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Das jüdische Echo · 1929-10-04 · 40 (4.10.1929) · p. Seite 597

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
40 (4.10.1929)
Date
1929-10-04
Page
Seite 597 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 40 Das Jüdische Echo 597 Mischehen) gezählt, im Jahre 1926 496 und 1927 nur noch 462. Die Mortalität übertrifft bei weitem die Natalität. So. stehen zwar im Jahre 1881 den 1558 Geborenen 935 jüdische Gestorbene gegenüber, 1926 lauten die Zahlen 496 und 739 und 1927 462 und 763. In der Zeit von 1923 bis 1927 wurden 2912 Juden geboren, es starben aber 3687 in Bayern! Die für das jüdische Bekenntnis besonders ungünstige Entwicklung wird durch folgende Beziehungszahlen veranschaulicht: Auf 1000 der Bevölkerung treffen Gestorbene bei den: Jahr Juden Kathol. Protest. Sonstig. 1927 15,5 13,5 12,1 11,6 1926 15,0 13,5 11,9 10,6 1910 11,7 20,3 16,0 12,2 Die hohe Sterbeziffer der Juden hängt eng mit ihrer Altersgliederung zusammen. Da sie in Bayern nicht bekannt ist, können wir dies mit Hilfe zahlenmäßiger Unterlagen nicht beweisen. Nachrichten aus Palästina Der Wächter eines jüdischen Kinderdorfes ermordet Jerusalem, 24. September. (JTA.) Schlome Sandler, der Wächter der Kinderkolonie Kfar Jeladim ist in der gestrigen Nacht von arabischen Plünderern ermordet worden. Die Räuber, die zuvor die Telephondrähte durchgeschnitten haben, raubten vier der Kolonie gehörende Maulesel. Eine Stunde nach dem geschehenen Raub traf Militär aus der Kolonie Merchawia, etwas später Polizei aus Nazareth in Kfar Jeladim ein. Eine Spur der Raubmörder konnte bisher nicht gefunden werden. Das Kinderdorf und die Umgebung werden jetzt von Militärpatrouillen stark bewacht. Der ermordete Sandler stammte aus Tiberias. Die arabische Boykott-Propaganda Jerusalem, 25. September. (JTA.) Arabische Agitatoren in den Städten Palästinas führen die Boykott-Propaganda gegen Handel und Industrie der Juden ungehemmt fort. Die Moslemitisch- Christliche Gesellschaft hielt in Jaffa eine Sitzung ab, in der Pläne eines allgemeinen Boykotts der Juden in Zusammenarbeit mit der arabischen Handelskammer erörtert wurden. Die arabische Zeitung „Meraat el Shark“ protestiert dagegen, daß die Regierung 9000 jüdische Flüchtlinge ernährt, sie drückt ihr Erstaunen darüber aus, warum nicht die Versorgung der Flüchtlinge mit Nahrungsmittel aus den Mitteln geschieht, die durch Juden in der ganzen Welt aufgebracht werden. Jerusalem, 28. September. (JTA.) Der Gouverneur von Jerusalem Major Keith Roach lud eine Abordnung der moslemitischen Kaufmannschaft Jerusalems zu sich ein und teilte ihr mit, daß die jüdische Kaufmannschaft die Initiative zur Aufhebung des gegenseitigen arabisch-jüdischen Boykotts ergriffen und den Text zu einer Proklamation formuliert hat, die von den jüdischen und arabischen Kaufleuten erlassen werden soll und in der an die Bevölkerung appelliert wird, den Boykottparolen nicht zu folgen und die Freiheit des Handels zu unterstützen. Die moslemitischen Kaufleute lehnten es ab, die Proklamation ihrerseits zu unterzeichnen und erklärten, sie können nicht vom nationalen Pfade abweichen. Wie die JTA erfährt, haben die Leiter der palästinensischen Banken eine Beratung abgehalten, in der die Gefahren des Boykotts für die allgemeine Wirtschaftslage Palästinas besprochen wurde. Für den Fall, daß der Boykott nicht bald aufhört, besteht die Entschlossenheit, mit einer Krediteinschränkung gegen jene Kreise vorzugehen, die an dem Boykott festhalten Die Arbeit der Gerichte 250 Urteilsspriiche seit Beginn der Unruhen Jerusalem, 26. September. (JTA.) Wie die arabische Presse mitteilt, wurden seit Beginn der Unruhen bis zum 19. September 500 Araber und Juden wegen Teilnahme an den Unruhen zu Strafen in verschiedener Höhe verurteilt. 374 Araber und 39 Juden wurden Polizeistrafen zudiktiert, 85 Araber und 14 Juden wurden von den Distriktsgerichten abgeurteilt, 7 Araber und 1 Jude wurden wegen schwerer Kriminaldelikte bestraft. Ein arabischer Hausbesitzer in Haifa, bei dem eine große Menge bei Juden geraubten Gutes gefunden wurde, wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Araber, der in einem jüdischen Hause in der Nähe von Nes Zion mit einem Revolver bewaffnet ertappt wurde, ist zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein Araber, der, mit einer Handgranate bewaffnet, beim Ärodrom in deE Nähe von Kalendiah abgefaßt wurde, erhielt 12 Monate Gefängnis zudiktiert. Drei arabische junge Leute in Tulkarem, die ohne Erlaubnis der Polizei eine Kundgebung veranstaltet hatten, wurden mit einer Geldbuße von je zwei Pfund verurteilt. Sie wurden von drei prominenten arabischen Anwälten verteidigt, die gegen das Urteil Berufung einlegten. Jüdische Waisenkinder Jerusalem, 27. September. (JTA.) Die Angriffe der Araber auRden jüdischen Jischuw in Palästina und die Vernichtung vieler jüdischer Menschenleben hatten zur Folge, daß 60 jüdische Kinder verwaist wurden, und zwar sind 43 Kinder ohne Väter geblieben, 17 Kinder sind Vollwaisen geworden, nachdem sie Vater und Mutter durch die Metzeleien verloren haben. Allein in Hebron zählt man 29 Waisenkinder, ferner 13 in Safed, II in Jerusalem, 4 in Beer Tobiah, 3 in Tel-Awiw. Auch sind 23 jüdische Frauen Witwen geworden. Zur Versorgung dieser 60 Waisenkinder und der 23 Witwen bis zu einem Zeitpunkt, wo sie sich selbst erhalten können, ist ein Betrag von etwa 18 000 Pfund notwendig. Jttünchen Rosenstraße 5 SCHRAMM fÜerfamßtteJ&

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