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Das jüdische Echo · 1929-11-29 · 48 (29.11.1929) · p. Seite 714

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
48 (29.11.1929)
Date
1929-11-29
Page
Seite 714 (sequence 15)
Language
German
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714 Das Jüdische Echo Nr. 48 letzt. Polizeioffizierc haben in den arabischen Dörfern zwischen der Jerusalemer jüdischen Vorstadt Moza und der jüdischen Kolonie Dilb (Kirjatli Anawim) eine Anzahl Revolver und andere Schußwaffen beschlagnahmt, 25 jüdische Flüchtlinge aus Beisau, die nach Wiederherstellung der Ordnung in ihre verlassenen Heime zurückkehrten, mußten infolge der andauernden arabischen Feindseligkeiten wiederuuin ihre Heime verlassen. Neue Provokation an der Klagemauer: Ein großes Kreuz aufgemalt Jerusalem, 20. November. (JTA.) Von unbekannter Seite ist ein neuer Provokationsakt an der Klagemauer begangen worden: an die Steine der Klagemauer wurde in der Nacht mit weißem Kalk ein riesiges Kreuz aufgemalt. Die Juden, die am Morgen zur Andacht erschienen, wischten das Kreuz weg. Am Nachmittag aber war das Kreuz wieder da. Ein Jude in Palästina zum Tode verurteilt J e r u s a 1 e m , 20. November. (JTA.) Das Gericht in Jaffa verurteilte den spaniolischen Juden Joseph Orphale, der beschuldigt war, während des Araberaufstandes bei der Abwehr arabischer Angriffe auf Juden zwei Araber erschossen zu haben, zum Tode. Als erschwerend wurde vom Gericht angenommen, daß die Tötung der Araber erfolgt war, als bereits britische Truppen zur Niederwerfung des Aufstandes in Jaffa eingetroffen waren. Erste Kollektivbestrafung eines palästinensischen Dorfes Jerusalem, 24. November. (JTA.) Das erste Urteil auf Grund der Verordnung über Kollektivbestrafung in Fällen von Unruhen ist soeben verkündet worden. Das arabische Dorf Ashdod, das gemeinsam mit elf anderen Dörfern in den Unruhetagen die jüdische Kolonie Beer Towiah angegriffen hatte, wurde zu einer Buße von 3000 Pfund verurteilt. J e r u s a 1 e m,. 20. November. (JTA.) Das Jerusalemer Gericht hat die vom Richter Litt in Haifa gegen 29 Araber des Dorfes. Tirehm, die einen bewaffneten Angriff auf die jüdischen Stadtviertel von Haifa versucht hatten, verhängte Strafe von je fünf Jahren Gefängnis auf je drei Monate Gefängnis, vom Tage der Verurteilung an gerechnet, herabgesetzt. Tel Awiw hat wieder Fleisch F e 1 Awiw, 24. November. (JTA.) Die Fleischnot in Tel Awiw, die seit mehr als zwei Wochen bestand, weil die Jüdische Gemeinde von Tel Awiw sich weigerte, im Jaffaer Schlachthaus Schächten zu lassen und die Regierung anderseits Schlachtungen in Tel Awiw verbot, ist nun überwunden, nachdem der Oberkommissar Sir John Chancellor die Errichtung eines Schlachthauses in Tel Awiw, die unter Verwaltung des Tel Awiwer Bürgermeisteramtes stehen soll, gestattet hat. Bis zur Errichtung des Schlachthauses werden die Schäehtungen in einer Gerberei vorgenommen. Der Ratskeller das Lokal jedes Einheimischen und Fremden. Neuer Pächter HANS FÜRST Warum „Dawar“ wieder erscheinen darf L o n d o n, 24. November. (JTA.) „Daily Herald“, das Organ der britischen Arbeiterpartei, teilt mit, daß das Verbot des Erscheinens der hebräischen Tageszeitung „Dawar“ in Tel Awiw, des Organs der jüdischen Arbeiterschaft, aufgehoben wurde gemäß einer Instruktion des Kolonialamtes an die Palästinaregierung. Zw ischenfall bei der Semestereröffnung der Universität Jerusalem, 20. November. Bei der feierlichen Eröffnungsrede, die der Kanzler der hebräischen Universität, Dr. J. L. Magnes, bei Anwesenheit von mehreren Hunderten heute hielt, kam es zu einem Zwischenfall. Magnes, der eine Rede ganz im Sinne des Brith-Schaloin hielt, wurde von Ussischkin unterbrochen; die Zuhörer nahmen die Rede teils mit Applaus, teils zischend auf. Bei Beginn einer Vorlesung von Dr. Hugo Bergmann verließen die Studenten geschlossen den Saal. Generalversammlung der P. L. D. C. Die ordentliche Generalversammlung der „P alestine Land Development C o.“ Ltd. London-Jerusalem, die am 18. November er. im Büro der Gesellschaft in Jerusalem stattfand, hat die Zuwahl der Herren Justizrat Dr. Elias Straus, München, Rechtsanwalt Dr. Josef Rufeisen, Mähr.-Ostrau, Isaak Feuerring, i. Fa. Aron Hirsch & Sohn, Berlin, in den Board beschlossen.“ Aus der jüdischen Welt Vom preußischen Landesverband — Eine Friedensresolution Berlin, 21. Nov. (JTA.) (Amtl.) Am 20. November 1929 trat der Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zu einer Sitzung zusammen. Als Nachfolger von Prof. Dr. Türk wurde zum stellvertretenden Präsidenten des Rates Dr. Ismar Freund gewählt. Zum Vorsitzenden des Wohlfahrtsausschusses wurde Direktor Ostberg, zum Mitgliede des liberalen Unterrichtsausschusses Prof. Elbogen bestellt. Der Abschluß für das Rechnungsjahr 1928/29 sowie der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1930/31 wurden festgestellt. Es wurde ferner noch beschlossen, den nächsten Verbandstag auf den 23. März 1930 und folgende Tage einzuberufen. Der übrige Teil der vom frühen Morgen bis in die zehnte Nachtstunde dauernden Sitzung wurde von einer Besprechung über die Lage des preußischen Judentums ausgefüllt. Sie knüpfte an den Aufruf „Hilfe durch Aufbau“, welcher anläßlich der in Palästina durch Araber verübten Judenmetzeleien von den deutschen Mitgliedern der Jewish Agency erlassen worden ist, und an die ihm gegenüber veröffentlichte „Erklärung deutscher Juden“ an. Nach langer Aussprache gelang es, ihr Ergebnis in der folgenden Entschließung zusammenzufassen, die einstimmig angenommen wurde: „Der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden gibt der Überzeugung Ausdruck, daß die Würde des jüdischen Namens und das Ansehen der deutschen Juden es dringend erfordern, den innerjüdischen Kampf zu entgiften. Die Austragung von Meinungsverschiedenheiten, sei es vor der jüdischen, sei es vor der nichtjüdischen Öffentlichkeit, muß ohne jede Minder-

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