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Das jüdische Echo · 1929-08-23 · 34 (23.8.1929) · p. Seite 508

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
34 (23.8.1929)
Date
1929-08-23
Page
Seite 508 (sequence 17)
Language
German
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508 Das Jüdische Echo Nr. 34 Erste Sitzung des Ädministrativ- Komitees der Jewish Agency Oskar Wassermann Direktor des Keren Hajessod Zürich, 16. August. (JTA.) Nachdem der Council der Jewish Agency in seiner Schlußsitzung einen feierlichen Appell an alle Teile des jüdischen Volkes gerichtet hat, die Beitragsleistung zum Keren Hajessod zu ihrer vornehmsten Pflicht zu machen, hat sich die unmittelbar im Anschluß an diese Tagung stattfindende Sitzung des neugewählten Administrativ-Komitees der Jewish Agency, in der Herr Felix Warburg den Vorsitz führte, mit der Umgestaltung des Direktoriums des Keren Hajessod befaßt. Auf Grund der angenommenen Verfassung der Jewish Agency soll nunmehr das Direktorium des Keren Hajessod zur Hälfte aus Zionisten und zur Hälfte aus Nichtzionisten bestehen. Zwecks Durchführung dieses Beschlusses hat das Administrativ-Komilee beschlossen, Herrn Direktor Wassermann in Vertretung des nichtzionistischen Teiles der Agency zum Direktor des Keren Hajessod zu wählen. Herr Direktor Wassermann, der schon bisher Präsident des Keren Hajessod für Deutschland war, hat gleichzeitig den Auftrag erhalten und übernommen, zusammen mit dem bisherigen Direktorium des Keren Hajessod Pläne und Vorschläge in bezug auf die zukünftige Regelung der Keren-Hajessod-Arbeit für die nächste Sitzung des Administrativ-Komitees der Jewish Agency vorzubereiten. In der ersten Hälfte des September wird Herr Direktor Wassermann zu einer Sitzung in Berlin das Direktorium des Keren Hajessod einladen. An dieser Sitzung sollen außerdem einige von Herrn Direktor Wassermann auszuwählende nichtzionistische Mitglieder der Jewish Agency teilnehmen. Auf dieser Sitzung werden auch solche Fragen behandelt werden, die für die sofortige Anpassung der Keren-Hajessod-Arbeit an die durch die Schaffung der Jewish Agency entstandene Lage mit ihren vergrößerten Möglichkeiten von Bedeutung sind. Ergebnisse des XVI. Kongresses Volle vierzehn Tage haben die Verhandlungen des XVI. Zionistenkongresses in Anspruch genommen: fast eine Woche mehr, als man ursprünglich vorgesehen hatte und doch in Anbetracht des außerordentlich umfangreichen und außerordentlich wichtigen Verhandlungsstoffes nur kurze Zeit. So ist es auch zu erklären, daß der Kongreß nicht zu jedem Verhandlungsgegenstand Resolutionen gefaßt hat, die es erlaubten, die Ergebnisse der Beratungen zu überblicken: Viele der von den verschiedenen Kommissionen eingebrachten Beschlüsse wurden dem Aktions-Komitee als Material übergeben, andere müssen in diesem kleineren Gremium noch einmal von Grund auf durchgesprochen werden. Trotzdem muß man sagen, daß der Kongreß zu lange gedauert hat. Nicht nur deshalb, weil sich das Plenum mit Einzel¬ B. MARSTALLER kgl. Hofsattler / München Erzeugnisse unserer Großwerkstätten: Schiffskoffer / Schrankkoffer Autokoffer (D. R. Patent) Menageu. Toilettekoffer FEINE LEDERWAREN Fernruf Nr. 90939 Verkaufsräume Damenstiftstraße 16 beiten hat beschäftigen müssen, die aus vielen Gründen nicht von einer so großen und so gearteten Körperschaft entschieden werden dürfen, weil sie tatsächlich nur von einer ausführenden und verwaltende Instanz erledigt werden können, sondern und vor allen Dingen, weil der Kongreß sich mit vielen wichtigen Angelegenheiten nur kurz und improvisatorisch befaßt hat. Auch hat es viel zu viel wertvolle Zeit gekostet, daß von seiten der Flügelparteien, sowohl der Arbeiterparteien, als auch des Misraclii in Fragen, wo ihre Haltung an und für sich schon grundsätzlich festgelegt war, wieder und wieder Opposition gemacht wurde, nur um bei der Bildung der Exekutive Kapital zu schlagen. Dies ist um so bedauerlicher, als von Anfang des Kongresses an jeder verantwortungsbewußte Zionist eine Exekutive auf breitester Basis wünschen mußte, wie sie nun zum Schlüsse ja auch zustande gekommen ist — die Flügel hätten sich und der zionistischen Welt das beschämende und peinliche Schauspiel ersparen dürfen, unablässig gegen solche Personen heftigste Angriffe zu richten, geradezu Sturm zu laufen, mit denen heute ihre eigenen Vertreter vertrauensvoll zusammenzuarbeiten gezwungen sind. Wenn hier trotz des befriedigenden Abschlusses von diesen Dingen die Rede ist, so nur deshalb, weil sie leicht hätten vermieden werden können, weil sie zeigen, daß nichts notwendiger im Zionismus ist als eine in jeder Beziehung verantwortungsbewußte Kritik, an der es diesmal gewiß gefehlt hat, an der es aber in Zukunft im Interesse der zionistischen Sache nicht mehr fehlen darf. Es steht zu hoffen, daß die Arbeit der neuen Exekutive, die wohl inzwischen schon begonnen hat, unter der Erinnerung an die Umstände ihres Zustandekommens nicht leiden wird, daß die Vertreter der Arbeiter Sprinzak und Kaplansky — auch Ruppin, den führenden zionistischen Kolonisator wird man wohl zu ihnen rechnen dürfen — gemeinsam und erfolgreich mit Sacher, dem umkämpftesten Manne des Kongresses, an der Konsolidierung und der Weiterführung der palästinensischen Wirtschaft bauen werden und ebenso, daß zwischen dem Vertreter des Misrachi, Raw Meier Berlin, und der vom Misrachi so stark bekämpften Miß Henrietta Szold ein billiger Ausgleich in Fragen des Erziehungswesens gefunden wird, der weder die Einheit der Administration noch die Toleranz der geistigen Führung antastet, für die Miß Szold sich so mutig und eindrucksvoll eingesetzt hat. Neben der so schwierigen Bildung der Exekutive war es besonders noch eine Frage, die den Kongreß dauernd in Spannung hielt: nämlich die nach den Grundsätzen der Verfassung der erweiterten Jewish Agency und nach den organisatorischen Bestimmungen, die deren Schaffung innerhalb der Zionistischen Organisation bedingen mußte. Man wird wohl sagen dürfen — und die so begeistert verlaufene erste Tagung des Council zeigt es in beglückender Weise —, daß auch hier trotz der gewiß entscheidenden Wichtigkeit dieser Verfassung für die Zukunft der Zionistischen Organisation zu viel an Opposition gegen die Vorschläge der Exekutive, die ja aus langen Verhandlungen mit den Vertretern der Nichtzionisten resultierten, zutage trat. Immerhin sind als Ergebnis der Kongreßverhandlungen Abänderungen in einigen wesentlichen Punkten zu verzeichnen, die als weitere Sicherungen für den Zionismus angesehen werden dürfen — soweit man sich von vertragsmäßigen Kautelen überhaupt etwas versprechen kann, wo es nur auf den guten Willen, die gegenseitige Loyalität und das volle Vertrauen der Partner ankommt. Jedenfalls ist es begrüßenswert, daß nunmehr der Grundsatz der jüdischen Arbeit in der Verfassung der Jewish Agency verankert ist, daß dieser

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