Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 27 (5.7.1929)
- Date
- 1929-07-05
- Page
- Seite 425 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 425 der Annahme des Etats, folgende drei wichtige Gegenstände der Tagesordnung hervorgehoben: 1. Es ist unseren Freunden gelungen, trotz des noch bestehenden Widerstandes eines großen Teils der Liberalen, zu erreichen, daß diesesmal im Etat ein Betrag von 1000 RM. für den Keren Hajessod bewilligt wurde. 2. In der für einen großen Teil der jüdischen Bevölkerung lebenswichtigen Frage der Ausgestaltung des jüdischen Siechenheims (Landesheim) in Würzburg hat sich die große Mehrheit der Tagung unter Ablehnung anderer vorgeschlagener Projekte dafür ausgesprochen, daß das Würzburger Siechenheim entsprechend ausgebaut wird und hat die hierfür unbedingt erforderlichen Mittel bewilligt. 3. Die bedeutungsvollste Angelegenheit betraf die Ermöglichung eines Neubaues auf einem vom Israelitischen Lehrerseminar in Würzburg zum Zweck der Erweiterung der Anstalt erworbenen Grundstück. Hierbei wurde die Notwendigkeit betont, diese Anstalt ganz besonders vor allen jüdischen Institutionen als für die Ausbildung eines hervorragenden jüdischen Lehrerstandes und für die Garantie einer jüdischen Erziehung unserer Kinder unbedingt notwendig zu fördern, im Interesse nicht nur des bayerischen, sondern des gesamten deutschen Judentums. Nach langer Beratung wurden die zunächst unbedingt erforderlichen Mittel für den Neubau in Form von Zuschüssen, Darlehen und Zinsgaranlien genehmigt. Durch die Behandlung der Ausgestaltung von Siechenheim und Lehrerseminar hat die Verbandstagung dieses Mal eine außerordentlich verdienst- und wertvolle Arbeit geleistet, worüber allgemeine Befriedigung herrschte. Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, daß speziell in der Forderung für das Lehrerseminar es der jüdischen Volkspartei und dem konservativen Block gelungen ist, den ursprünglich bei einem großen Teil der Liberalen vorhandenen Widerstand durch überzeugende Ausführungen unserer Freunde zu brechen. Auch dieser vorläufige Bericht macht es uns zur angenehmen Pflicht, die ganz besonderen Verdienste derjenigen Herren hervorzuheben, die am Gelingen der Tagung den hervorragendsten Anteil hatten. Es sind dies vor allem die beiden Präsidenten, Herr Universitätsprofessor Dr. Silberschmidt und Herr Rabbiner Dr. Wohlgemuth (Kitzingen), welche die Sitzungsleitung ausgezeichnet führten, ferner der Vorsitzende des Rats, Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, der immer mit größter Geschicklichkeit und Geistesgegenwart in die Verhandlungen eingriff, ferner Herr Rosenzweig (Nürnberg), der wie immer ein ganz vollendetes Finanzreferat gab, und unser Gesinnungsgenosse, Herr Justizrat Dr. E. Straus, welcher die einschlägigen Fragen, insbesondere auf sozial-kulturellem Gebiet, wie immer in ganz besonders wirksamer Weise behandelte. Für Sonntag, den 30. Juni, abends hatte die Israelitische Kultusgemeinde Aschaffenburg zu einem Festmahl geladen, das dank der Opferwilligkeit der Gemeinde einen höchst harmonischen Verlauf nahm und bei welchem zahlreiche Festteilnehmer nicht nur durch die Leistung von Küche und Keller, sondern auch durch ernste und heitere Ansprachen sowie durch Vorträge von Herren und Damen der dortigen Gemeinde angeregt bis in die frühen Morgenstunden verweilten. Aus der jüdischen Welt Endresultat der Kongreßwahlen in Deutschland Berlin, 28. Juni. (JTA.) Die Hauptwahlkommission zur Festsetzung der Resultate der am 23. und 24. Juni in Deutschland stattgefundenen Wahlen von Delegierten zum XVI. Zionistenkongreß trat am 27. Juni abends zusammen. Sie stellte die folgenden Resultate fest: Es wurden in beiden Wahlkreisen im ganzen 8739 gültige Stimmen abgegeben (d. s. etwa 2000 Stimmen mehr als gelegentlich der Wahlen zum XV. Kongreß abgegeben wurden). Davon entfielen auf Liste I (Misrachi) 2749, Liste II (Poale Zion und Jungjüdischer Wanderbund) 1553, Liste III (Allgemeine Zionisten) 2838, Liste IV (Radikale Zionisten) 410, Liste V (Hapoel Hazair-Hitachduth) 726, Liste VI (Zionisten-Revisionisten) 463 Stimmen. Die Hauptwahlkommission hat die neun Mandate, die den deutschen Zionisten zur Verfügung stehen, wie folgt verteilt: Misrachi erhält drei, Poale Zion erhalten zwei, Allgemeine Zionisten drei, Hitachduth ein Mandat. Auf die Listen der Radikalen Zionisten und der Revisionisten entfiel kein Mandat. Berliner Jüdische Gemeinde und Jewish Agency Berlin, 28. Juni. (JTA.) Die Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin nahm in ihrer Sitzung am 26. Juni die Beratung über die Mitteilung des Gemeindevorstandes, daß dieser zwei Vertreter in das deutsche Initiativkomitee für die Jewish Agency entsandt hat, wieder auf. Die Vertreter des Gemeindevorstandes im Agencykomitee sind Herr Kommerzienrat Gerson Simon und Dr. Ismar Freund. Nach längerer Debatte wurde der Antrag der Liberalen, der d'ahin geht, die Versammlung halte die Beteiligung an der Jewish Agency nicht für erwünscht und1 ersucht den Vorstand, seine Delegierten im Initiativkomitee wieder abzuberufen, mit 11 Stimmen (Volkspartei, Mittelpartei, Konservativer und Poale Zionist) gegen 9 Stimmen (Liberale) abgelehnt. Die Jüdische Gemeinde Berlin errichtet ein Tuberkulosenheim, ein Nervenkrankenheim, ein Asyl für Obdachlose und ein Kinderheim im Solbade Eimen Berlin, 1. Juli. (JTA.) Die Repräsentanten Dr. Klee, Löwe, Goslar, Rau und Genossen haben namens der Fraktion der Jüdischen Volkspartei in der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Anträge auf Errichtung eines Tuberkulosenheims- und eines Heims für Nervenkranke, weiter auf Errichtung eines Asyls für Obdachlose, insbesondere für durchreisende Obdachlose, eingebracht. Die Anträge wurden von der Repräsentantenversammlung einstimmig angenommen. Soll Dir ein langes Leben winken, dann mußt Du " " USSff UwSMmV trinken. Dieses hervorragende Heilwasser aus Adelholzen, der stärksten Rubidiumquelle der Erde, liefern alle Drogerien und Apotheken. Nur wo nicht erhältlich direkte Anfrage an OTTO PACHMAYR G.m.b.H. Hänchen Älteste Hauptniederlage Alleinvertretung für München und Umgebung Telephon 27 471/73