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Das jüdische Echo · 1929-05-10 · 19 (10.5.1929) · p. Seite 301

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
19 (10.5.1929)
Date
1929-05-10
Page
Seite 301 (sequence 22)
Language
German
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Nr. 19 Das Jüdische Echc 30t lllllllllllllllll 1. 1 II | Feuilleton | | fll Herzls Traum Von Elias M. Epstein (Jerusalem) Die April-Mai-Nummer der Wiener Monatsschrift „P a 1 ä s t i n a“ ist den Problemen des Hafens in Haifa gewidmet. Nachstehender Aufsatz verdient weiteste Verbreitung. (D. Red.) Vor 25 Jahren wurde Theodor Herzl dem jüdischen Volke durch den Tod entrissen. Mit derselben Plötzlichkeit, mit der seine Erscheinung am jüdischen Horizont aufleuchtete, erlosch sie wieder. Verfasser dieses, damals ein Schuljunge, erinnert sich deutlich, wie er beim Betreten des Klassenzimmers anstatt der üblichen Lektion die Worte „Theodor Herzl ist gestorben“ in des Lehrers Handschrift auf der Tafel sah. Die Nachricht verbreitete sich mit Blitzesschnelle übet Meere und Kontinente und ergriff selbst die Jüngsten, die doch nur eine schwache Vorstellung von der Bedeutung Herzls damit verbanden. Aber wir ahnten schon damals die Größe des Verlustes, der seither von den Nationaljuden in seiner ganzen erdrückenden Schwere empfunden worden ist. Denn keiner hat bisher den Platz Theodor Herzls wirklich ausfüllen können. Keiner hat, wie er, die Eigenschaften des Visionärs, -des Staatsmannes, Führers, Reformators, Volkswirtschaftlers, Organisators, Schriftstellers und Aufrüttlers in sich vereinigt. Die seit dem 2Ö. Tammuz 5664 (3. Juli 1904) herangewachsene, neue zionistische Generation hat ihn aus seinen zurückgelassenen Schriften kennengelernt. Eine intimere Kenntnis seiner Persönlichkeit vermittelte die Veröffentlichung seiner Tagebücher. Dieses Buch kann als Herzls Bibel bezeichnet werden. Nicht überdacht oder sorgfältig zusammengestellt, vielmehr eine Chronik der Ereignisse in bunter Reihenfolge, wird die Geschichte seines jüdischen Lebens , mit derselben Bildhaftigkeit und Ausführlichkeit geschildert, wie Israels Geschichte in -der Bibel. In der gleichen Weise, wie der orthodoxe Jude Quelle und Auslegung eines jeden jüdischen Gesetzes in der Thora findet, weist das „Tagebuch“ auf sämtliche, selbst die modernsten zionistischen Probleme hin. Mögen diese Hinweise nur mehr angedeutet oder ausführlich ausgeführt sein, sie erstrecken sich auf beinahe alle zionistischen Gebiete und zeigen den weitausholender Schwung von Herzls Einbildungskraft, seiner Großherzigkeit und seines Scharfblickes. Daß der Erwerb der Akkoterrains für die jüdische Kolonisation einer von Herzls Lieblingswünschen war, geht schon aus der Utopie hervor, die er unter dem Namen „Alt-Neuland“ veröffentlicht und worin eines der packendsten Bilder des neu erstandenen Landes die Beschreibung des in Haifa vorgesehenen Hafens ist. Als seine Helden das Land Israels, und zwar die Haifabucht, 20 Jahre, nachdem sie der zivilisierten Welt entflohen waren, betraten — Herzl gibt im Jahre 1903 die Jahreszahl 1923 an — schreibt er: „Eine herrliche Stadt war an das tiefblaue Meer gelagert. Großartigste Steindämme ruhten im Wasser und ließen den weiten Hafen sogleich als das erscheinen, was er war: der bequemste und sicherste Hafen im östlichen Mittelmere.“ Zu jener Zeit schien die Vision genau so phantastisch wie der ganze übrige Roman — so unwirklich, wie die Mehrheit der Juden die Idee des Zionismus selbst betrachtete. Doch stellte der Haifaer Hafen nicht bloß das romantische Traumgebilde eines Novellisten dar. Herzls Tagebuch erbringt den Beweis, daß er die Möglichkeiten dieser Stadt und seiner Umgebung vom politischen und wirtschaftlichen Standpunkt aus ernsthaft erwogen hatte. Im Laufe seiner Verhandlungen mit der türkischen Regierung hat er mehr als einmal „das Haifagebiet und Umgebung“ als Alternative für die verweigerte Konzession für das gesamte Palästina vorgeschlagen. Als die Rede davon war, daß ein Charter für jüdische Kolonisation in Mesopotamien im Bereiche der Möglichkeit läge verlangte er die Einschließung dieses speziellen Gebietes. In einem Brief vom 25. Juli 1902 an den Sultan in Therapia befindet sich folgender Passus: „...Die kaiserliche Regierung würde uns einen Charter oder eine Konzession für jüdische Kolonisation in Mesopotamien bewilligen, wie S. M. geruhten, mir im letzten Februar anzubieten, wozu noch das Gebiet von Haifa und Umgebung käme. ... Wir haben dagegen einen Charter oder eine Konzession für eine Kolonisationsgesellschaft in Mesopotamien und einen kleinen Teil Palästinas verlangt. Die Gesellschaft würde natürlich eine Rückzahlung zu leisten haben, die pro Kolonisationsfamilie zu berechnen wäre. ... Eine Deklaration (des Sultans) für das jüdische Volk würde das große Signal sein, um die Intelligenz, das Kapital, die Industrie und Unternehmertum aller Art anzuziehen, und nicht nur Mesopotamien und Haifa mit einem kleinen Teil seines Hinterlandes würden davon profitieren, sondern das ganze otto-manische Reich.“ Dieser Hinweis wie auch das Zitat aus „Alt- Neuland“ weisen auf die Wichtigkeit hin, die Spannkraft und Schaffensfreude durch Adelholzener Primnsquelle Bekömmlichstes Tafelwasser der stärksten Rubidiumquelle Europas. Erfrischend und wohlschmeckend. Alle Drogerien und Apotheken führen es, nur wo nicht erhältlich direkte Anfragen an Otto Pachmayr G-.m.b.H., München. Telefon4T3 Älteste Hauptniederlage. Alleinvertretung für München und Umgebung

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