Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 12 (22.3.1929)
- Date
- 1929-03-22
- Page
- Seite 185 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Das Jüdische Echo 185 vertraut wurde, ist es gelungen, für Hamburg die Bibliothek des Rabbiners Dr. N. A. Nobel zu erwerben. Entsprechend den vielseitigen wissenschaftlichen Neigungen Nobels zeichnet sich die Bibliothek durch große Mannigfaltigkeit aus. Sie enthält neben wertvollen Werken aus der rabbinischen Literatur Hebraica und Judaica in guter Auswahl und ebenso auch moderne jüdische Literatur. Liberaler Terror in der Synagogengemeinde Hannover Die „Jüdische Rundschau“ berichtet: In der Synagogengemeinde Hannover ist das Wahlrecht zur Gemeindeverwaltung auf einen Teil der ansässigen Juden beschränkt, und da die absolute Mehrheit entscheidet, kann eine Minderheit aus eigener Kraft auch nicht einen einzigen Sitz erringen. Infolgedessen sitzt in der Gemeindeverwaltung kein Zionist. Seit längerer Zeit war seitens des Vorstandes der Gemeinde eine Wahlreform zugesagt worden. Es hat mehrere Jahre gedauert, bis endlich die Wahlvorlage in der ersten Lesung beraten wurde. Überraschenderweise erklärte sich die Mehrheit des Kollegiums für das allgemeine Wahlrecht. Zur Abstimmung kam es noch nicht, in vorgerückter Stunde wurde die Verhandlung auf eine Woche vertagt. In der Zeit zwischen diesen beiden Sitzungen luden die Liberalen eine Anzahl Freunde zu einer vertraulichen Besprechung ein, und in der neuen Sitzung des Repräsentantenkollegiums verlas der Führer der Liberalen Partei eine von etwa zwanzig großen Steuerzahlern unterschriebene Erklärung, daß sie aus der Gemeinde austreten würden, wenn das allgemeine Wahlrecht beschlossen würde. Es muß zur Ehre der Anhänger der Wahlreform gesagt werden, daß sie sämtlich erklärten, sie würden trotz dieses unerhörten Druckes in ihrer Überzeugung nicht irre werden. Aus Furcht vor der Schwächung der Gemeindefinanzen aber wagten sie es nicht, abzustimmen. Man einigte sich dahin, daß sämtliche Vorstandsmitglieder und Repräsentanten außer dem ersten Vorsteher ihre Ämter niederlegten. Ein ebenso seltsamer wie sinnloser Ausweg: Unter dem Terror der großen Steuerzahler sollen sich nach einem veralteten Wahlsystem die Neuwahlen zur Repräsentanz vollziehen. Zweite Knessio Gedaulo für den 10. September 1929 nach Wien einberufen Wien, 14. März. (JTA.) Nach längeren Beratungen zwischen dem Geschäftsführenden Ausschuß, dem Zentralrat und dem Rabbinischen Rat (Mauazos gedaulc hatauro) der Weltorganisation Agudas Jisroel wurde beschlossen, die zweite Knessio Gedauloh (Weltkonferenz) der Agudah für den 5. Elul 5689 (10. September 1929) nach Wien einzuberufen. Die Agudah-Zentralen in Wien und in Frankfurt haben bereits mit den Vorbereitungen für die Weltkonferenz begonnen. Bei dem Zentralbüro der Agudah laufen Nachrichten ein, daß überall in Verbindung mit der Knessio große Aktionen vonstatten gehen; die Reorganisationsarbeit schreitet vorwärts. Bundeskanzler Dr. Seipel hat dem Zentralbüro seine Befriedigung über die Abhaltung der Knessio in Wien und seine besten Wünsche zum Ausdruck gebracht. Jüdisch. Kulturverein J.L. Perez Gesamtausschuß der Ost juden München In sämtlichen Räumen des neuerrichteten Saalbaus „Eurythmeum“, Leopoldstraße 46 a (Goethesaal), findet Sonntag, den 31. März 1929, ein großer Purim-Abend mit Theater statt. Wer einige Stunden herzlich lachen will, darf dies frohe Fest, den Gipfel der Purimstimmung, nicht versäumen. d a V <ü 3 ,a B <D V 03 Dh 3 Kl CO Kl 2 «2 .t* <u <D CO 2* o 05 *~3 ic5 ° i •ö ° d CO 3 p c d 5 £ 3 •“ 3 $ <=3 d <D <D 3 £ 05 2 - H <L) 4) :3 d pq <D </> « 5 Zur Vorführung kommt das unwiderstehliche Lustspiel mit Gesangseinlagen Kabzensohn und Hungermann von Goldfaden unter Regie und Mitwirkung von Max Fischer, Mitgl. der Kammerspiele München und unserer besten Vereinskräfte (weibl. Hauptrolle Frl. Sufrin). Blauer Purimvogel M. Bronstein, Berlin lebenswahre Darstellung aus Schoiem Aleichem und Perez Inszenierte Jüdische Volkslieder voll Humor und Tiefe Nissim wenifloes Personen und Zustände des hiesigen jüdischen Milieus in kritischer Beleuchtung Schlußbild: Die brojgesdige Kalle Groteske Musikalische Leitung: Moritz Goldberg Kassa-Eröffnung 19.30 Uhr Beginn 20.15 Uhr Kein Trinkzwang Eigenes Büfett in separatem, gemütlichem Gesellschaftssaal — Durchgehend numerierte eingebaute Sitze Vorverkauf: Horn, Dachauer Straße 43 / Goldberg, Schwanthalerstraße 24 / E wer-B uchhdlung, Ot ostraße 2 Orljansky, Neuhauser Straße 29 / Kornhauser, Isartorplatz 8 / Gidalewitsch, Müllerstraße 42