Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 7 (15.2.1929)
- Date
- 1929-02-15
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Das Jüdische Echo Nr. 7 einwandfrei nachzuweisen, daß von den 540 000 deutschen Juden mehr als 100 000 im Heeresdienste gestanden haben; über 80 000 kämpften an der Front, 12 000 fielen auf dem Felde der Ehre. Noch in diesem Jahre wird das Gedenkbuch für die jüdischen Gefallenen erscheinen. Wir deutschen Juden, sagte der Redner, die seit anderthalb Jahrtausenden auf deutschem Boden leben, sollten es nicht nötig haben, uns gegen Leute wehren zu müssen, die uns als Rasse herabzusetzen versuchen. Das deutsche Judentum hat dem Vaterlande alles gegeben, was das Vaterland von ihm zu verlangen hat und ganz gewiß soviel als es seiner Zahl entspricht. Unser Kampf gegen den Antisemitismus wird nicht allein im Interesse der deutschen Juden, sondern auch im Interesse des deutschen Vaterlandes geführt. Unsere Devise bleibt: „Chasak we-emoz!“ (Sei stark und mutig!) Über die besonderen Aufgaben des Bundes sprach Rechtsanwalt Dr. Landenberger (Nürnberg), der auch die Grüße des bayerischen Landesverbandes des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und des Landesverbandes jüdischer Gemeinden Bayerns überbrachte. Er referierte über die zwei Haupttätigkeiten des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten: Ertüchtigung der Jugend durch Sport und Gründung jüdischer Siedlungen in Deutschland. Namens des Preußischen Landesverbandes, der Reichsarbeitsgemeinschaft und der Jüdischen Gemeinde Berlin sprach Kammergerichtsrat Wolff ein kurzes Dankeswort. Der Vorsitzende, Dr. Löwenstein, brachte ein dreimaliges Hoch auf das deutsche Vaterland aus, in das alle Anwesenden einstimmten. Mit dem Absingen des Deutschlandliedes war die Kundgebung zu Ende. Am Sonntag fand ein Festgottesdienst in der Synagoge Oranienburger Straße statt, bei dem Rabbiner Dr. Salomonski, der als Feldgeistlicher den Krieg mitgemacht hatte, die Predigt hielt. Auf den Gräbern der Garnisonsfriedhöfe und den Heldenmalen aller Konfessionen wurden Kränze des Reichsbundes niedergelegt. In den Germania- Sälen, Chausseestraße, fanden sportliche Vorführungen der Ortsgruppe Berlin statt, an die sich ein Zusammensein der Festteilnehmer schloß. Im Brüdervereinshaus, Kurfürstenstraße, gab der Bundesvorstand den Vertretern der Landesverbände und Ortsgruppen ein Festbankett. Bei den dort gehaltenen Reden kam noch einmal der ernste Wille zum Ausdruck, die Aufgaben des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten auch im zweiten Jahrzehnt seines Bestehens tatkräftig durchzuführen. Von der jüdischen Wanderung Sitzung der Exekutive der Emigrantenvereinigung Hias-Ica Emigdirekt in Berlin Berlin, 6. Februar. (JTA.) Unter dem Vorsitz des Herrn Oskar Cohn fand am 20. Januar in Berlin die ordentliche Sitzung der Exekutive der Emigrationsvereinigung Hias-Ica-Emigdirekt statt. Aus dem in der Sitzmig erstatteten provisorischen Tätigkeitsbericht für das Jahr 1928 ist zu ersehen, daß auf allen Gebieten der Emigrationsarbeit ansehnliche Erfolge zu verzeichnen waren. Trotz der Einwanderungsbeschränkung seitens der argentinischen Regierung, die sich gegen Ende des vorigen Jahres geltend machte, erhöhte sich die jüdische Einwanderung auch in diesem Lande. Im Jahre 1928 wanderten nach Argentinien 2000 Juden mehr als im Jahre 1927 ein. Diese erhöhte Einwanderungsziffer ist auf die verstärkte Tätigkeit der von Hicem in den drei Hauptländern Südamerikas im verflossenen Jahre eingerichteten verschiedenen Institutionen für Emigranlenschulz, Arbeitsvermittlung, Kredithilfe, sowie für sprachliche und berufliche Ausbildung der jüdischen Emigranten zurückzuführen. Außer in Südamerika entwickelte Hicem eine energische Tätigkeit, um in Ländern, wo die Einwanderung Beschränkungen unterworfen ist, die Einwanderung von Juden nach Möglichkeit zu verwerten. In Frankreich ist besonders die Tätigkeit des lokalen Komitees zur Unterbringung der hauptsächlich aus Polen stammenden jüdischen Einwanderer in der Landwirtschaft Frankreichs hervorzuheben. Auch in den Auswanderungsländern wurde eine bedeutende Arbeit geleistet. Aus dem provisorischen statistischen Material ist zu ersehen, daß im Jahre 1928 mehr als 30 000 jüdische Wanderer sich an die verschiedenen Hicem-Komitees in Polen, Rumänien, Litauen, Lettland, Danzig, Belgien, Holland und Frankreich um Auskunft und Hilfe gewandt haben. In mehr als 10 000 Fällen wurde juristische und konsularische Hilfe (betreffend Auslandspresse, Dokumente, Visa usw.) geleistet. Auch in dem Berichtsjahre wurden für die Emigranten sehr große Erleichterungen beim Ankauf von Schiffskarten und Bahnbillets durchgesetzt. Die sprachliche Ausbildung der Emigranten in den Auswanderungsländern hatte zufriedenstellende Resultate. Etwa 750 jüdische Auswanderer absolvierten Sprachkurse in Englisch und Spanisch. Das Experiment der landwirtschaftlichen und gewerklichen Ausbildung wurde im vergangenen Jahre fortgesetzt. Aus den bis jetzt erzielten Ergebnissen lassen sich endgültige Schlüsse noch nicht ziehen; so wird das V'V m». Der neue AUSTRO-DAIMLER 6Cylinder,12/70PS Eine umwälzende Neukonstruktion Hirschbold K o m m. - G e s. Fernruf 51355 MÜNCHEN Sonnenstr. 19 jT *