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Das jüdische Echo · 1929-01-04 · 1 (4.1.1929) · p. Seite 7

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
1 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1 Das Jüdische Echo 7 Organisation und Verfassung der erweiterten Jewish Agency Ein Gespräch mit Felix Rosenblüth Bekanntlich hat sich das Zionistische Aktions- Komitee auf seiner Berliner Tagung mit der Frage der Konstitution der Erweiterten Jewish Agency zu befassen begonnen. Eine vom A.-K. eingesetzte Vierzehner-Kommission hat eine Reihe von Detailvorschlägen ausgearbeitet, die der Exekutive übergeben worden sind. Da es sich nicht um einen Beschluß, sondern um Vorschläge handelt, die der anderen Seite zu unterbreiten sind, Werden diese Richtlinien vorläufig als vertraulich behandelt. Um der Öffentlichkeit etwas von dem Geiste vermitteln zu können, in dem diese Richtlinien abgefaßt wurden, wandte sich die Jüdische Telegraphen-Agentur an das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Herrn Felix Rosenblüth, dem Leiter des Organisations-Departements der Zionistischen Weltorganisation, mit der Bitte, einiges über die Grundgedanken der zukünftigen Organisation und Verfassung der Agency zu sagen. Herr Felix Rosenblüth teilte uns auf unser Befragen folgendes mit; Nachdem jetzt ein grundsätzliches Einverständnis über die Erweiterung der Agency erzielt worden ist und das A.-K. sich im Laufe weniger Monate wiederholt mit überwältigender Mehrheit für die schleunige Durchführung des Agency-Planes ausgesprochen hat, treten jetzt die organisatorischkonstitutionellen Fragen in den Vordergrund des Interesses. Der Konstruktionsplan für das Agency- Gebäude steht in seinen Umrissen fest und ist bereits in den Beschlüssen des 14. Kongresses und in analogen Beschlüssen der amerikanischen unparteiischen Konferenzen angedeutet. Natürlich wird die endgültige Entscheidung über Organisation und Konstitution der erweiterten Agency erst in der konstituierenden Gründungsversammlung, deren Einberufung für Sommer oder Herbst des Jahres 1929 in Aussicht genommen worden ist, gefällt werden können. Aber die bereits erwähnten Beschlüsse früherer Jahre bilden ein wichtiges Material, aus dem gewisse Schlüsse für die zukünftigen Organisationsformen gezogen werden können. Das Wesentliche über diese Organisationsformen ist in wenigen Worten gesagt: gedacht ist an einen dreigliedrigen Aufbaü. dessen Basis der aus allen Teilen der Welt beschickte, Repräsentanten der Zionistischen Organisation und der Judenheiten aller Länder umfassende „Council“ bildet. Der Council wird in regelmäßigen, noch näher zu bestimmenden Zeitabständen zusammentreten, um Berichte über die Entwicklung der wirtschaftlichen und politischen Arbeiten entgegenzunehmen, um die leitenden Organe der Agency zu wählen und um Richtlinien für ihre Arbeit festzulegen. Auf dem Council baut sich dann eine kleinere Körperschaft auf, die im Laufe eines Jahres wiederholt tagen soll, und auf dieser wiederum eine leitende Spitzenbehörde mit dem Sitz in London und Jerusalem zur tatsächlichen Leitung der laufenden politischen und ökonomischen Aufbau-Arbeiten. Bekanntlich sollen die Organe der Agency nach dem Prinzip zusammengesetzt sein, daß die Zionistische Weltorganisation einerseits und die Judenheiten der einzelnen Ländern anderseits in gleicher Stärke vertreten sind. Das A.-K. hat die Frage diskutiert, wie dieses Prinzip verwirklicht werden kann. Es besteht die Möglichkeit, daß bei den Tagungen der Agency-Körperschaften die Delegationen der Landesjudenheiten einerseits und der Zionistischen Organisation anderseits in ungleicher Personenstärke vertreten sind. Es herrschte absolute Übereinstimmung darüber, daß alles geschehen muß, um dem Prinzip des Gleichgewichts der Kräfte, auf dem die Agency begründet werden soll, Geltung zu verschaffen. Dies kann z. B. dadurch geschehen, daß von vornherein für Mitglieder der verschiedenen Agency-Körperschaften eine ausreichende Anzahl von Ersatzmitgliedern bestellt wird, um sicherzustellen, daß die Delegationen jeweils in voller Stärke vertreten sind. Ein anderes System, das für die Zionistische Organisation neu ist, erreicht den gleichen Zweck dadurch, daß die Delegationen unabhängig von der Zahl der erschienenen Personen berechtigt sind, die Zahl der Stimmen abzugeben, die ihrer vollen Stärke in den betreffenden Körperschaften entspricht. Das A.-K. hat die Vorteile und Nachteile beider Systeme in großer Ausführlichkeit diskutiert, wobei, wie gesagt, Übereinstimmung darüber bestand, daß ein Weg gefunden werden soll, um die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Kräfte bei Abstimmung zu sichern. Man ist sich hierbei natürlich klar, daß in der Praxis diese Frage insofern weniger Bedeutung haben dürfte, als ja bei den realen Aufgaben der zionistische und der „nichtzionistische“ Teil der Agency keineswegs prinzipiell einander gegenüberstehen, sondern in gemeinsamer Arbeit sich Meinungsverschiedenheiten in Einzelfragen auch innerhalb der beiden Lager bilden können. Abgesehen von diesen Hauptfragen sind im A.- K. nur Detailprobleme von geringer Bedeutung erörtert worden. Die Konstruktion der Agency- Organisation ist eine gemeinsame Aufgabe der in ihr vertretenen Gruppen, es war aber von großer Bedeutung, daß das A.-K. einige klare Richtlinien für die von der Exekutive zu unterbreitenden organisatorischen Vorschläge gewiesen hat. Zweite Weltkonferenz der Zionisten-Revisionisten Wien, 31. Dezember. (JTA.) Am Mittwoch, dem 26. Dezember, wurde in Wien die zweite Weltkonferenz der Partei der Zionisten-Revisionisten mit einer Ansprache von Richard Lichtheim (Berlin). eröffnet. Der Festsaal des Hotels Continental, in welchem die Tagung stattfand, war von Delegierten und Gästen überfüllt. Es hatten sich 93 Delegierte aus zahlreichen Ländern eingefunden. PACKARD 6 und 8 Zylinder in Linie wesentlich niedrigere Preise bei gleicher Qualitäts-Berühmtheit Generalvertreter: GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum

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