich, über Holländers Ansichten, die gewiß nicht nur die Mitglieder des Central interessieren, aus eigener Kenntnis zu referieren. Nach dem allerdings, was man darüber hören konnte, scheinen diese Ansichten in mehr als einer Hinsicht merkwürdig und einigermaßen Verlegenheitsprodukle zu sein. Herr Dr. Holländer soll allen Ernstes davon gesprochen haben, daß in absehbarer Zeit das Verhältnis zwischen Deutschen und deutschen Juden sich wieder bessern werde und zwar habe er in diesem Zusammenhang auf die wahrscheinliche Errichtung eines Ständestaates verwiesen, zum Staunen sicherlich auch eines großenTeils seiner Zuhörer, die wohl kaum von dieser neuen Slaatstheorie des C.-V. mit hundertprozentigem Vergnügen gehört haben werden. Jüdischer Nationalfonds, München M o n tag, d e n 2. F e b r u a r (15. Sch w a t h) C h a in i s c h a a s sar Fest (Ne u j a h r s f c s t d er Bä u m e). Den Abend frei hallen. Hebräische Sprachkurse, München Neuer A n f ä n g e r k u r s. Bei einer genügenden Teilnehmerzahl wird demnächst ein neuer Anfängerkurs gegründet. Unterrichtszeit nach vorheriger Übereinkunft. Anmeldungen werden im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Telephon 297 4 49 entgegengenommen. Jungzionistischer Arbeitskreis. Der nächste Abend des von Herrn Ernst Eisen geleiteten Geschichlskurses findet Montag, den 26. Januar 1951, abends 8.30 Uhr, im Jugendheim statt. Wochenprogramm der „V.J.St. Jordania“ Mittwoch, 28. Januar, 8 Uhr: Sport. Freitag, 30. Januar: inoffiz. Freitagabend. Ort wird bekannt gegeben. Hebräisch und Fuxenkurs zu den angesetzten Zeiten. Vorlesung von Manfred Sturmann und musikalischer Abend in der Jesaia-Loge am Dienstag, den 3. Februar Am Dienstag, dem 3. Februar, wird Manfred Sturmann, im Rahmen der Veranstaltungen der Jesaia- Loge (offene Loge) aus unveröffentlichten eigenen Werken vorlesen. Herr Sturmann wird lesen: Neue Gedichte. — Ein Kapitel aus einem neuen Buch „Die Kindheit“. — Unveröffentlichte Novelle: „Ein Knecht sitzt auf dem Baum.“ — An die Vorlesung schließt sich ein Geigen-Vortrag von Mrau Gertrude Masser an. Beginn pünktlich 8.30 Uhr, abends, in den Räumen der Concordia (Prannerstraße 4/0). Angehörige und Freunde der Logenmitglieder haben zu diesem Abend freien Zutritt. Bar-Kochba, Sportabteilung Die Beteiligung am Training in der großen Sendlinger Halle wird immer größer. Doch vermissen wir noch einen Teil unserer leichtathletischen Kampfmannschaft, sowie die Spieler der 1. Handhallmannschaft. Wir erwarten, daß sämtliche Aktive nun restlos, dem Training beiwohnen. Die Sendlinger Halle ist am besten mit der Linie 6 zu erreichen. Haltestelle Sendlinger Weinbauer, Plinganserstraße. Zum Abschluß des Trainings findet, soweit es die Bodenverhältnisse erlauben, auf dem der Halle angrenzendem Sportplatz, ein längerer Lauf statt. — Der Spielbetrieb der Tischtennisriege ist aufgenommen. Gespielt wird jeden Abend, mit Ausnahme des Freitags, im Sludiozimmer des Jüdischen Jugendheimes, Herzog-Rudolf-Straße. Es beträgt die Aufnahmegebühr 2 RM. und das Spielgeld ist auf 15' Rpf. für den Abend festgesetzt. Allen, die am Tischtennis Interesse haben, ist Gelegenheit gegeben, das Spiel gründlich zu erlernen, da jeden Abend

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