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Das jüdische Echo · 1929-12-20 · 51 (20.12.1929) · p. Seite 760

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
51 (20.12.1929)
Date
1929-12-20
Page
Seite 760 (sequence 17)
Language
German
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760 Das Jüdische Echo Nr. 51 doppelte des vorjährigen Beitrages) bei. Die Mehreingänge für das Jahr 5689 gegen 5688 betreffen eine Summe von 63 000 Pfund. Der Bericht über die Verhandlungen der Untersuchungskommission wird in der nächsten Nummer fortgesetzt. Emil Ludwig liest an der Hebräischen Universität Jerusalem, 11. Dezember. (JTA.) Emil Ludwig, der bekannte deutsche Schriftsteller und Historiker, hielt heute einen Vortrag an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Sein Thema lautete: „Geschichte und Dichtung.“ Im Namen der Universität begrüßte Professor Joseph Klausner den Gast vor Beginn der Vorlesung. Am späten Nachmittag veranstaltete Emil Ludwig zu Ehren des Verbandes der Hebräischen Schriftsteller einen Tee. Bei dieser Gelegenheit begrüßten Dr. David Yellin und Dr. Mordechai Ben Hillel den Gast. In seiner Erwiderung auf die Begrüßungsansprachen erzählte Emil Ludwig, er habe bis 1915 dem Judentum und dem jüdischen Leben ferngestanden; unter dem Einfluß seiner Freunde Dr. Artur Ruppin und Richard Lichtheim sei er zum Judentum zurückgekehrt. Er wünsche Palästina „Schalom“; den Frieden, den das Land nach den letzten Schrecknissen mehr als alles braucht. Aus der jüdischen Welt Das Programm des Delegiertentages der ZViD. Für den am 29. und 30. Dezember dieses Jahres im Jenaer Volkshaus stattfindenden 23. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ist die folgende Tagesordnung in Aussicht genommen: 1. Eröffnung des Delegiertentages durch den Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland; 2. Wahl des Büros; 3. die politische Situation im Zionismus und in Palästina, Referent Dr. Cliaim Weiztnann; 4. Debatte; 5. die zionistische Arbeit in Deutschland, Referent Kurt Blumenfeld; 6. Debatte über das Referat: die zionistische Arbeit in Deutschland; 7. Fortsetzung der Debatte; 8. Anträge und Wahlen. Allgemeinen Zionisten (Gruppe Kollenscher) 8 Delegierte, von der Gruppe Arbeitendes Palästina (Fritz Naphtali) 4 Delegierte. Damit ist das Ergebnis der Berliner Wahlen nicht erschöpft. In Sonderverbänden wählen Misrachi 5, Revisionisten 4, Hitachduth 3 und Radikale Zionisten 3 Delegierte. Über die Wahlen im Reiche liegen vorläufig nur spärliche Resultate vor. ln München wurden 2 Delegierte der Gruppe Blumenfeld und ein Oppositioneller gewählt. Sitzung der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin Berlin, 13. Dezember. (JTA.) In der Sitzung der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde am 12. Dezember abends wurde die Mitteilung gemacht, daß der Polizeipräsident die beschlossene Statutenänderung bestätigt hat, so daß Ende 1930 41 Repräsentanten und von diesen 11 Vorsteher zu wählen sein werden. Bis dahin wurden die Herren Direktor Kareski, Dr. Kollenscher, Kommerzienrat Gerson Simon, Kammergerichtsrat Leo Wolff und Goldschmidt, deren Amtszeit jetzt abläuft, wiedergewählt. Großer Erfolg der „Habimah“ in Berlin Berlin, 13. Dezember. (JTA.) Die „Habimah“ ist zu einem kurzen Gastspiel in Berlin eingetroffen und hat am Donnerstag, dem 12. Dezember, im Lessing-Theater mit einer Aufführung von „Keter David“ (Die Krone Davids) nach Calderon begonnen. Der Eindruck auf die Zuhörerschaft, in der sich die maßgebenden Berliner Kunstkreise und führende Persönlichkeiten des Judentums befanden, war ein außerordentlich tiefer. Nach jedem Aktschluß erscholl stürmischer Beifall, den aber das Ensemble erst nach Schluß des letzten Aktes mit dem Erscheinen vor dem Vorhang quittierte. Aber dann mußten sich die Darsteller unzählige Male dem Publikum zeigen. Nach der Vorstellung versammelten sich auf Einladung des Kreises der Freunde der „Habimah“ die Berliner „Habimah“-Freunde im Theaterfoyer zu einem Begrüßungsbankett. Weizmann wohnt dem Delegiertentag der deutschen Zionisten bei Berlin, 11. Dezember. (JTA.) Professor Dr. Chaim Weizmann, der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, wird dem am 29. und 30. Dezember dieses Jahres in Jena stattfindenden 23. Delegiertentag der deutschen Zionisten beiwohnen und dort ein Referat über die politische Lage halten. Ergebnis der Wahlen zum Delegiertentag der ZVfD. in Berlin Berlin, 17. Dezember. (JTA.) Die am 14. bis 16. Dezember in Berlin stattgefundenen Wahlen zum Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hatten das folgende Ergebnis: Gewählt wurden vom Linken Zentrum (Gruppe Blumenfeld) 8 Delegierte, von den Unabhängigen LI PA Li Liebfrauen«Pass.«Lichtspiele Kaufingerstr. 14, Tel. 90 2 52 Spielplan vom 24. mit 30. Dezember 1929 Fred Thomson WilliamFairbanlts in Silberkönigs der Detektiv aus Liebe letzter Sieg Mit reichhaltigem Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Thomas Manns Dank an die „Habimah“ Berlin, 13. Dezember. (JTA.) Thomas Mann, der berühmte deutsche Dichter und neueste Träger des Nobelpreises für Literatur, schreibt über „Habimah“: „Ich habe das ,Habimah‘-Theater nur einmal, gelegentlich eines Münchener Gastspiels, gesehen, aber der Eindruck ist unauslöschlich. Man spielte den ,Dybuk‘, dies volkstümlich-sittenbildhafte Drama der Besessenheit, und die Atmosphäre durchdringender nationaler Echtheit, intimer Unh'eimlichkeit, pittoresker Kulturgeschlossenheit, in der die Darbietung stand, zusammen mit der theatralischen Fortgeschrittenheit, dem leidenschaftlichen Raffinement der Inszenierung, tat es mir, wie übrigens offenbar dem ganzen Publikum, bis zur Hingerissenheit an. Ich verstand kein Wort, und dennoch gab es kein Aussetzen der höchsten Aufmerksamkeit, nicht einen Augenblick. Die Worte aber, die ich gleichwohl verstand und die jeder versteht: ,Adonai4, ,Israel!4 — diese gewaltigen Laute aus so authentischem Munde zu vernehmen, war mir aus bestimmten persönlichen produktiven Gründen ein Erlebnis des Schreckens und der Freude. Mit Eifer ergreife ich die Gelegenheit, dem Theater für diese außerordentliche Stunde meinen Dank abzustatten. Thomas Mann.“

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