Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 12 (22.3.1929)
- Date
- 1929-03-22
- Page
- Seite 183 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Das Jüdische Echo 183 General Motors Automobile LORIN/ER & CO Nymphenburger Straße128 / Telephon 61836 Chevrolet 6 Zylinder brucker Staatsanwaltschaft gar nicht wieder die Mordanklage gegen Halsmann erheben, nachdem die Begründung des Nichtigkeitsurteils des Wiener Kassationshofes für Halsmann sehr entlastend ausgefallen ist. Jüdischer und nichtjüdischer Antisemitismus in Rußland Anti-Pessaeh-Kampagne der jüdischen Kommunisten Moskau, 11. März. (JTA.) Die jüdische Presse Rußlands hat bereits mit dem diesjährigen Anti- Pessach-Feldzug begonnen. Die Zeitung „Emess“ fordert die Ausarbeitung eines detaillierten Aktionsplanes, die Organisierung einer Sereie von Propaganda-Versammlungen, Anti-Pessach-Spielen und antireligiösen Burlesken. Der Sekretär der Moskauer kommunistischen Partei, Baumann, sagte in einer Distriktskonferenz der kommunistischen Partei: *Wiir haben eine Reihe antisemitischer Explosionen auch unter der Arbeiterschaft zu verzeichnen. Wir müssen, indem wir gegen die Religion kämpfen, gleichzeitig dem Antisemitismus einen vernichtenden Schlag versetzen.“ Berlin, 12. März. (JTA.) Die Hungersnot, die im letzten Jahre große Teile Rußlands heimgesucht hat, verbunden mit der allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Lage, bringt die russische Judenheit in die ernste Gefahr, während der kommenden Pessach-Tage ohne Mazzoth zu bleiben und während neun Tagen buchstäblich Hunger zu leiden. Unter der Leitung von Oberrabbiner Schneersohn, dem jetzt in Riga lebenden berühmten Lubawitscher Rebbe, hat sich ein interterritoriales Komitee gebildet, welches sich die teilweise Versorgung der russischen Juden mit Mazzoth für die kommenden Pessach-Tage zur Aufgabe gesetzt hat. Weitere Synagogen in Klubs umgewandelt Moskau, 14. März. (JTA.) In Leningrad wurden 15 Kirchen und Synagogen geschlossen. Die jüdischen Kommunisten erheben jetzt die Forderung, daß ihnen die große Leningrader Chorsynagoge zwecks Ausgestaltung zu einem Arbeiterklub übergeben werde. In Dnjepro Pietrowsk haben sämtliche jüdischen Kommunisten für die Umwandlung der Chorsynagoge in einen Arbeiterklub gestimmt. Nach einer Meldung von ,,Emess“ hat die Arbeiterschaft von Jelilowke, Kreis Berditschew, in einer Versammlung einstimmig beschlossen, die Umwandlung des großen Beth Midrasch in einen Klub zu verlangen. Das Gouvernementkomitee von Briansk hat den Beschluß, die große Synagoge „Ohel Jaakob“ in einen Klub umzuwandeln, entgegen den Einwendungen der religiösen Judenschaft, die darauf hinwies, daß Briansk über eine zweite Synagoge nicht verfügt, bestätigt. Es wurde der jüdischen Gemeinde ein Holzgebäude als Synagoge überwiesen, das kaum 150 Personen fassen kann. Unablässiger Terror Moskau, 14. März. (JTA.) Die Rädelsführer der antisemitischen Aktionen in der Zuckerfabrik zu Brailewa, Kreis Winiza, wurden zu ein bis drei Jahren Gefängnis und zum Verlust der bürgerlichen Rechte für weitere drei Jahre verurteilt. Aus dem Verhandlungsverlauf ging hervor, daß die wenigen jüdischen Arbeiter der Fabrik Fürchterliches auszustehen hatten. Sechs antisemitische Arbeiter im Donezkohlenrevier wurden wegen schwerer Mißhandlung des jüdischen Arbeiters Samuel Davidsohn zu schweren Strafen verurteilt. Tarabarow und Jablonowsky erhielten je zwei Jahre schweren Kerker, Botischtschew und Teriechow wurden zu je acht Monaten, Petrakow zu sechs Monaten und Botschkow, der geflüchtet ist, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Das Gericht in Minsk verurteilte den Arbeiter Winotz zu fünf Jahren Kerker, Klewko zu einem Jahr, Biclsko zu neun Monaten Gefängnis wegen Mißhandlung jüdischer Arbeiter. In Krasnojarsk wurden das Mitglied des Gerichts Jablokow und der Vizevorsitzende des Gerichts/ Sojotow wegen antisemitischer Taten ihrer Ämter enthoben und aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Die kommunistische Presse bringt fortgesetzt Meldungen über antisemitische Aktionen. „Rabotschaja Moskwa“ beschuldigt den bekannten Professor Kunigan und seine Gattin, daß sie ihre Umgebung antisemitisch verhetzen und dafür veranwortlich sind, daß jüdische Familien ein Martyrium auszustehen haben . „Leningradskaja Prawda“ schildert das Martyrium der jüdischen Familie Lichtmann, die von der ihr benachbarten Familie Prigorodow unablässig verfolgt wird. Das angerufene Gericht zeigte sich sehr milde und verurteilte das Oberhaupt der Familie Prigorodow zu fünf Rubel Geldstrafe. Die Folge ist, daß die antisemitische Quälerei weitergeht. Als das Kind des Lichtmanns, in der Wohnung allein gelassen, dem Feuer zu nahe kam, seine Kleider Feuer fingen und es um Rettung schrie, trafen die Prigorodows keinerlei Anstalten zur Hilfe und sahen zu, wie das Kind in den Flammen elend zugrunde ging. „Emess“ teilt mit, daß mehrere an den staatlichen Industrieanstalten in Brozlaw beschäftigte ehemalige Pogromhelden — „Emess“ führt sie mit Namen an — die jüdische Bevölkerung des Städtchens schwer terrorisieren. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostilmstickereien Burgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22975 Deutsche Weuwäscherei Gt.m.h.H. FELIX BBANDXEB « MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage