Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 15 (12.4.1929)
- Date
- 1929-04-12
- Page
- Seite 235 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 Das Jüdische Echo 235 Siedlung „Hadar“ angelegt, die in erster Linie Orangenbau betreiben wird. Die gegenwärtig kultivierte Bodenfläche beträgt 1600 Dunam und soll später auf 4000 Dunam erweitert werden. Die neue Siedlung grenzt an das Gebiet von Ain Chaj, Ramataim und Magdiel und ist in die Audja- Bewässerung mit eingeschlossen. Die Kwuzah „Schiller“, die den Namen des verstorbenen zionistischen Pioniers Schlomoh Schillers trägt, ist einer der jüngsten Siedlungspunkte im Pflanzungsgebiete nahe bei Rechowoth. Sie besteht aus 34 erwachsenen Mitgliedern und sechs Kindern. Purim in Tel-Awiw Der Zustrom der Gäste nach Tel-Awiw war in diesem Jahre weit größer als je zuvor. Der Karneval selbst hielt drei Tage an. An jedem Abend fanden zahlreiche Maskenbälle, Festlichkeiten und andere karnevalistische Veranstaltungen statt, während tagsüber dichtes Treiben auf den Straßen herrschte. Ein besonders buntes Gepräge erhielt das Straßenbild durch die zahlreichen bunten maskierten Kindergruppen. Im Mittelpunkt des Karnevals stand der Umzug, in dem eine Reihe von Vorgängen aus dem öffentlichen Leben in Palästina eine satirische Darstellung fanden. Bei dem Festzug zeichnete sich die Gruppe der Yemeniten besonders aus und erhielt auch den ersten Preis. Die Gruppe, die Kamele mit sich führte, stellte in ihren malerischen, einheimischen Gewändern Bilder aus dem Volksleben in Yemen. Nach einer Mitteilung des stellvertretenden Direktors der palästinensischen Eisenbahn, Mr. Campigli, an die Stadtverwaltung Tel-Awiw betrug die Zahl der während der Purimtage verkauften Fahrkarten nach Tel-Awiw 10 315, von denen auf Jerusalem 5977, auf Haifa 2485 entfallen. Die Einnahmen der Eisenbahn aus dem Purim-Verkehr werden auf 2000 Pfund geschätzt. Außer den mit der Eisenbahn beförderten Reisenden dürften etwa 15 000 Personen per Auto und zu Fuß nach Tel-Awiw gekommen sein, so daß die Gesamt-Besucherzahl mit 25 000 nicht zu hoch gegriffen ist. (Ziko) Einstein-Ausstellung in Jerusalem Jerusalem, 1. April. (JTA.) Aus Anlaß des 50. Geburtstags Albert Einsteins hat die jüdische National- und Universitäts-Bibliothek eine Ausstellung aller Werke des großen Gelehrten sowie der über die Relativitäts-Theorie bisher erschienenen Literatur. Unter den Ausstellungsobjekten ist Einsteins handschriftliches Manuskript der Relativitäts-Theorie zu sehen, das der Gelehrte vor einigen Jahren der Bibliothek zum Geschenk gemacht hat. Wieder arabische Übergriffe an der Klagemauer Jerusalem, 25. März. (JTA.) Am vergangenen Sonnabend morgen, während die Juden an der Klagemauer ihre Morgenandacht verrichteten, drangen Araber bis zur Mauer vor und entfernten verschiedene Gegenstände, die gewöhnlich von den betenden Juden benutzt werden. Die Juden versuchten, die Araber an ihrem Zerstörungswerk zu verhindern, wobei es zu einer Schlägerei kam. Der Polizeiposten vor der Mauer zeigte sich der Situation nicht gewachsen. Der stellvertretende Distriktskommissar, der von dem neuen Zwischenfall benachrichtigt wurde, sandte den Distriktsoffizier zur Klagemauer und trug ihm auf, jeden Versuch einer Störung des Status quo unmöglich Vornehme Beleuchtungskörper Zuglampen Tisch- und Ständerlampen Alabasterschalen J.WINHART&Co. Marsstrasse 7 (am Hauptb.) zu machen. Der Offizier veranlaßte, daß die weggenommenen Gegenstände zurückgegeben werden. Bau einer Moschee an der Klagemauer Jerusalem, 31. März. (JTA.) Hier erhält sich hartnäckig das Gerücht, das die Moslemiten Vorbereitungen treffen zum Bau einer Moschee, die eng an die Klagemauer angrenzen soll. Die Jerusalemer jüdische Gemeinde informierte den Distrikts-Gouverneur von Jerusalem dahin, daß sich der jüdischen Bevölkerung in Verbindung mit diesem Gerücht eine starke Unruhe bemächtigt. Der Dfstrikts.-Gouverneur versprach, die Angelegenheit zu untersuchen. Eröffnung des transjordanischen Parlaments Jerusalem, 3. April. (JTA.) Am 2. April eröffnete Emir Abdullah, der Beherrscher Transjordaniens, die erste gesetzgebende Körperschaft dieses Mandatsterritoriums. Die Eröffnung vollzog sich mit großer Zeremonie in Gegenwart des britischen Vertreters Colonel Cox. Der Premier verlas die Thronrede des Emirs, in welcher das Abkommen zwischen Transjordanien und Großbritannien als von Vorteil für das Land hingestellt wurde. In der Thronrede werden Reformen des öffentlichen Lebens angekündigt, die Transjordanien auf ein gleiches Niveau mit anderen zivilisierten Ländern bringen sollen. Die versammelten Deputierten leisteten den Eid auf die Verfassung. Zum Schluß wurde eine Begrüßungskundgebung des britischen Oberkommissars für Palästina und Transjordanien, Sir John Chancellor, verlesen. Dann entfernten sich Emir Abdullah und Colonel Cox, worauf das Parlament in die Beratung geschäftlicher Angelegenheiten eintrat. MAX NEUMAYER Kraftfahrzeuge, Kaulbachstraße 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 338 23—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung — Spezial * Reparaturwerkstätte Günstige Ratenzahlungen