Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 9 (1.3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 140 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Das Jüdische Echo Nr. 9 verlautet, daß der Generalstaatsanwalt der Republik gleichfalls der Ansicht ist, daß der Prozeß vor dem Schwurgericht in Innsbruck den gesetzlichen Bestimmungen nicht entsprochen hat. Der aus Riga stammende 20jährige jüdische Student Philipp Halsmann wurde vom Schwurgericht in Innsbruck unter der Beschuldigung, seinen Vater, den Rigaer Zahnarzt Halsmann, während einer Bergtour durch Hinabstoßen von einem Gratweg getötet zu haben, zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Tatzeugen waren nicht vorhanden; das Urteil erfolgte auf Grund sehr sonderbarer Indizien. Die ganze Atmosphäre des Gerichtssaals war — wie der Verteidiger Halsmanns gegenüber Vertretern der Presse erklärt hat — von Antisemitismus durchtränkt. Die Angehörigen Halsmanns zweifelten keinen Augenblick an dessen Unschuld, auch haben sich etwa hundert Bekannte Halsmanns aus seiner Dresdener Studienzeit vereinigt, um für seine Unschuld zu zeugen. In Innsbruck selbst hatte sich nach Verkündung des Urteils eine Gegenjury gebildet, der sich Universitätsprofessoren und andere Angehörige der Intelligenz anschlossen. Der Entscheidung des Wiener Kassationshofes wird in Österreich mit größter Spannung entgegengesehen. Neues amerikanisches Fremdengesetz von noch nie dagewesener Strenge Neuyork, 18. Februar. (JTA.) Das vom amerikanischen Kongreß soeben angenommene, von Johnson unterbreitete Gesetz wegen Ausweisung von Fremden ist das strengste seiner Art, das je in Am Sonntag, dem 10. März 1929, vormittags 1 212 Uhr, im großen Festsaal bei Kroll des Keren Hajessod anläßlich der Landesversammlung des Keren Hajessod (Jiid. Palästinawerk) E.V., In Deutschi. Vorsitz: Direktor Oscar Wassermann, Berlin Red ner: Rabbiner Dr. Leo Baeck, Berlin Kurt Blumenfeld, Berlin Dr. Martin Buber, Heppenheim Dr. Nahum Goldmann, Berlin Generalkons.Eugen Landau, Berlin Alfred Lisser, Hamburg Felix Rosenblüth, London Alfred Leonhard Tietz, Köln Eintrittskarten werden im Büro des Keren Hajessod, Berlin Wl 5, Meinekestr. 10, kostenlos ausgegeben und auf Wunsch per Post zugestellt. den Vereinigten Staaten in Geltung war. Nach dem Gesetze werden alle auf illegalem Wege in den letzten fünf Jahren in die Vereinigten Staaten eingewanderten Ausländer nachsichtslos ausgewiesen werden, wann und wo immer man sie fassen wird. Außerdem sind für illegal Eingewanderte schwere Gefängnisstrafen vorgesehen. Fremde, die sich des Mädchenhandels, Schmuggels usw. schuldig machen, werden ausgewiesen, auch wenn sie legal eingewandert sind. Eine Regierungsverordnung bedroht die Autonomie von Tel Awiw Jerusalem, 22. Februar. (JTA.) Der Oberkommissar für Palästina, Sit John Chancellor, hat eine neue Verordnung bezüglich der Gemeinde von Tel Awiw veröffentlicht, wonach der Bürgermeister und die Vizebürgermeister der Stadt nicht mehr von dem aus Urwahlen hervorgehenden Stadtrat gewählt, sondern von der Regierung ernannt werden sollen. Diese Verordnung. hat unter der Bevölkerung von Tel Awiw eine energische Protestkundgebung hervorgerufen. Der Stadtrat beschloß, eine Abordnung zum Oberkommissar zu entsenden und ihn zu ersuchen, die Verordnung für ungültig zu erklären. Die Keren-Hajessod-Eingänge im Januar 1929 Jerusalem, 20. Februar. (JTA.) Im Verlauf des Januar 1929 ßind beim Hauptbüro des Keren Hajessod in Jerusalem an Spenden 30 990 Pfund eingegangen. Im Dezember waren 34 100 Pfund eingegangen. Im November betrugen die Eingänge 27 682, im Oktober 21661, im September 31 239, im August 16 372 Pfund. In den vorangegangenen Monaten des Jahres 1928 betrug der Monatsdurchschnitt der Eingänge rund 40 000 Pfund. Gemeind «n-u.Vereins>Echo Frühling in Palästina. Die Münchener Aufführung des neuen von Keren Hajessod und Keren Kajemeth Lejisrael hergestellten Palästinafilms am Sonntag, 24. Februar, im Emelka-Film-Palast hatte ein großes Publikum angezogen, ,das die schönen und packenden Bilder mit sichtlichem Interesse und wachsender Begeisterung an sich vorüberziehen ließ. Der Film vermittelt einen lebendigen Eindruck von der Arbeit, den Sorgen und den Freuden der palästinensischen Bevölkerung; er bringt in ausgezeichneten Gegenüberstellungen Szenen aus dem Feben des alten und des neuen Jischuw und zeigt auch die Verhältnisse der arabischen Bewohner; teilweise hervorragende Landschaftsaufnahmen geben einen Begriff von der Natur des Landes, das sich durch die neue jüdische Einwanderung umgestaltet und nach fast zweitausendjähriger Verlassenheit einen neuen „Frühling“ erlebt. Über die Tragweite dieser Vorgänge für das jüdische Leben der Gegenwart, über die Grundlagen und die Bedeutung des großen Kolonisationswerkes orientierte in der Pause Dr. Georg Landauer mit kurzen und eindringlichen Worten. Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München. Am Mittwoch, dem 6. März, liest im Steinickesaal, Adalbertstraße 15, der bekannte jüdische Dichter und Maler Uriel Birnbaum, Wien, aus eigenen Werken. Beginn 8.15 Uhr. Zionistische Ortsgruppe München. Am Mittwoch, dem 20. März veranstaltet die zionistische Ortsgruppe München im Herkulessaal, Residenz- D$--^