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Das jüdische Echo · 1929-06-21 · 25 (21.6.1929) · p. Seite 397

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
25 (21.6.1929)
Date
1929-06-21
Page
Seite 397 (sequence 22)
Language
German
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 397 Rufen „Tod den Juden“, unterstützt von nichtstudentischen Huligans, gegen das meist von Juden bewohnte Stadtviertel. Es entstand eine ungeheure Panik. Wohnungen und Läden der Juden wurden schnell geschlossen. Die Menge stürmte das Haus der jüdischen Gemeinde, schlug alle Fensterscheiben ein und zertrümmerte die Inneneinrichtung. Zwei große Synagogen wurden mit Steinen bombardiert, so daß sämtliche Fensterscheiben eingeschlagen wurden. Die kostbaren, alten, bemalten Kunstglasfenster der Synagoge der Brüdergemeinschaft wurden in Stücke gehauen und am jüdischen Gemeindehaus hundertachtzig Scheiben, in der Neuen Synagoge wertvolle Scheiben zertrümmert. Am Sonntag wurde die Synagoge abermals angegriffen und mit Schnaps- und Bierflaschen bombardiert. Zahlreiche jüdische Restaurants wurden demoliert. In zahlreichen jüdischen Geschäftsläden wurden Schaufenster und Türen zerstört. Die Einrichtung der jüdischen Volksbank wurde vollkommen zertrümmert. Auf der Landesausstellung Posens wurden der Kiosk der jüdischen Presse und Kioske jüdischer Geschäftshäuser zerstört. 16 jüdische Studenten in Wien verletzt Wien, 9. Juni. (JTA.) Aus Anlaß eines am Sonnabend, dem 8. Juni, vor der Rampe der Wiener Universität stattgefundenen Studentenbummels fanden Ausschreitungen gegen jüdische Studenten statt. Etwa sechzig zionistische Studenten, die ruhig in einer Gruppe zusammenstanden, wurden von über fünfhundert antisemitischen Studenten und Heimwehrleuten überfallen und mit Stöcken und Gummiknütteln schwer mißhandelt. Sechzehn jüdische Studenten erhielten erhebliche Verletzungen, acht von ihnen mußten sich in dauernde ärztliche Behandlung begeben. Die Zeitungen stellen fest, daß sich die Polizei bei dem Überfall passiv verhielt und erst, als es ernst wurde, einschritt und die Menge zerstreute, dann aber in erster Reihe gegen die jüdischen Studenten vorging und außer angreifende antisemitische auch angegriffene jüdische Studenten verhaftete. Der Rektor der Universität ließ eine Kundmachung anschlagen, in der unter Hinweis auf die Schlägereien den Schuldigen strengste Bestrafung angedroht wird. Für diese ganze Woche wurde ein Verbot, Farben zu tragen, erlassen, sowie ein Legitimationszwang bei Betreten des Universitätsgebäudes eingeführt. Der Rektor hat Vertreter der zionistischen Studentenschaft zu sich eingeladen und versucht, die beiden Gruppen zu einer ehrenhaften Austragung ihrer Differenzen zu bewegen. Nachdem dieser Versuch mißlungen war, hat das Rektorat den traditionellen Sonnabendbummel der Universitätshörer in der Aula der Universität bis auf weiteres verboten. Personalia Am Frew Schowuaus wurde Oberlehrer a. D. Heinrich F r ie d m a n n , dem noch vor wenigen Monaten anläßlich seines 80. Geburtstages wohlverdiente Ehren und Würdigungen zuteil geworden waren, unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet. In seiner nahezu 50jährigen Lehrertätigkeit, die er in Neumarkt (Oberpfalz) begonnen und in München 45 Jahre hindurch fortgesetzt, hat er sich als vorbildlicher Jugenderzieher, als rühriger opferfreudiger Mann alle Zeit bewährt. Das erkannte Rabbiner Dr. Baerwald in seiner Gedächtnisrede rühmend an, während Bankier Krämer den Scheidegruß der München-Loge entbot, Hauptlehrer Rosenfeld für den Jüdischen und Bayerischen Lehrerverein, Justizrat Dr. Straus namens der Israelitischen Kultusgemeinde dem Verblichenen Worte des Gedenkens und Dankes widmeten. Sein Andenken wird zum Segen sein. Zu einer schlichten, aber eindrucksvollen Feier versammelten sich am verflossenen Sonntage Vertreter des Gemeindevorstandes, der Beamtenschaft gemeinsam mit den Insassen des Kaulbachstiftes, um der Enthüllung des Gedenksteines beizuwohnen, „den die dankbare Kultusgemeinde München ihrem Ehrenmitglied Albert Landauer, der durch vier Jahrzehnte hindurch wie ein Vater für seine Gemeinde gesorgt hat“, errichten ließ. Noch einmal erstand vor dem Geiste das Bild dieses seltenen Mannes, dessen oberster Lebensgrundsatz nach den Worten des Herrn Rabbiner Dr, Baerwald allezeit war: „Der Erfolg wahrer Frömmigkeit ist der Friede.“ Getreu diesem Grundsatz hat er seine ganze Persönlichkeit in väterlicher Weise in den Dienst seiner Gemeinde gestellt. Dafür dankten ihm nach der Rede des Rabbiners J u s t i z r a l Dr, 0 e s t r e i c li im Namen der Verwaltung und J u - s t i z r a l Oppenheimer für die Chewrah. Am Grabmal, das von der Künstlerhand Fritz Land a u e r s geschaffen wurde, rezitierte Meister Kirschner das El mole rachamim, während der Synagogenchor in stimmungsvoller Weise die erhebende Feier durch weihevolle Klänge einleitele und beschloß. Augsburg-Kriegshaber. Am 28. Juni d. J. feiern Herr Lehrer Regensburger und Gemahlin ihr fünfundzwanziges Ehejubiläum. Der Jubilar erteilt seit nahezu 16 Jahren in Kriegshaber den israelitischen Religionsunterricht und hält auch den Gottesdienst in der Synagoge. Mögen dem geschätzten Jubelpaare noch viele glückliche Jahre vergönnt sein! Gemeindenu. Vereins-Echo Bar-Kochba beim GroßetafFellauf Grün wald-Mün chen Beim dreizehnten Staffellauf Grünwald-München beteiligte sich der Bar-Kochba mit zwei Herren- und zwei Jugendmannschaften, und alle, welche dabei mitwirkten, können auf den Erfolg stolz sein. Nicht nur die Vorarbeiten waren restlos aufs beste erledigt, sondern auch am Tage des Laufes selbst klappte alles in einwandfreier Weise. Lange bevor der Startschuß fiel, waren die Läufer bereits auf ihren Plätzen, um noch in Ruhe die letzten Vorbereitungen zu treffen, denn jeder wußte, daß es auch in der Klasse C ein scharfes Rennen geben werde. Die 1. Herrenmannschaft hatte einen gar schweren Stand gegen Clubs wie Sp.V. Rosenheim, Eisenbahnsportverein,' Pasing usw., um so mehr ist es anzuerkennen, daß sie trotz der starken Konkurrenz mit bloß einigen Metern Unterschied als Dritte durch das Ziel lief. Auch die zweite Herrenmannschaft hielt sich gut, kam als Sechste an und schlug die Reservemannschaften des Eisenbahnsportvereins mit Abstand. War es nicht der Herrenmannschaft gegönnt, die Siegespalme an sich zu reißen» so gelang dies der 1. Jugendmannschaft, die in überzeugender Weise nicht nur in ihrer Klasse als Erste das Ziel erreichte, sondern durch ihre enorme Leistung den) Sieger der A-Klasse in den Schatten stellte. Da unsere 1. Jugendmannschaft die 2000-Meter-Strecke in 4 Minuten 18 Sekunden zurücklegte, während der Sieger der A-Klasse, Sportverein Jahn, zu derselben Strecke 4 Minuten 29 Sekunden brauchte, so war bei diesem Großstaffellauf Bar-Koch bas Jugend-

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