Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 3 (16.1.1931)
- Date
- 1931-01-16
- Page
- Seite 45 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 45 Personaiia Nürnberg. Ende Dezember ist Herr Julius Strauß, Nürnberg, verschieden. Mit den Angehörigen trauert auch die Zionistische Ortsgruppe um den Verstorbenen, dessen Wirken und treue Anhänglichkeit an den Zionismus unvergessen bleiben wird. Am Grabe hat im Auftrag der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg-Fürth Herr Dr. J. Bamberger die zionistischen Verdienste des Verstorbenen gewürdigt. Nürnberg. Dieser Tage starb nach langem, qualvollem Leiden der Oberkantor der hiesigen Kultusgemeinde, Herr Theodor Fränkel. Seit mehr als 25 Jahren übte er, ein gläubiger, gottesfürchtiger Jude, ein vorzüglicher Sänger von hoher Musikalität, sein hehres Amt in würdigster, geradezu idealer Weise aus. Man merkte ihm stets an, daß ihm im Gotteshaus die Musik, in der er hervorragendes leistete, nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck war; gerade dadurch wirkte er auf die Gemeinde Andacht weckend und fördernd, das Thora-Ausheben an den hohen Feiertagen z. B. wußte er ebenso feierlich und erhebend zu gestalten, wie das Olenu und dasUnsanneh tokef am Neujahrs- und Versöhnungstag ergreifend und erschütternd, so daß manchem Zuhörer die Tränen in die Augen kamen. Aber auch als Religionslehrer wußte er sich höchste Achtung zu verschaffen. Mit der Würde des Amtes und der Gewissenhaftigkeit des Lehrberufs verband sich bei ihm eine seltene Vornehmheit der Gesamtpersönlichkeit; sie dokumentierte sich u. a. darin sehr deutlich, daß er, obwohl aufrichtiger, selbstbewußter Jude, zwar der Orthodoxie und dem Zionismus nicht angehörte, jedoch gleichwohl niemals ein abfälliges Wort über diese beiden Bewegungen hören ließ. Das Andenken an diesen ausgezeichneten Menschen wird bei allen, die ihn kannten, fortleben; einen vollwertigen Ersatz für ihn zu finden, dürfte nicht leicht sein. St. Gemeinden- und Vereins-Echo Chanuka-Jugend-Gottesdienst in München Am Abend des 20. Dezember wurde in der hiesigen Hauptsynagoge ein seltener Festgottesdienst abgehalten, der sein besonderes Gepräge dadurch erhielt, daß mit Ausnahme der Ansprache des Rabbiners der ganze Gottesdienst von der Jugend selbst ausgeübt wurde. Angefangen von L’dovid boruch des Knabenchores bis zum Chanukalichtzünden und zur Hawdoloh waren Schüler die Träger der Feier. Mit diesen beiden Funktionen waren die Jungen Hanns Henne und Alfred Adler beauftragt. Groß und Klein begeisternd wurden diese Gebetstücke zu Gehör gebracht. Erstaunlich war insbesondere der Vortrag des Abendgebets mit Orgelbegleitung, wobei der junge Hermann Schaalmann, Sohn des Herrn Studienrat Schaalmann, von seiner musikalischen Veranlagung und seinen hebräischen Kenntnissen ein schönes Zeugnis ablegte. Das Verdienst der musikalischen Ausgestaltung des stimmungsvollen Gottesdienstes gebührt aber Herrn Kantor Lachmann, der mit großem Geschick sich der mühevollen Arbeit des Einstudierens der Gesänge unterzog. Herr Lachmann durfte als musikalischer Leiter des Jugendgottesdienstes die Befriedigung mit sich nehmen, nicht nur der Gemeinde eine Weihestunde gegeben, sondern erzieherisch auf die Jugend gewirkt zu haben im Sinne der Anregung zum fleißigen Besuch des Gotteshauses und zur aktiven Teilnahme am Gottesdienste. Zionistische Ortsgruppe München Wir machen unsere Mitglieder auf die von den Lehrkursen der Israelitischen Kultusgemeinde veranstalteten Vorträge aufmerksam. Herr Dr. Percikowitsch spricht über das Thema „Die jüdischen Sprichwörter der biblischen, tahnudischen und nachtalinudischen Zeit“ am Mittwoch, den 21. Januar, 281. Januar, 4. Februar im Bibliolheksaal der Gemeinde, Herzog-Max-Slraße 7/1. Nach jedem Vortrag findet bei einer genügenden Teilnehmerzahl eine Arbeitsgemeinschaft statt. Das Thema der ersten Arbeitsgemeinschaft lautet: „Die Familie im jüdischen Sprichwort“. Beginn der Vorträge um 8 Uhr, der Arbeitsgemeinschaften um 9 Uhr. Wochenprogramm der V. J. St. „Jordania“ München Montag, 19. Januar, Ausspracheabend, Jungzionistischer Arbeitskreis, off. Dienstag, 20. Januar, 20.30 Uhr, Burschenkurs, off. Mittwoch, 21. Januar, 20 Uhr, Sport, Plinganserstraße 79, off. Freitag, 23. Januar, 20.30 Uhr, inoff. Freitagabend bei Eisen, Schwanthalerstraße 95. Samstag, 24. Januar, 14 Uhr, Kaffee Hag. Bar-Kochba, Sportabteilung Jeden Mittwoch, abends von 8 bis 10 Uhr, findet in der großen Halle des Sportvereines Sendling, Plinganserstraße 79, das Training der Handballer und Leichtathleten sowie der ersten Jugendmannschaft statt, während die Fußballjugend nach wie vor Dienstag abends von halb 8 bis 9 Uhr in der Turnhalle der Luisenschule trainiert. Wir erwarten, daß die Bemühungen der Vorstandschaft, der Sportabteilung eine dem modernen Sportbetrieb angepaßte Sporthalle zu verschaffen, durch vollzähliges Erscheinen belohnt werden. — Mitte Februar beginnen die Handballverbandsspiele. Die Runde wird diesmal gemeinsam mit den Turnern durchgeführt. Wir hoffen, daß wir diese Spiele gut bestreiten werden, um so mehr, da Karl Schuster wahrscheinlich nach seiner langen Verletzung wieder aktiv wird, und Isy Saal, von der Hakoah Wiesbaden bis zur Spielserie in München wieder eintrifft. Zugleich sei darauf aufmerksam gemacht, daß der Auftakt zu den Verbandsspielen mit einem Freundschaftsmiel gegen Männer-Turn-Verein Schwabing 1 auf dem Sportplatz an der Säbenerstraße am 1. Februar beginnt. — Die Vorbereitungen zur Aufnahme F. M. Feiler: Antisemitismus Eine psychoanalytische Lösung des Problems Zivilisation, Triebleben Arische u. jüd. Zivilisation Der Konflikt des Ariers mit dem Juden Die jüdischen Gebräuche Das „Lächerliche“ am Juden Die „jüdische Schlauheit“ Der unheimliche Jude Das Buch ist erschienen i Psychologie Aus dem Inhalt: Kultur und Preis RM. 4.— Jude — Vater Der gekreuzigte Christus, Jude und Vaterkomplex Das erotische Verhältnis zum Juden Die jüdische Gebärde Der jüdische Witz Asket, Künstler und Antisemitismus usv. usw .Archiv für angewandte F. M. Feiler, Berlin Wilmersdorf, Nassauische Straße 42 Lieferung durch Nachnahme