Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 12 (22.3.1929)
- Date
- 1929-03-22
- Page
- Seite 190 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Das Jüdische Echo Nr. 12 Geist einmal schuf, verlorengeht und wie es im Gang der Geschichte in immer neuen Abstufungen und Variationen, doch in der Grundgestalt unverkennbar, auftaucht und: weiterwirkt; die Rolle der Juden bei der Weitergabe der uralten asiatischen Traditionen an die europäischen Völker fand eine besondere Beleuchtung. Das leider nicht sehr zahlreiche Publikum dankte dem Referenten mit herzlichem Beifall. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez. In seinem Referat über „Alte Kunst bei den Juden miit Berücksichtigung des europäischen Osten s“, am Sonntag, 16. März, gelang es Herrn Theo Harburger, einen Begriff von der Bedeutung und dem Wesen der Kunst im Leben der Juden zu vermitteln; seine Ausführungen konnte er in hervorragender Weise unterstützen und belegen durch die Vorführung einet großen Reihe schöner Lichtbilder. Herr Harburger zeigte Synagogen von außen und innen, Kultusgegenstände aller Art, jüdische Bücher, jüdische Friedhöfe — so unverkennbar aus all dem die Beeinflussung der Juden durch ihre jeweilige Umwelt hervorging, so sehr zeigte sich, daß immer auch das Spezifisch-Jüdische zur Geltung gelangte, zu dessen Rettung und Sicherung entscheidende Schritte zu tun heute höchste Zeit ist. Herr Harburger erntete für seinen instruktiven und gedankenreichen Vortrag den herzlichsten Dank der leider nicht allzu zahlreich erschienenen Anwesenden. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, Gesamtausschuß der Ostiuden. Wir machen nochmals auf den Vortrag des Herrn Dr. J. Rubin (Berlin) aufmerksam, der am Samstag, dem 23. März, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, pünktlich 8.30 Uhr, stattfindet und bitten um zahlreiches Erscheinen. Herr Dr. Rubin hat sich als pädagogischer und psychologischer Schriftsteller einen wohlverdienten Ruf errungen und in verschiedenen, in weiteren Kreisen bekannt gewordenen Werken besonders Wesen und Werden des jüdischen Kindes untersucht. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez. Am Sonntag, dem 24. März, präzise 20.30 Uhr, findet inr Frauenklubsaal, Finkenstraße 2/1 (beim Wittelsbacherplatz), ein Liederabend des bekanntenKantors Simon F r u c h t e r aus Rumänien statt. Der Künstler wird chasonische und jiddische Volkslieder zum Vortrag bringen, u. a. Lieder von Kwartin und Rosenblatt. Lustiger Purimabend mit Theater. Am 31. März (Ostersonntag) veranstaltet der Jüdische Kulturverein J. L. Perez mit dem Gesamtausschuß der Ostjuden einen humorvollen künstlerischen Abend großen Stils. Dem vornehmen Rahmen des neuerbauten Goethesaales entsprechend haben die Veranstalter alles aufgeboten, um einen glänzenden Verlauf zu sichern. Im ersten Teil kommt das unverwüstliche Lustspiel mit Gesangseinlagen „Kabzensohn und Hungermann“ von Goldfaden zur Aufführung unter Regie und Mitwirkung von Herrn Max Fischer, Mitglied der Kammerspiele sowie unserer besten Vereinskräfte (weibliche Hauptrolle Frl. Sufrin). Der zweite Teil wird getragen von der Persönlichkeit Herrn Bornsteins aus Berlin, der auch in München viele Freunde und Bewunderer hat. Anschließend werden noch mehrere neue jüdische Volkslieder inszeniert, gehoben durch die mit allem Raffinement ausgestattete Bühne und ins rechte Licht gesetzt von der einzigartigen Beleuchtung. Auch möchten wir darauf aufmerksam machen, daß die eingebauten Sitze durchgehend numeriert sind und daß Kartenbeschaffung im Vorverkauf deshalb sehr zu empfehlen ist. Gesamtausschuß der Ostjuden. Familie Fleischer gratuliert Herrn und Frau Rosenzweig zur Barmizwah ihres Sohnes Sohnes 1.—■. Familie Gidalewitsch gratuliert herzlichst Herrn Saposchnik zum 60. Geburtstag 1.—. Der Kulturverein J. L. Perez spricht den Familien Hecht, Teitel und Stechler sein herzlichstes Beileid aus 3.—. Die Vorstandschaft des Vereins Bikor-Cholim gratuliert Herrn H. Strumpf zum 70. Geburtstag 2.—. Familie Landau desgleichen 1.—. Bar-Kochba, München. Da dieses Jahr der leichtathletische Erstlings-Neunkampf am 12. Mai stattfindet, haben wir nun unser Schauturnen endgültig für Donnerstag, 9. Mai (Christi Himmelfahrt) festgelegt. Alle Aktiven haben sich jeden Sonntag vormittags 9.30 Uhr im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, einzufinden, da nur dort während der Ferien die Proben stattfinden. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Die Vorstandschaft. Bar-Kochba, Leichtathletik und Handballabteilung. Das Rasentraining hat in vollem Umfang begonnen. Insbesondere die Ausscheidungen für den Erstlings-Neunkampf werden nächsten und übernächsten Sonntag vorgenommen. Die Handballmannschaften trainieren jeden Sonntag anschließend an die Schauturnenprobe auf dem Sportplatz an der Säbener Straße. Der Sportwart. Bar-Kochba Nürnberg Sieger in der 10-mal-l- Runde-Staffel beim 6. Nürnberger Hallensportfest. Das am 3. März stattgefundene 6. Nürnberger Hallensportfest brachte dem Bar-Kochba Nürnberg einen vollen Erfolg. Das Fest hatte infolge Anwesenheit der Olympiasieger Hirschfeld, Dr. Peltzer, Boltze, Uebler, Radek-Batschauer und Dollinger einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen. Nahezu 7000 Zuschauer waren anwesend und Tausende fanden keinen Einlaß mehr. Zur 10-mal-l- Runde-Staffel (1 Runde 250 m) trat Bar-Kochba mit noch fünf Vereinen an. Vom ersten Läufer ab konnte Bar-Kochba die Führung übernehmen, der vierte Läufer wurde knapp eingeholt, jedoch der nächste Läufer sicherte sich wieder die Spitze, die auch bis zum Schlußläufer gehalten wurde. Der Sport-Verein 27 sowie der durch die Landespolizei verstärkte Polizei-Sport-Verein lieferte dem Bar-Kochba einen harten Kampf. Die Leute mit den Mögen Dovid auf der Brust waren in ausgezeichneter Form und wiesen jeden Angriff vorgenannter Vereine ab. Mit 10 Meter vor Sport-Verein 27 und 30 Meter Vorsprung vor Polizei-Sport- Verein konnte Bar-Kochba das Zielband zerreißen. Er gewann damit zum zweitenmal den Wanderpokal des Pelzhauses Stock-Limmer, Nürnberg. Die anwesenden Zuschauer verfolgten den Lauf mit sichtlichem Interesse und kargten zum Schluß auch nicht mit Beifall. p. b. Nürnberg, 17. März 1929. Heute nachmittag fand in der Hauptsynagoge das Konzert des Jüdischen Gesangvereins München E. V. zugunsten der Nothilfe der israelitischen Kultusgemeinde statt. Man hatte eifrig Propaganda gemacht und die Bankreihen der Synagoge waren fast voll besetzt. Die Veranstaltung begann und endete mit je einem feierlichen Orgelsolo des Nürnberger Organisten Stirnweiß. Den Haupt-