Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1929-10-04 · 40 (4.10.1929) · p. Seite 599

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
40 (4.10.1929)
Date
1929-10-04
Page
Seite 599 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103083-9176091--09818-9082727
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 40 Das Jüdische Echo 599 Chaluzim-Wanderung nach Palästina Warschau, 29. September. (JTA.) Das Büro des Weltverbandes Hechaluz erhielt aus Triest die Nachricht, daß in den letzten Tagen über Triest mehr als 200 Chaluzim nach Palästina gereist seien, unter ihnen 93 aus Kongreßpolen, 40 aus Galizien, 28 asu Deutschland und 26 aus der Tschechoslowakei. Im Verlauf des September haben sich 540 Chaluzim nach Palästina begeben. Im Verlauf des Oktober werden 840 Chaluzim nach Palästina reisen, davon 450 über den rumänischen Hafen Konstanza, der Rest über Triest. Aus Österreich begaben sich am 27. September 40 Chaluzim nach Palästina. Eine zahlreiche jüdische Bevölkerung fand sich am Bahnhof zum Abschied ein. Großer Erfolg der Habimah in Italien Rom, 23. September. (JTA.) Das hebräische Theater Habimah absolviert gegenwärtig eine sehr erfolgreich verlaufende Tournee durch die großen Städte Italiens. Die Truppe spielte bis jetzt in Rom und Neapel ihre bekannten Repertoir-Stücke „Dybuk“ von Ansky, „Golem“ von Leiwik, sowie einiges aus ihrem neuen Repertoire. Die italienische Presse,, voran die zwei meist gelesenen Zeitungen „Corriere dela Sera“ und „Giurnale d’Italia“ bringen große Aufsätze mit Illustrationen über das Schaffen, der „Habimah“. Die italienische Kritik bezeichnet die Darstellung der Habimah als originelle Spitzenleistungen der Schauspielkunst. Die Habimah wird bis Ende Oktober in Italien verbleiben und auch noch in Florenz. Mailand, Turin, Leghorn usw. Vorstellungen geben. „Tag der Kollektivisation“ am Jom Kippur Moskau, 23. September. (JTA.) Die Regierung der Sowjetunion hat den 14. Oktober als „Tag der Kollektivisation“ proklamiert; an diesem Tag sollen alle Bauern der Sowjetunion zum Besten der Kollektivierung der Landwirtschaft in Sowjetrußland arbeiten, d. h. den Ertrag dieses Arbeitstages einem Fonds für Kollektivierung zuführen. Da der 14. Oktober auf den jüdischen Versöhnungstag (Jom Kippur) fällt, sind die jüdischen Kolonisten in eine große Verlegenheit geraten. Sie fürchten, daß die jüdischen Kommunisten mit allen Mitteln versuchen werden, die Arbeit auf den Feldern der jüdischen Kolonien zu erzwingen, damit die Solidarität mit dem allgemeinen Bauerntum gewahrt wird. — Die Kampagne der jüdischen Kommunisten gegen die hohen jüdischen Feiertage hat sich in den letzten Tagen verschärft. Überall wird die Forderung nach Wegnahme jüdischer Bethäuser für Arbeiterklubs erhoben. Die frommen Juden errichten in der Nähe der Synagogen große Holzbaracken, um für den Fall der Beschlagnahme der Synagogen über eine Andachtsstätte zu verfügen. Frau Warburg spendet 50 000 Dollar für Keren Hajessod Neuyork, 24. September. (JTA.) Frau Frieda Warburg, die Gattin von Felix M. Warburg und Tochter von Jacob Schiff, hat eine Summe von 50 000 Dollar für das Unterrichtsbudget des Keren Hajessod nach Jerusalem überwiesen. American Jewish Congress wünscht eine Weltkonferenz Neuyork., 24. September. (JTA.) Der American Jewish Congress hat in einer von 250 Vertretern von 50 Organisationen ganz Amerikas besuchten Konferenz einen Entschluß gefaßt, die Jewish Agency aufzufordern, eine Weltkonferenz des Judentums einzuberufen, die sich mit de Lage Palästinas befassen und die Palästina-Judenheit in ihrem Werke ermutigen soll. Die Bestattung Louis Marshalls in Neuyork Neuyork, 24. September. (JTA.) Die Beisetzung des verstorbenen Führers des amerikanischen Judentums und Präsidenten des Council der Jewish Agency, Louis Marshall, fand am Dienstag, dem 24. September, nachmittags, vom Tempel Emanuel aus statt. Der nue Prachtbau des Tempels Emanuel, der erst zu den hohen Feiertagen eröffnet werden sollte, öffnete schon früher seine Tore der Bahre Louis Marshalls, der den Tempel begründet und dem Tempelkomitee als Präsident vorgestanden hat. Der Sarg war mitten im Tempel auf einem hohen Katafalk aufgebahrt. Im Tempel hatten sich zur Feier mehr als 4000 Repräsentanten der Judenheit von Neuyork und den übrigen Zentren Amerikas eingefunden; mindestens die gleiche Zahl Personen wartete vor dem Tempel draußen. In vielen Straßen, die der Trauerzug passierte, mußte der Verkehr gesperrt werden. Auf dem Friedhof Salem Field, wo die sterblichen Reste Louis Marshalls der Erde übergeben wurden, hatten sich wiederum zahlreiche Verehrer des toten Führers eingefunden, unter ihnen Vertreter von 54 Organisationen. Gemäß dem letzten Wunsche des Verstorbenen wurden Grabreden nicht gehalten. Ein Marshall-Gedächtnisfonds von fünf Millionen Dollar Neuyork, 27. September. (JTA.) Wie vom Jüdischen Theologischen Seminar mitgeteilt wird, soll die von Julius Rosenwald für einen Louis- Marshall-Gedächtnisfonds am Jüdischen Theologischen Seminar gespendete Summe von 500 000 Dollar den Grundstock bilden zu einem Fonds von fünf Millionen Dollar, der den Namen Louis Marshalls tragen wird. König Fuad von Ägypten gibt gegenüber dem Oberrabbiner Nahum Effendi seiner Sympathie für das Palästina-Judentum Ausdruck K a i r o , 27. September. (JTA.) König Fuad von Ägypten empfing den Oberrabbiner von Ägypten Haim Nahum Effendi in Audienz, die 50 Minuten währte. Der König besprach mit dem Oberrabbiner die Ereignisse in Palästina, äußerte Interesse für das jüdische Aufbauwerk, das allen Einwohnern des Landes zugute kommt und gab seiner Sympathie für das Judentum Palästinas Ausdruck. Dem Oberrabbiner Haim Nahum sind in den letzten Wochen zahlreiche Briefe von Scheichs und hohen Regierungsbeamten in Ägypten zugegangen, in denen die Sympathie der Moslemiten Ägyptens mit den Juden Palästinas zum Ausdruck gebracht wird. B. MARSTALLER kgl. Hofsattler / München Erzeugnisse unserer Großwerkstätten: Schiffskoffer / Schrankkoffer Autokoffer (D. R. Patent) Menageu. Toilettekoffer FEINE LEDERWAREN Verkaufsräume Damenstiftstraße 16 Fernruf Nr. 90939

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.