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Das jüdische Echo · 1929-01-04 · 1 (4.1.1929) · p. Seite 5

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
1 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1 Das Jüdische Echo 5 bensformen leben, die in nationaler Hinsicht jüdisch sind; der Eintritt in die Jewish Agency bedeutet nicht und soll und darf nicht bedeuten, daß der nicht nationaljüdisch Fühlende mehr unterschreibt, als er, an seiner Überzeugung gemessen, rechtfertigen kann. Wir glauben, daß die Diskussion, um fruchtbar zu werden, von beiden Seiten her zunächst einmal diese Frage klären muß, und wir sind überzeugt, daß die Stellung, die wir oben eingenommen haben, von Zionisten und Nichtzionisten, von Politikern und Völkerrechtlern, als die allein mögliche angesehen werden wird. Alles weitere kann erst darnach untersucht werden. R. S. Der Schluß der Aktionskomitee-Sitzung In der Nachmitagsitzung vom 24. Dezember erstattete nach dem politischen Bericht von Professor Dr. S. Brodetsky, über den wir bereits berichtet haben, Miß Szold den Bericht über die Tätigkeit der Palästina-Exekutive. Sie stellt zunächst fest, daß es der Exekutive gelungen ist, die Schuldenlast, die sie bei ihrem Amtsantritt übernommen hat, erheblich zu verkleinern. Rednerin gibt einige Ergänzungen zum Referat von Dr. Brodetsky in bezug auf die politische Arbeit und betont, daß der neue Oberkommissär in Palästina einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Was die Kolonisation betrifft, ist die Konsolidierung unserer Siedlungennicht so vorgeschritten, wie wir gewünscht hätten, erstens wegen der Dürre im letzten Jahre, zweitens wegen des zu kleinen Budgets. Rednerin betont, daß ein zusätzliches Budget von mindestens 20 000 Pfund unerläßlich sei, wenn nicht die dringendsten Notwendigkeiten der Kolonisationsarbeit versäumt werden sollen. Das landwirtschaftliche Budget beträgt £ 75 000, nach gewissen notwendigen Abzügen bleiben nur £ 32 000 für die Siedlungen, das bedeutet, daß viele Siedler die Siedlungen verlassen werden, wenn wir nicht einen Ausweg finden. Die Exekutive braucht noch 4000 Pfund, um auch nur den Unterhalt der Kolonisten sicherzustellen. Bezüglich der Kontrakte mit den Siedlern ist ein gewisser Fortschritt zu verzeichnen, aber der Abschluß muß beschleunigt werden. Was die Arbeitslosigkeit betrifft, so zählt man jetzt 1632 Ar- Wäscherei d. Münchener Hausfrau HÖCKER & BÄUERLE Landwehrstr. 57/59 T. 596858 Hygienisch modernster Betrieb am Platze. Bekannt für erste Qualität. Getrennte Behandlung. Jede Hausfrau kann sich persönlich von der schonendsten Behandlung der Wäsche überzeugen. Waschmittel: Reine Kernseifenflocken 90°/0ig. . Haushaltwäsche —Vorhangspannerei — S tär kwäsche—F einbügelei. Größte Lohnwäscherei Münchens Diese Neuerung bietet große Verbilligung Verlangen Sie Prospekte. Unverbindliche Besichtigung* Äbholung und Zustellung mittels Äutos. beitslose, besonders in Tel-Awiw, Haifa und Afule. Das ist keine übermäßige Zahl, aber es ist zu berücksichtigen, daß auch die beschäftigten Arbeiter in keiner besonders guten Lage sind, weil der Lohnsatz sehr niedrig ist. Wir haben etwa 6000 jetzt zum größten Teil beschäftigte Arbeiter, die auf öffentliche Arbeiten angewiesen sind. Von den Arbeitslosen in Tel-Awiw sind ungefähr 150 zu jeder Arbeit ungeeignet und auf Wohltätigkeit angewiesen. Die Referentin bespricht dann die Fragen der Einwanderung und die Verteilung der neuen Zertifikate. 30 Zertifikate wurden nach Aden für Jemeniten geschickt. Der Sekretär des Einwanderungs - Departements, Barlas, der jetzt Europa bereist, erhielt die Direktive, die Zertifikate vor allem an qualifizierte Chaluzim zu geben. Außerdem hat die Regierung 200 Zertifikate für politische Flüchtlinge aus Rußland bewilligt. Nunmehr schildert die Rednerin die Lage in den ihr direkt unterstellten Departements für Gesundheit und Unterricht. Was zunächst das Gesundheitswesen betrifft, so ist zu sagen, daß der Waad Habriuth ausgezeichnet gearbeitet hat. Das letzte Jahr ist in gesundheitlicher Beziehung ein gutes gewesen, es gab wenig Malaria und auch weniger Dysenterie und Typhuserkrankungen. Im Schulwesen ist es gelungen, ein Zusatzbudget von 11 500 Pfund aufzubringen, so daß alle Schulen eröffnet werden konnten. Unsere Sorge ist jetzt, woher wir im nächsten Jahre die 15 000 Pfund nehmen werden, die notwendig sind, um alle Kinder unterzubringen. Der Jischuw trägt bereits heute 20 000 Pfund bei, außerdem 58 000 Pfund für andere Schulen, so daß er 78 000 Pfund für Schulzwecke aufbringt. Die Regierung gibt 19 300 Pfund. Der neue Direktor des Erziehungswesens ist Dr. Berkson, ferner freuen wir uns, die Mitarbeit Dr. Luries wenigstens in der Funktion eines Inspektors wieder gewonnen zu haben. Die gegenwärtige Verfassung (Chukah) unseres Erziehungswesens ist aber dringend reformbedürftig, da die Leitung aus dem Direktor mit den drei Inspektoren besteht, welche anderen Instanzen (z. B. dem Misrachi) mitverantwortlich sind. Zum Schluß begründet Miß Szold ihre Forderung eines außerordentlichen Budgets von 20 000 Pfund. In Tel-Awiw sind Arbeitslose, die, wenn sie nach den umliegenden Kolonien überführt werden könnten, dort Arbeit und sogar Boden finden würden. Die Überführung von 100 Familien kostet 5000 Pfund. Die Exekutive braucht ferner in diesem Jahre noch 6000 Pfund, die im Budget nicht vorgesehen sind, um den ursprünglich von der Amzic gekauften Boden von Kafretta zu retten. Von den £ 4000 für die Siedlungen war schon früher die Rede. Hinzu kommen noch einige kleinere Posten. Diese 20 000 Pfund sind also unbedingt erforderlich, um katastrophale Folgen zu vermeiden. Die Rednerin appelliert am Schluß ihres einstündigen Referates mit großer Wärme an die im A.-K. anwesenden Zionisten aller Länder, durch eine besondere Anstrengung diese Summe für Erez-Israel zu beschaffen. Nach einer Pause gelangt zur Behandlung zunächst der Punkt der Tagesordnung, betreffend die Überführung der Gebeine Herzls nach Palästina. Rosenbllith referiert im Namen der Exekutive über Punkt 6 (Überführung der Gebeine Herzls nach Palästina). Es folgt eine kurze Aussprache, an der sich u. a. M o t z k i n und Klee beteiligen, sowie eine neuerliche Erklärung der Exekutive, aus welcher hervorgeht, daß die Exekutive im Sinne des Kongreßbeschlusses bei der

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