Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1929-09-20 · 38 (20.9.1929) · p. Seite 571

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
38 (20.9.1929)
Date
1929-09-20
Page
Seite 571 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9103083-9176084--09788-9082697
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 38 Das Jüdische Echo 371 Mendelssohn»Gedeokfeiern Berlin, 9. September. (JTA.) Den Höhepunkt der Berliner Mendelssohn-Gedenkfeiern bildete die vom Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin gemeinsam mit der Akademie der Wissenschaft des Judentums und der Gesellschaft zur Förderung des Judentums veranstaltete Feier, die am Sonntag, dem 8. September, mittags, in der Singakademie, der historischen Stätte für Musikpflege in Berlin, ah gehalten wurde. Nach der vom philharmonischen Orchester, geleitet von Dr. Heinz Unger, vorgetragenen Ouvertüre zu „Athalia“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, hielt der Vorsilzende des Vorstandes der Gemeinde, Direktor Georg Kareski, ein interessante Ansprache. Hierauf ergriff Reichsinnenminister S e v e r i n g im Namen der Reichs- und der preußischen Staatsregierung das Wort, um die Fest Versammlung zu begrüßen. Er gab einen Umriß der Mendelssohnscheu Ideenwelt, schilderte deren befreiende Wirkung in Judentum und Deutschtum seiner Zeit und beklagte es, daß die Nachwelt nicht genug den großen Lehrer würdigt und begreift. Mit dem Worte „Mehr Nathan“ schloß der Reichsinnenminister unter stürmischem Beifall der Versammlung seine Ansprache. Die Grüße der Stadt Berlin überbrachte Oberbürgermeister B ö ß. Für die in- und ausländischen Gruppen der Kant-Gesellschaft sprach Privadozent Dr. Baumg a r d t. Die eigentliche Festrede hielt Rabbiner Dr. B a e c k. In dem vom Philharmonischen Orchester unter Heinz Ungers Leitung vorgetragenen „Tod und Verklärung“ von Richard Strauß klang die Feier aus. Dessau, 8. September. (JTA.) Nach dem üblichen Gemeindegoltesdienst am Sahhatvormiltag fand mittags um halb 12 Uhr eine religiöse Feier in der Synagoge zum Gedenken an Moses Mendelssohn statt, zu der Vertreter der Behörden sowie jüdischer Körperschaften aus Berlin und dem Reiche und auch Vertreter der christlichen Kirchen erschienen waren. Im Mittelpunkt der Feier stand die Festpredigt des Landesrabbiners Dr. Walter. Um 3 Uhr nachmittags versammelte man sich im Hof der Gemäldegalerie. Ministerpräsident Deist eröffnele die Mendelssohnausstellung mit einer Rede, in der er darauf hinwies, daß der von Mendelssohn gelehrte Toleranzgedanke in Anhalt stets eine Stätte gehabt habe. Im Anschluß an die Eröffnung und Besichtigung der Ausstellung veranstaltete die Israelitische Kultusgemeinde einen Nachmittagstee in den Räumen der Gemäldegalerie. Der letzte Tag der Jubiläumsveranstaltung begann mit der eigentlichen Gedächtnisfeier, die im Rahmen einer „Morgenfeier“ im Friedrich-Theater slattfand. Die Kapelle des Friedrich-Theaters brachte die Suite von Johann Sebastian Bach zu Gehör, sodann nahm Herr Bürgermeister Hesse das Wort zu einer Ansprache. Das Gedenken an Mendelssohn solle fruchtbar gemacht werden für die Schaffung einer wahren Volksgemeinschaft und sogar Völkergemeinschaft. Bürgermeister Hesse teilte mit, daß in Dessau eine „Moses-Mendelssohn-Stiftung zur Förderung der Geisleswissenschaften“ gegründet sei, zu der die Häuser Mendelssohn & Go. in Berlin und Amsterdam durch Spende von 250 000 RM. den Grundstock gelegt haben. Es folgte der Vortrag von Staatsminister a. D. Dr. Müller (Dessau) über „Moses Mendelssohns deutsche Sendung“. über Mendelssohns Bedeutung für die Juden“ sprach Prof. Dr. Ismar Elbogen (Berlin). Anschließend veranstaltete der Magistrat der Stadt Dessau ein Eeslessen. Für den Nachmittag hatte das Anhallische Slaalsininislerium zu einem Ausflug nach dem berühmten Schloß Wörlitz eingeladen. Am Vorabend wurden an dem in der Nähe des Bahnhofs errichteten Mendelssohndenkmal seitens der staatlichen und städtischen Behörden und der jüdischen Gemeinde Kränze niedergelegt. Mendelssohn-Publikationen Zum M e l). d e 1 s s o h n t a g e sind eine ganze Reihe literarischer Erscheinungen zu verzeichnen, deren ausführlichere Würdigung wir uns Vorbehalten. Wir nennen jedoch: Moses Mendelssohn, der Mensch und das Werk. Zeugnisse, Briefe, Gespräche. Herausgegeben und eingeleitet von Bert h a B a d t - S t r a u ß. 288 Seiten, 10 Tafel- und Textbilder, holzfreies Papier, Einhand in Ganzleinen, Preis 7 RM. (Welt-Verlag, Berlin.) — Eine Parallelausgabe des Buches bringt für seine Mitglieder der Heine-Bund, Berlin W 57, Pallasstraße 10/11, heraus. Moses Mendelssohn. Ein Lebensbild für die israelitische Jugend von J. Herzberg. 2. verb. Aufl. Leipzig, Verlag M. W. Kaufmann. Fritz B a m b e r g e r , Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns (14 Seilen). I. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M. 80 Rpf. Die Zeitschrift „D e r M o r g e n“ sowie die „C.-V.- Z e i t s c h r i f t“ haben dem Mendelssohnjubiläum inhaltsreiche und interessante Sondernummern gewidmet. Bei diesem Anlaß sei auch auf das Buch „D i e F a m i 1 i e M e n d e 1 s s o h n“ von Sebastian H e nsel, einem Abkömmling der Familie, hingewiesen, das in schöner Ausstattung zweihändig in einer außerordentlich billigen Ausgabe vom Verlag Hesse u. Becker in Leipzig herausgegeben wurde. Aus der jüdischen Welt Einweihung des neuen jüdischen Friedhofs in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M., 10. September. (JTA.) Am Sonntag, dem 8. September, wurde der neue Friedhof der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. feierlichst eingeweiht. Die heutige Gesamtanlage ist das Werk anderthalbjähriger Bauzeit, das Beerdigungsfeld ist seit zwei Monaten in Betrieb. Ein Hain der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands in Palästina Düsseldorf, 12. September. (JTA.) Die Verbandsleitung des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands hat beschlossen, ihrer Verbundenheit mit dem Gedanken des Palästina-Aufbaues aus Anlaß der traurigen Vorgänge in Palästina dadurch Ausdruck zu geben, daß sie bei der zuständigen Stelle die Errichtung eines Haines des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Der Ratskeller das Lokal jedes Einheimischen und Fremden. Neuer Pächter HANS FÜRST

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.